Sonderleistungen Extrageld bei Arbeitslosigkeit

Beim Arbeitslosengeld I gibt es viele Sonderregelungen. Freiberufler und Existenzgründer in spe bekommen Extrageld. ZEIT ONLINE stellt die wichtigsten Regelungen vor.

Frage: Ich war während meiner Beschäftigung nebenbei freiberuflich tätig. Wie viel darf ich dazu verdienen, wenn ich arbeitslos werde und Arbeitslosengeld beziehe?

Grundsätzlich gilt zwar ein Freibetrag in Höhe von 165 Euro im Monat, doch muss dieser Betrag nicht unbedingt die Höchstgrenze darstellen. Wer beispielsweise in den letzten 18 Monaten, bevor er oder sie arbeitslos geworden ist, bereits ein Jahr lang eine Nebentätigkeit ausgeübt hat, für den richtet sich der Freibetrag nach dem zuvor erworbenen durchschnittlichen Nebenverdienst. Dieser beträgt mindestens 165 Euro im Monat, meistens mehr.

Bei der Berechnung des Nebeneinkommens werden aber nur die Nettoeinnahmen berücksichtigt. Zusätzliche Aufwendungen, wie beispielsweise Fahrtkosten, werden vom Verdienst abgezogen.

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Beispiel 1: Erhöhter Freibetrag

Frau Müller war von 2005 bis 2009 als Redakteurin bei einer Tageszeitung fest angestellt und wurde am 1. Januar 2010 arbeitslos. Seit dem 1. Januar 2009 erzielte sie aber als freie Autorin zusätzlich ein durchschnittliches monatliches Einkommen von 400 Euro. Diese freiberufliche Tätigkeit möchte sie natürlich weiterhin ausüben. Für sie gilt also ein Freibetrag in Höhe von 400 Euro im Monat. Falls Frau Müller allerdings künftig als freie Autorin monatlich 500 Euro verdient, werden ihr 100 Euro auf das Arbeitslosengeld angerechnet.

Und: Frau Müller darf für ihre freiberufliche Nebentätigkeit nicht die zulässige Arbeitszeit überschreiten. Die liegt bei unter 15 Stunden in der Woche. Arbeitet Frau Müller zum Beispiel 20 Stunden, dann gilt sie nicht mehr als arbeitslos im Sinne des Dritten Sozialgesetzbuches (SGB III) und hat folglich kein Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Beispiel 2: Berücksichtigung von Werbungskosten

Herr Schulz ist seit dem 1. Januar 2010 arbeitslos. Er hat aber zum 1. April 2010 die Möglichkeit, sich als freier Grafiker 200 Euro im Monat zum Arbeitslosengeld dazuzuverdienen. Für ihn gilt leider nur der reguläre Freibetrag von 165 Euro im Monat. Aber durch die Nebentätigkeit entstehen ihm zusätzliche Werbungskosten in Höhe von 50 Euro im Monat. Sein Nettoverdienst beträgt somit 150 Euro und liegt unter der zulässigen Höchstgrenze. Der Nebenverdienst wird ihm also nicht auf sein Arbeitslosengeld angerechnet.

Leser-Kommentare
  1. Man hätte meiner Meinung nach ehrlicher sein müssen, man hat nicht die Arbeitslosenhilfe mit der Sozialhilfe "zusammengelegt" sondern die Arbeitslosenhilfe abgeschafft und durch eine etwas höhere Sozialhilfe abgeschafft. Ja, "Hartz 4" ist zwar weniger Geld als viele über Arbeitslosenhilfe erhalten konnten, aber es ist _deutlich_ mehr als die alte Sozialhilfe.

    Davon abgesehen hat man aber nicht aus Jahrzehnten der Verwaltungspraxis der Sozialhilfe lernen wollen, denn wenn man Menschen so wenig Geld zum Existieren lässt dann kommt es auf jeden Euro an. Darum gab es in der alten Sozialhilfe ein eingespieltes System.

