Frauenquote Vorerst keine Männerdämmerung

Eine gesetzliche Berichtspflicht zur Frauenquote in Unternehmen ist löblich, aber viel zu wenig. Mehr zu fordern, wäre eine Kampfansage. Ein Kommentar

Ausnahmefall Frau: Auch bei einer Quote von 20 Prozent wären die Männer deutlich in der Überzahl

Ausnahmefall Frau: Auch bei einer Quote von 20 Prozent wären die Männer deutlich in der Überzahl

Keine Angst, liebe Männer. Noch ist die Männerdämmerung nicht angebrochen. Das, was Familienministerin Kristina Schröder (CDU) im Interview mit dem Handelsblatt gesagt hat, ist wenig neu. Ein Anteil von 20 Prozent Frauen auf Aufsichtsrats- und Vorstandsposten bis 2015 hält sie für möglich. Ähnlich hatte sich schon ihre Vorgängerin, Ursula von der Leyen (CDU), im vergangenen Jahr geäußert. Schröder geht nur einen kleinen Schritt weiter. Sie muss das, immerhin will sie sich in ihrem Amt profilieren und die Wählerinnen ansprechen, die sich auch für Ursula von der Leyen und Angela Merkel begeistern, weil sie karriereambitioniert und erfolgreich sind und so oder so an der gläsernen Decke rütteln würden. Für Schröder ist es zudem leicht, den bereits beschrittenen Weg der Vorgängerin weiter zu gehen. Eine Autobahn, auf der die Frauen die Männer überholen können, wird daraus so schnell jedoch nicht.

Aber immerhin spricht Schröder ganz öffentlich von einer festen Quote, die noch vor einem halben Jahr verpönt war. Und sie nennt eine Zahl: 20 Prozent. Ein Fünftel. Das tut niemandem weh. Doch sie will die Quote vorerst nicht in ein Gesetz gießen. Schröder will lediglich eine gesetzliche Berichtspflicht für Unternehmen einführen. Indes liegt in der Sprache der Ministerin eine klare Ansage. Sie könne sich nur so lange gegen eine Quote aussprechen, so lange sich etwas tue, sagt sie. Dies sei aktuell der Fall, wie im März zuletzt das Beispiel der Telekom zeigte, die eine 30-Prozent-Frauenquote bis 2015 erreichen will. Nicht länger ist auch allein von börsennotierten Konzernen die Rede. Große Firmen könnten über das Handelsgesetzbuch erreicht werden, überlegt die Ministerin. Und nicht nur sie allein. Erstmals ist auch das Justizministerium involviert. Das ist in der Tat ganz neu.

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Warum aber jetzt? Punkt eins: In Kürze wird die Corporate Governance Kommission ihre Arbeitsschwerpunkte der Öffentlichkeit vorstellen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sie die Frauenförderung stärker ins Zentrum rücken wird. Bislang war im Corporate Governance Kodex, der nur für börsennotierte Unternehmen gilt, von Vielfalt, nicht aber explizit von Frauenförderung die Rede. Nun aber ist der Druck, den Lobbyverbände wie FidAr (Frauen in die Aufsichtsräte) ausgeübt haben, groß genug geworden.

Flankiert wird er durch die Wirtschaftskrise, in der Konzerne ihr Führungspersonal austauschen und gerne mal etwas anderes probieren. Frauen zum Beispiel. Auch nicht vergessen werden darf, dass die gut ausgebildeten jungen Frauen ihren Teil vom Kuchen fordern und das heißt auch die Hälfte der Posten in den Kontrollgremien der Wirtschaft. Gender Mainstreaming gehört eben zum guten Ton.

Das alles zusammen erklärt, warum die Frauenquote in der Wirtschaft jetzt auf die politische Agenda kommt.

Leser-Kommentare
  1. Sehr geehrte Frau Groll,

    Wenn Ihnen schon der untendenziöse Journalismus nicht am Herzen liegt, dann nehmen Sie BITTE zumindest Rücksicht auf die deutsche Sprache!

    Mit gequält freundlichen Grüßen.

  2. Verzichten Sie auf frauenfeindliche Kommentare. Die Redaktion / mh

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    Wie koennen Sie nur schreiben, dass Frauen die berufliche Eigeninitiative ergreifen sollten, anstatt sich fuer eine Quote einzusetzen? Ist doch klar, dass ein solcher Kommentar frauenfeindlich ist und umgehend geloescht wird, selbst dann, wenn er in sachlichem Tonfall gehalten ist.

    Wie koennen Sie nur schreiben, dass Frauen die berufliche Eigeninitiative ergreifen sollten, anstatt sich fuer eine Quote einzusetzen? Ist doch klar, dass ein solcher Kommentar frauenfeindlich ist und umgehend geloescht wird, selbst dann, wenn er in sachlichem Tonfall gehalten ist.

  3. Wie koennen Sie nur schreiben, dass Frauen die berufliche Eigeninitiative ergreifen sollten, anstatt sich fuer eine Quote einzusetzen? Ist doch klar, dass ein solcher Kommentar frauenfeindlich ist und umgehend geloescht wird, selbst dann, wenn er in sachlichem Tonfall gehalten ist.

    Antwort auf "[entfernt]"
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    ... da ist Kritik an der ehrenwerten Frau Groll doch tatsächlich "frauenfeindlich".

    Dennoch bin ich von der Reaktion begeistert, zeigt sie doch die eigentlichen Befindlichkeiten ganz klar auf.

    ... da ist Kritik an der ehrenwerten Frau Groll doch tatsächlich "frauenfeindlich".

    Dennoch bin ich von der Reaktion begeistert, zeigt sie doch die eigentlichen Befindlichkeiten ganz klar auf.

