Frauenquote Vorerst keine Männerdämmerung
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Im Trippelschritt zur Gleichstellung

Noch ist aber unklar, ob die Deutsche Telekom ihre Vorreiterrolle auch wahrnimmt und das gesetzte Ziel auch umsetzt oder ob es nicht doch als schnöde PR-Maßnahme wieder im Nirwana verschwindet. Es ist zudem fraglich, ob die gesetzliche Berichtspflicht wirklich die Wirkung erzielen wird, die sich die Ministerin erhofft. Wie ein Damoklesschwert hänge eine gesetzliche Quote über der Wirtschaft. Aber wurde dies nicht schon von der freiwilligen Selbstverpflichtung vermutet? Sie hatte nichts gebracht. Der Frauenanteil stagniert seit Jahrzehnten bei mickrigen zehn Prozent. Was geschieht, wenn eine Firma nicht sagt, wie viele Positionen in ihren Kontrollgremien mit Frauen besetzt sind? "Breitere Berichts- und Transparenzpflichten können Öffentlichkeit herstellen und Debatten auslösen", sagt die Ministerin. Ach so.

Davor werden sich die Konzerne sicherlich wahnsinnig fürchten. Vielleicht eignet sich die 20-Prozent-Quote auch zu schönen PR-Maßnahmen. Welcher Konzern wird sich nicht gerne als besonders frauen- und familienfreundlich deklarieren und zwei, drei Quotenfrauen in seinen Gremien installieren? Das lässt sich schick vermarkten, zieht vielleicht sogar interessante potenzielle Mitarbeiterinnen an und befriedet nörgelnde GleichstellungsverfechterInnen. Man(n) tut doch was.

Ein wenig kommt der Eindruck auf, die CDU halte es ähnlich mit ihrer Frauen- und Familienpolitik, die asymmetrisch im Spektrum der karriereambitionierten Grünen- und FDP-Wählerinnen gräbt.

Dass nicht wirklich ein Sinneswandel dahinter steckt, verraten die Einschränkungen, die Schröder macht. Die Regelung eigne sich schließlich nicht für jede Branche, sagt sie. "Denn es gibt nun mal Unternehmen etwa in der Stahlindustrie, die selbst bei bestem Willen noch lange nicht genug Frauen finden." Und dann kommt es noch dicker: Die Unehrlichkeit der Frauen ärgere die Ministerin: "Viele Frauen wollen sich den 60- bis 80-Stunden-Mörderjob in einem Vorstand nicht antun."

Oh bitte! Was für geschlechtsspezifische Stereotypen! Es gibt einfach keine Frauen und wenn, dann wollen sie es nicht machen? Die Familienministerin, selbst in einem 60-bis 80-Stunden-Mörderjob, bedient Klischee-Erklärungen im Sinne der weiblichen Selbstverhinderung, statt klar zu benennen: mehr wäre politisch einfach nicht drin. Mehr lassen sich die Unternehmen nicht abringen und die konservativen Kräfte in der Union erst Recht nicht.

Mehr zu fordern, würde auch bedeuten, Diskussionen mit den Ewiggestrigen heraufzubeschwören. Und dazu hat keine(r) Lust. Immerhin. Wir werden uns also mit den Trippelschrittchen Richtung Gleichstellung abfinden müssen. Gut Ding braucht Weile. Erst die gesetzliche Berichtspflicht, dann vielleicht eine 20-Prozent-Quote. Dem stünden immer noch 80 Prozent Männer entgegen. Eine Männerdämmerung sieht anders aus. Gleichberechtigung allerdings auch.

 
Leser-Kommentare
  1. Sehr geehrte Frau Groll,

    Wenn Ihnen schon der untendenziöse Journalismus nicht am Herzen liegt, dann nehmen Sie BITTE zumindest Rücksicht auf die deutsche Sprache!

    Mit gequält freundlichen Grüßen.

  2. Verzichten Sie auf frauenfeindliche Kommentare. Die Redaktion / mh

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    Wie koennen Sie nur schreiben, dass Frauen die berufliche Eigeninitiative ergreifen sollten, anstatt sich fuer eine Quote einzusetzen? Ist doch klar, dass ein solcher Kommentar frauenfeindlich ist und umgehend geloescht wird, selbst dann, wenn er in sachlichem Tonfall gehalten ist.

    Wie koennen Sie nur schreiben, dass Frauen die berufliche Eigeninitiative ergreifen sollten, anstatt sich fuer eine Quote einzusetzen? Ist doch klar, dass ein solcher Kommentar frauenfeindlich ist und umgehend geloescht wird, selbst dann, wenn er in sachlichem Tonfall gehalten ist.

  3. Wie koennen Sie nur schreiben, dass Frauen die berufliche Eigeninitiative ergreifen sollten, anstatt sich fuer eine Quote einzusetzen? Ist doch klar, dass ein solcher Kommentar frauenfeindlich ist und umgehend geloescht wird, selbst dann, wenn er in sachlichem Tonfall gehalten ist.

    Antwort auf "[entfernt]"
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    ... da ist Kritik an der ehrenwerten Frau Groll doch tatsächlich "frauenfeindlich".

    Dennoch bin ich von der Reaktion begeistert, zeigt sie doch die eigentlichen Befindlichkeiten ganz klar auf.

    ... da ist Kritik an der ehrenwerten Frau Groll doch tatsächlich "frauenfeindlich".

    Dennoch bin ich von der Reaktion begeistert, zeigt sie doch die eigentlichen Befindlichkeiten ganz klar auf.

  4. ... da ist Kritik an der ehrenwerten Frau Groll doch tatsächlich "frauenfeindlich".

