Strandurlauber genießen den Sonnenuntergang © Stephane de Sakutin/AFP/Getty Images

Ich war bisher der einzige "Single-Mitarbeiter" in meiner Abteilung und habe meinen Urlaub immer im Frühling oder Herbst/Winter gemacht, um meinen Kollegen mit Familie den Urlaub in der Ferienzeit zu ermöglichen. Nun habe ich aber eine Freundin mit Kind und möchte dieses Jahr ebenfalls in der Ferienzeit meinen Sommerurlaub machen. Jetzt bestehen aber meine Kollegen auf ihre "angestammten Rechte". Was kann ich tun?, fragt Guido Lemke

Sehr geehrter Herr Lemke,

bei der Bewilligung von Urlaub muss Ihr Arbeitgeber betriebliche und soziale Belange sowie Urlaubswünsche aller Arbeitnehmer gegeneinander abwägen. Ihren Urlaubswunsch können vor allem aber NICHT Ihre Kollegen ablehnen, sondern nur Ihr Arbeitgeber .

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Wären Sie als neuer Mitarbeiter ins Unternehmen gekommen und würden zur gleichen Zeit Ihren Sommerurlaub nehmen wollen wie die Kollegen, dürften Sie als "Neuling" eher nicht zum Zug kommen. Die Geschäftsleitung und die Kollegen könnten von Ihnen eine gewisse Flexibilität erwarten.

Da Sie nun aber kein neuer Kollege sind und bisher immer "zurückgesteckt" haben, muss Ihr Chef nun überprüfen, wer in diesem Jahr bereits Urlaub hatte. Vorrang hat derjenige, für den es um den ersten Urlaubsanspruch in diesem Jahr geht. Außerdem sollten in die Überlegungen das Alter und ein eventuell damit verbundenes Erholungsbedürfnis oder Kinder mit Ferien mit einbezogen werden.

Lehnt Ihr Chef nun Ihren Urlaubsantrag ab, können Sie – sofern vorhanden – sich beim Betriebsrat beschweren, denn dieser hat bei der Aufstellung von Urlaubsplänen und bei der Aufstellung allgemeiner Urlaubsgrundsätze mitzubestimmen. Das Mitbestimmungsrecht bezieht sich allerdings auf kollektive Sachverhalte, so beispielsweise auf die Einführung von Betriebsferien für alle Arbeitnehmer in einem bestimmten Zeitraum, es bezieht sich aber nicht auf die Dauer des Urlaubs. Sie können auch gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen. Selbstverständlich haben Sie aber kein Recht, ohne eine Genehmigung in den Urlaub zu fahren. Dann droht Ihnen eine Abmahnung und im Wiederholungsfall die Kündigung.

Ihr Ulf Weigelt

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