  4. ... da ist Kritik an der ehrenwerten Frau Groll doch tatsächlich "frauenfeindlich".

    Dennoch bin ich von der Reaktion begeistert, zeigt sie doch die eigentlichen Befindlichkeiten ganz klar auf.

    Eine Leser-Empfehlung
  5. Zum Beitrag mal ein kleiner Kontrast:

    http://www.faz.net/s/RubC...

    Ich habe nichts gegen Frauen in Führungspositionen. Allerdings habe ich generell Bedenken gegen Quoten. Und sicher gibt auch ausreichend "schlechtes" männliches Führungspersonal, aber bei der Finanzexpertin Frau Dr. Koch-Mehrin (bei Plassberg) z.B. habe ich doch gleich an Quote gedacht.........

    Und wenn wir schon bei Quoten sind. Dann sollten wir für weitere "benachteiligte" Gruppen auch solche einführen. Zum Beispiel für ältere Arbeitnehmer/innen und besonders für Bewerber mit Migrationshintergrund. In unserer Tageszeitung stand zum Beispiel vor einigen Tagen bei einer Stellenanzeige aus dem öffentlichem Bereich. Bewerber mit Migrationshintergrund werden besonders aufgeforderd sich zu bewerben, bzw. sind sehr willkommen. Von daher bräuchten wir viele Quoten........

  6. Als einer, der in einer Branche mit wenigen Frauen arbeitet, nämlich der Chemieindustrie, tue ich mich mit Quotenregelungen schwer. Wann immer möglich fördere und förderte ich Frauen. Doch einfach stur 20% Frauenquote einführen zu wollen, macht keinen Sinn. In einer Zeit, in der an Aufsichtsgremien (im Finanzsektor wie der Industrie) immer höhere Ansprüche gestellt werden, kann es nicht sein, dass deren Zusammensetzung durch Quoten geregelt wird.
    Und ich glaube auch nicht, dass Frauen diese Art von Förderung heute noch nötig haben. Die hochqualifizierte, selbstbewusste Frau von heute ist nicht mehr darauf angewiesen, als Quotenfrau angestellt zu werden. Sie macht ihren Weg selbst.
    Selbst an konservativen Wirtschaftsunis haben die Frauen heute einen Anteil von 30%. Auch wenn weniger von ihnen eine Karriere anstreben, als dies bei den Männern der Fall ist, so werden in ein paar Jahren wohl um die 20% der Führungspositionen in der Wirtschaft von Frauen besetzt sein.

    PS: Ich habe noch kurz den Kommentar Nr. 2 gelesen, bevor er entfernt wurde. Liebe Redaktion, so frauenfeindlich fand ich den nun nicht, dass er entfernt werden musste.

  7. Es wird bei dieser Art von politischen Initiativen und den entsprechenden journalistischen Beiträgen zumindest unterschwellig der Eindruck erweckt, als ob sich die böse Männerwelt gegen die Frauen verschworen habe, um sie ja nicht "hochkommen" zu lassen.

    Weit gefehlt:
    Ich war in mehreren Unternehmen verschiedener Branchen tätig und hatte auch Einfluß oder zumindest Einblicke in die Besetzung von Führungspositionen. Es hat nie- ich betone nie- Entscheidungen gegen Kandidaten gegeben nur weil sie weiblich waren. In einigen Fällen wurden sogar gezielt weibliche Mitarbeiter angesprochen, ob sie Interesse an einer bestimmten Führungsposition hätten. Sie lehnten ab - Argumente: Mann verdiene eh genug, keine Lust auf zuviel Streß.
    Das sind natürlich nur meine eigenen Erfahrungen die ich nicht verallgemeinern will.

    Ein wichtigerer Grund aber warum es an Frauen in Führungspositione fehlt ist, dass sie keine Nezwerke bilden.
    Nun ist ein Netzwerk nichts verschwörerisches sondern meist zunächst mal nur ein "Haufen" guter Kumpels, kennengelernt an der Uni oder im Beruf.
    Diese Netzwerke entstehen auch meist nicht geplant sondern aufgrund von gegenseitiger Sympathie. Na ja und wenn man dann einen guten Prokuristen sucht, denkt man halt erst mal an Kumpel Karl. Das ist völlig meschlich. Frauen neigen aber untereinander und auch in Bezug auf Männer, soviel ich bisher beobachten konnte, nicht zur "Kumpanei", daher werden sie wohl oft schlicht "vergessen", ohne "böse Absicht".

    • M.M.
    • 14.06.2010 um 16:29 Uhr

    Frauen sind meiner Meinung nach durchaus in der Lage auf Quoten zu verzichten. Ich glaube weiterhin, dass sie auch nicht von Männerseilschaften benachteiligt werden.

    [...]

    Gekürzt. Bitte sehen sie von der einseitigen Stereotypisierung der Frau ab, da diese einer Diskussionsgrundlage entbehrt. Danke. Die Redaktion/is /em>

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    Wie, Frauen können fies sein?
    Redaktion, löschen Sie das, das ist ja frauenfeindlich.

    Während es natürlich völlig o.k. ist, Männer als Brutal und macho-machtstrebenmäßig zu bezeichnen.

    Im Übrigen: Ein typischer Tina Groll Artikel. Viel Meinung, viel Tendenz, viel Beeinflussung, wenig Sachlichkeit.

    Wie, Frauen können fies sein?
    Redaktion, löschen Sie das, das ist ja frauenfeindlich.

    Während es natürlich völlig o.k. ist, Männer als Brutal und macho-machtstrebenmäßig zu bezeichnen.

    Im Übrigen: Ein typischer Tina Groll Artikel. Viel Meinung, viel Tendenz, viel Beeinflussung, wenig Sachlichkeit.

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