    Zum Beispiel gab es, das fand niemand "skandalös", je nach Wohnort unterschiedlich hohe Leistungssätze. Einfach weil die alltäglichen Lebenshaltungskosten sich zwischen Stadt und Land, Nord und Süd, stark unterscheiden. Es ist schlicht ungerecht dass ein berliner Leistungsempfänger mit einem "Bundessatz" mehr Kaufkraft hat als ein münchner Leistungsempfänger. Das Endresultat ist dass die sozial Schwachen mehr und mehr aus wohlhabenden Regionen fortziehen, so dass die Wohlhabenden unter sich sind und sich soziale Probleme umgekehrt anderswo anballen. Das wollte man verhindern!

    Ebenso gab es Extrazahlungen wenn die Waschmaschine der Familie kaputt ging. Das ist viel sinnvoller als irgendwelche Pauschalen in einen Regelsatz reinzurechnen. Denn so wird das Überleben zum "Glücksspiel" für die Betroffenen. Bedarfsgerechter und "ehrlicher" muss das ALGII werden.

  2. die ewige Kurverei um die Arbeitslosen macht mich krank.

    Menschenskind alle die Arbeit haben geben ein Stückchen ihres Arbeits - Kuchen ab. Ist doch im Zeitalter des Computers kein Verwaltungsproblem mehr. Aber oh weh, die Arbeit haben sind ja auch meistens Superegoisten. Besser auf die Harzler eindreschen als dazu ja zu sagen.------ der erste ist der Super Ego Außenminister W.

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    Beispiel: wenn die "Lohnzurückhaltung" endlich ein Ende fände und die Reallöhne wieder stiegen, was sie seit einem Jahrzehnt im Gegensatz zu anderen Ländern nicht mehr getan haben, dann haben die Leute mehr Kaufkraft. Wenn sich die Leute wieder mehr leisten können, zB öfter schön auswärts essen gehen, schaffen sie damit neue Beschäftigung.

    Das ist der "Aufwärtskreislauf" den wir im Übrigen in Gang setzen müssen, die Exportfixierung wurde zu einem Selbstzweck bei dem keiner mehr fragt "Und wenn wir 'Wettbewerbsfähigkeit' nur um den Preis der Selbstausbeutung steigern können welchen Sinn soll das dann haben?".

    Die Kuchentheorie von gewerkschaftlichen Idealisten mit wenig ökonomischer Grundbildung hat übrigens zu den Problemen beigetragen. Denn durch die massenhafte Frühverrentung von eigentlich gesunden und gut ausgebildeten erfahrenen Arbeitnehmern hat man der Wirtschaft zum einen wichtige Fachkräfte entzogen und zum anderen die Kosten der Sozialsysteme massiv erhöht. Moralisch haben sich Rentner das Anrecht auf ihre Altersbezüge erarbeitet, aber natürlich haben sie in keinen Spartopf "eingezahlt" sondern die Rente ihrer eigenen Eltern bezahlt. Jeder Renteneuro der heute ausgezahlt wird kommt ebenso vn den jetzt Erwerbstätigen wie die Kosten der Gesundheitsversorgung für Rentner (auch wenn Rentner immer stärker daran beteiligt werden, man ihnen also "Linke Tasche Rechte Tasche" wieder was wegnimmt). Das hat viele frühere Arbeitsplätze von Hilfsarbeitern unbezahlbr gemacht.

    Beispiel: wenn die "Lohnzurückhaltung" endlich ein Ende fände und die Reallöhne wieder stiegen, was sie seit einem Jahrzehnt im Gegensatz zu anderen Ländern nicht mehr getan haben, dann haben die Leute mehr Kaufkraft. Wenn sich die Leute wieder mehr leisten können, zB öfter schön auswärts essen gehen, schaffen sie damit neue Beschäftigung.

    Das ist der "Aufwärtskreislauf" den wir im Übrigen in Gang setzen müssen, die Exportfixierung wurde zu einem Selbstzweck bei dem keiner mehr fragt "Und wenn wir 'Wettbewerbsfähigkeit' nur um den Preis der Selbstausbeutung steigern können welchen Sinn soll das dann haben?".

