Arbeitsrecht Was zu tun ist, wenn Ziele nicht erreichbar sind
Wenn sich die Arbeit so verändert, dass Zielvereinbarungen nicht mehr realistisch sind, hilft eine Anpassung. Was zu beachten ist, erklärt die Arbeitsrechtskolumne.
© Jan Huebner/Bongarts/Getty Images

In einigen Verträgen über Zielvereinbarungen gibt es Beispiele, unter denen eine Änderung möglich ist
Was kann ich tun, wenn ich mit meiner Zielvereinbarung nicht mehr einverstanden bin? Die Arbeit in meiner Abteilung hat sich aktuell so verändert, dass ich nämlich befürchte, die getroffenen Ziele nicht mehr einhalten zu können, fragt Harald Warber.
Sehr geehrter Herr Warber,
in der Regel gelten Zielvereinbarungen ein Jahr. Damit will der Arbeitgeber eine erfolgsabhängige Vergütung schaffen. Je länger der Berechnungszeitraum ist, umso weniger Flexibilität hat der Arbeitgeber vom Grundsatz her für die Anpassung des Zielvereinbarungssystems an die aktuelle Situation. Eine Anpassungspflicht innerhalb des vereinbarten Zeitraums existiert jedoch, wenn die Parteien einen Änderungsvorbehalt vereinbart haben. Dieser ermöglicht einfach eine Anpassung der Voraussetzungen, unter denen der Bonus gezahlt wird, an geänderte Umstände. Andernfalls würde es keinen Bonus geben. Prüfen Sie daher zunächst, ob Sie im Vertrag eine solche Klausel finden.
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Meist sind in dem Vertrag auch bereits sachliche Gründe als Beispiel benannt, die eine Veränderung ermöglichen.
Ob die Veränderungen in Ihrer Abteilung ausreichen, um Ihren Vorgesetzen von der Anpassung der Zielvereinbarung zu überzeugen, kann ich ohne nähere Informationen leider nicht beurteilen. Deshalb mein Rat an Sie: Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzen und schildern Sie ihm Ihre Befürchtungen. Sprechen Sie sachlich und machen Sie Ihrem Chef vielleicht bereits einen Vorschlag. So kann er anschließend in Ruhe entscheiden, ob er mit einer Anpassung einverstanden ist.
Ihr Ulf Weigelt
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- Datum 05.05.2010 - 10:13 Uhr
- Serie Fragen zum Arbeitsrecht
- Quelle ZEIT ONLINE
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... viel Glück. Solange es nur um den Bonus geht, wird die Welt ja nicht untergehen. Problematisch sind solche "Vereinbarungen" (die idR von oben diktiert werden) doch ohnehin nur, wenn ein konkreter firmenwichtiger Kundenvertrag dranhängt (Strafzahlungen usw.) oder der Chef einen Grund zum mobben oder für die nächste Nullrunde braucht. In beiden Fällen wird man mit nachverhandeln kaum Erfolg haben.
Das Bonus-Gedöns hab ich selbst schon miterlebt. Die Zielsetzung war so unrealisitsch wie generell die Zeitplanung vom Chef. Kein einziger Mitarbeiter hat das ernst genommen. Zu Ablauf der Frist, als das offensichtlich wurde, hat nichtmal mehr der Chef davon geredet. War vermutlich nur der Versuch unbezahlte Überstunden rauszupressen. Ist in diesem Fall fehlgeschlagen.
Z. B. so etwas wie: Im nächsten Jahr 15% mehr Hüftprothesen, dafür aber 10% weniger Knieprothesen und das bitte mit einer Assitentenstelle weniger.
Gibt es so etwas? Aber selbstverständlich.
Und solche Vereinbarungen: KKKK-Patienten bekommen innerhalb von 3 Tagen einen Termin in der Ambulanz, in der alle anderen Patienten 3 Monate warten müssen.
Gibt es so etwas? Aber selbstverständlich.
Daas sind noch witzigere Zielvereinbarungen, als die oben im Artikel angesprochenen.
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