Bri Jender, 33, arbeitet als Programmierer für ein indisches IT-Unternehmen:

"Ich bekomme immer wieder neue Jobangebote. Ich habe Informatik in Bangalore studiert. Das Studium war hart. Man muss sehr viel lernen. Manchmal kam ich mir wie ein Affe vor, der darin trainiert wird, Computerprogramme zu bedienen. Aber Affen können natürlich nicht die intellektuelle Leistung erbringen. Vielleicht sind wir indischen IT-Fachkräfte ein wenig wie trainierte Super-Affen, schnell, gut und billig.

Schwierigkeiten bei der Jobsuche gibt es hierzulande jedenfalls nicht. Natürlich ist die erste Stelle nach dem Studium noch nicht so gut bezahlt, aber mit der Berufserfahrung wird es besser. Das Einkommen ist allerdings abhängig von der Spezialisierung. Man darf auch nicht den Anschluss verlieren und muss sich ständig fortbilden. Aber das ist wohl in jedem hoch spezialisierten Job der Fall.

Ich habe bisher dreimal den Job gewechselt. Zwei Jahre lang war ich als Programmierer in Bangalore bei einem amerikanischen Unternehmen. Das war ein Einsteigerjob. Dann wurde ich von einer anderen Firma abgeworben, wo ich etwas mehr Verantwortung hatte. Bei diesem Unternehmen war ich drei Jahre lang. Mittlerweile arbeite ich bei einer indischen Firma, die moderate Arbeitszeiten hat. Wochenendeinsätze und Nachtschichten kommen nur im Ausnahmefall vor. Neben der Arbeit sollte es aber auch ein Privatleben geben. Mir ist meine Familie sehr wichtig. Indien für einen Job im Ausland zu verlassen, käme für mich nie infrage."