    Dennoch bin ich von der Reaktion begeistert, zeigt sie doch die eigentlichen Befindlichkeiten ganz klar auf.

    Eine Leser-Empfehlung
  5. Zum Beitrag mal ein kleiner Kontrast:

    http://www.faz.net/s/RubC...

    Ich habe nichts gegen Frauen in Führungspositionen. Allerdings habe ich generell Bedenken gegen Quoten. Und sicher gibt auch ausreichend "schlechtes" männliches Führungspersonal, aber bei der Finanzexpertin Frau Dr. Koch-Mehrin (bei Plassberg) z.B. habe ich doch gleich an Quote gedacht.........

    Und wenn wir schon bei Quoten sind. Dann sollten wir für weitere "benachteiligte" Gruppen auch solche einführen. Zum Beispiel für ältere Arbeitnehmer/innen und besonders für Bewerber mit Migrationshintergrund. In unserer Tageszeitung stand zum Beispiel vor einigen Tagen bei einer Stellenanzeige aus dem öffentlichem Bereich. Bewerber mit Migrationshintergrund werden besonders aufgeforderd sich zu bewerben, bzw. sind sehr willkommen. Von daher bräuchten wir viele Quoten........

  6. Als einer, der in einer Branche mit wenigen Frauen arbeitet, nämlich der Chemieindustrie, tue ich mich mit Quotenregelungen schwer. Wann immer möglich fördere und förderte ich Frauen. Doch einfach stur 20% Frauenquote einführen zu wollen, macht keinen Sinn. In einer Zeit, in der an Aufsichtsgremien (im Finanzsektor wie der Industrie) immer höhere Ansprüche gestellt werden, kann es nicht sein, dass deren Zusammensetzung durch Quoten geregelt wird.
    Und ich glaube auch nicht, dass Frauen diese Art von Förderung heute noch nötig haben. Die hochqualifizierte, selbstbewusste Frau von heute ist nicht mehr darauf angewiesen, als Quotenfrau angestellt zu werden. Sie macht ihren Weg selbst.
    Selbst an konservativen Wirtschaftsunis haben die Frauen heute einen Anteil von 30%. Auch wenn weniger von ihnen eine Karriere anstreben, als dies bei den Männern der Fall ist, so werden in ein paar Jahren wohl um die 20% der Führungspositionen in der Wirtschaft von Frauen besetzt sein.

    PS: Ich habe noch kurz den Kommentar Nr. 2 gelesen, bevor er entfernt wurde. Liebe Redaktion, so frauenfeindlich fand ich den nun nicht, dass er entfernt werden musste.

  7. Es wird bei dieser Art von politischen Initiativen und den entsprechenden journalistischen Beiträgen zumindest unterschwellig der Eindruck erweckt, als ob sich die böse Männerwelt gegen die Frauen verschworen habe, um sie ja nicht "hochkommen" zu lassen.

    Weit gefehlt:
    Ich war in mehreren Unternehmen verschiedener Branchen tätig und hatte auch Einfluß oder zumindest Einblicke in die Besetzung von Führungspositionen. Es hat nie- ich betone nie- Entscheidungen gegen Kandidaten gegeben nur weil sie weiblich waren. In einigen Fällen wurden sogar gezielt weibliche Mitarbeiter angesprochen, ob sie Interesse an einer bestimmten Führungsposition hätten. Sie lehnten ab - Argumente: Mann verdiene eh genug, keine Lust auf zuviel Streß.
    Das sind natürlich nur meine eigenen Erfahrungen die ich nicht verallgemeinern will.

    Ein wichtigerer Grund aber warum es an Frauen in Führungspositione fehlt ist, dass sie keine Nezwerke bilden.
    Nun ist ein Netzwerk nichts verschwörerisches sondern meist zunächst mal nur ein "Haufen" guter Kumpels, kennengelernt an der Uni oder im Beruf.
    Diese Netzwerke entstehen auch meist nicht geplant sondern aufgrund von gegenseitiger Sympathie. Na ja und wenn man dann einen guten Prokuristen sucht, denkt man halt erst mal an Kumpel Karl. Das ist völlig meschlich. Frauen neigen aber untereinander und auch in Bezug auf Männer, soviel ich bisher beobachten konnte, nicht zur "Kumpanei", daher werden sie wohl oft schlicht "vergessen", ohne "böse Absicht".

    • M.M.
    • 14.06.2010 um 16:29 Uhr

    Frauen sind meiner Meinung nach durchaus in der Lage auf Quoten zu verzichten. Ich glaube weiterhin, dass sie auch nicht von Männerseilschaften benachteiligt werden.

    [...]

    Gekürzt. Bitte sehen sie von der einseitigen Stereotypisierung der Frau ab, da diese einer Diskussionsgrundlage entbehrt. Danke. Die Redaktion/is /em>

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    Wie, Frauen können fies sein?
    Redaktion, löschen Sie das, das ist ja frauenfeindlich.

    Während es natürlich völlig o.k. ist, Männer als Brutal und macho-machtstrebenmäßig zu bezeichnen.

    Im Übrigen: Ein typischer Tina Groll Artikel. Viel Meinung, viel Tendenz, viel Beeinflussung, wenig Sachlichkeit.

    Wie, Frauen können fies sein?
    Redaktion, löschen Sie das, das ist ja frauenfeindlich.

    Während es natürlich völlig o.k. ist, Männer als Brutal und macho-machtstrebenmäßig zu bezeichnen.

    Im Übrigen: Ein typischer Tina Groll Artikel. Viel Meinung, viel Tendenz, viel Beeinflussung, wenig Sachlichkeit.

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