    Die Kuchentheorie von gewerkschaftlichen Idealisten mit wenig ökonomischer Grundbildung hat übrigens zu den Problemen beigetragen. Denn durch die massenhafte Frühverrentung von eigentlich gesunden und gut ausgebildeten erfahrenen Arbeitnehmern hat man der Wirtschaft zum einen wichtige Fachkräfte entzogen und zum anderen die Kosten der Sozialsysteme massiv erhöht. Moralisch haben sich Rentner das Anrecht auf ihre Altersbezüge erarbeitet, aber natürlich haben sie in keinen Spartopf "eingezahlt" sondern die Rente ihrer eigenen Eltern bezahlt. Jeder Renteneuro der heute ausgezahlt wird kommt ebenso vn den jetzt Erwerbstätigen wie die Kosten der Gesundheitsversorgung für Rentner (auch wenn Rentner immer stärker daran beteiligt werden, man ihnen also "Linke Tasche Rechte Tasche" wieder was wegnimmt). Das hat viele frühere Arbeitsplätze von Hilfsarbeitern unbezahlbr gemacht.

  3. Beispiel: wenn die "Lohnzurückhaltung" endlich ein Ende fände und die Reallöhne wieder stiegen, was sie seit einem Jahrzehnt im Gegensatz zu anderen Ländern nicht mehr getan haben, dann haben die Leute mehr Kaufkraft. Wenn sich die Leute wieder mehr leisten können, zB öfter schön auswärts essen gehen, schaffen sie damit neue Beschäftigung.

    Das ist der "Aufwärtskreislauf" den wir im Übrigen in Gang setzen müssen, die Exportfixierung wurde zu einem Selbstzweck bei dem keiner mehr fragt "Und wenn wir 'Wettbewerbsfähigkeit' nur um den Preis der Selbstausbeutung steigern können welchen Sinn soll das dann haben?".

    Die Kuchentheorie von gewerkschaftlichen Idealisten mit wenig ökonomischer Grundbildung hat übrigens zu den Problemen beigetragen. Denn durch die massenhafte Frühverrentung von eigentlich gesunden und gut ausgebildeten erfahrenen Arbeitnehmern hat man der Wirtschaft zum einen wichtige Fachkräfte entzogen und zum anderen die Kosten der Sozialsysteme massiv erhöht. Moralisch haben sich Rentner das Anrecht auf ihre Altersbezüge erarbeitet, aber natürlich haben sie in keinen Spartopf "eingezahlt" sondern die Rente ihrer eigenen Eltern bezahlt. Jeder Renteneuro der heute ausgezahlt wird kommt ebenso vn den jetzt Erwerbstätigen wie die Kosten der Gesundheitsversorgung für Rentner (auch wenn Rentner immer stärker daran beteiligt werden, man ihnen also "Linke Tasche Rechte Tasche" wieder was wegnimmt). Das hat viele frühere Arbeitsplätze von Hilfsarbeitern unbezahlbr gemacht.

  4. ja, ja dann holt man die die Bedenken aus der Tasche und wirft die Lösunges in den Abfalleimer der Idialisten.
    Aber andere Länder haben den Schritt gewagt und da gibt viel weniger Harzler.
    Na ja am deutschen Wesen ist nicht alles Klasse wie man u.a. am Bildungswesen sieht.

    • ovozim
    • 10.03.2010 um 22:05 Uhr

    hab ich mich gefragt, wenn sowieso jeder aus christlicher Nächstenliebe was kriegt, wieso dann die vielen Regeln und die teure Prüfung? Wenn die Leute fleißig sind, sollten wir ihnen Geld geben damit sie schnell wieder hoch kommen, wenn sie faul sind, sollten wir ihnen schnell Geld geben, damit sie uns in Ruhe lassen - und nicht auch noch die Löhne der Fleißigen drücken. Je mehr Faule umso besser, dann steigen die Löhne ^^

    • ovozim
    • 10.03.2010 um 22:09 Uhr

    Aus der internationalen Perspektive ist für Deutschland eine Lohnsteigerung aufgrund der extremen Exportlastigkeit (die ja den Sozialstaat mitfinanziert) unerwünscht. Leider würgt das den Binnenmarkt ab, weshalb die OECD bereits kritisch mit dem Finger zeigte.
    Die Bevölkerung badet die Exportgelüste von Rüstungs-, Pharma- und Autoindustrie aus, während der Maschinenbau Jahr für Jahr sogenannte Einkommensarbeit vernichtet. Wahsinn dass wir noch auf Einkommenssteuern als Steuerquelle setzen

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