Vom Praktikanten zum Verkaufsleiter
Auf den Nachwuchs hat man es bei Lidl abgesehen. Der mehrfach in die Kritik geratene Discounter kooperiert ebenfalls mit Hochschulen. Der Konzern bietet den Hochschulen Lagerexkursionen, Experten für Podiumsdiskussionen und Fachvorträge sowie Projektarbeiten an, bei denen die Studenten von Mitarbeitern des Unternehmens betreut werden.
Mit einigen Lehrstühlen hat Lidl individuelle Kooperationen. Bei der ESB Business School der Hochschule Reutlingen beispielsweise entscheidet der Konzern bei der Auswahl der Studienplatzbewerber mit. Dafür stellt das Unternehmen den Studenten Praktikumsplätze bereit und betreut die Abschlussarbeiten. Auf diese Weise möchte der Konzern künftige Mitarbeiter rekrutieren.
Für seine eigenen Auszubildenden bietet der Discounter ein duales Studium zum Bachelor of Arts mit der Fachrichtung Handel an: Die Ausbildung dauert drei Jahre und erfolgt zum Teil im Unternehmen und zum Teil an einer Berufsakademie, an der die Auszubildenden BWL studieren. Mitarbeiter ohne Abitur bildet Lidl zum Handelsfachwirt aus. Hinterher sollen die Mitarbeiter in der Firmenhierarchie aufrücken.
Mit Hochschulen arbeitet auch Aldi Süd zusammen. Mitarbeiter der Unternehmensleitung halten beispielsweise Vorträge an Universitäten.
Und der Konzern macht Werbung: Der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Fachhochschule Würzburg sponserte Aldi Süd den Hörsaal. Der Discounter bezahlte die komplette Ausstattung, seither heißt der Saal Aldi-Süd-Hörsaal. Auch die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät Ingolstadt (WFI) der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt kooperiert mit Aldi Süd. Und welche Wirkung hat die Zusammenarbeit auf die Studierenden?
Michael Weber, der seinen richtigen Namen nicht online lesen will, hat über die Kooperation sein erstes Praktikum bei Aldi bekommen, später arbeitete er als Werkstudent für den Discounter. Heute ist der 29-Jährige regionaler Verkaufsleiter – die gängigste Position für Hochschulabsolventen, wie er selbst sagt.
- Datum 21.07.2010 - 14:58 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Wenn ich bei Lidl an der Kasse stehe, sehe ich hinter der Kasse das plakatierte Plastiklächeln zweier mäppchenhaltend-fröhlichen Jugendlichen, die suggerieren ihren Lebenstraum wahr zu machen und frage mich wo nur dieses Lächeln der schnaufenden Verkäuferin verlorengegangen ist.
Vielleicht beim dreibeinigen Spagat zwischen dem Regaleinräumen, dem Fußbodenwischen und der Kasse?
Also ich würde sagen, da hat sich jemand schlecht umgehört.. Für Lidl und Co mag das stimmen (zumal sie ja durch Bespitzelungsskandale negati in die Schlagzeilen gekommen sind) aber Aldi ist schon länger ein Arbeitgeber mit einem ausgezeichneten Ruf. Erstens zahlt Aldi überdurchschnittlich gut und schlechtes über das Arbeitsklima habe ich bis jetzt auch nicht gehört.. Die von Aldi zugesicherten Einstiegsgehälter sind allerdings fast doppelt so hoch wie woanders. Ich kann das nur von meiner Uni weitergeben wo Aldi von Anfang an sogar bei sehr vielen das Studienziel war (also frei nach dem Motto "Ich strenge mich an, vielleicht komme ich dann sogar zu Aldi"). Leider haben sie eben nicht wie im Artikel beschrieben ein Problem mit mangelnden Bewerbungen und können es sich so leisten nur Absolventen mit Bestnoten auszuwählen.
Als Aldi-Führungskraft sind Sie meiner Meinung nach u.a. dafür verantwortlich, dass
- das Personal in den Filialen mit einem bestimmten Arbeitszeit mehr leistet, als in dieser Zeit möglich ist. Zum einen müssen alle Mitarbeiter also schnell arbeiten, zum anderen sind Überstunden nötig, die nicht aufgeschrieben und vergolten werden. Solche Überstunden finden in den Arbeitsverträgen des Verkaufspersonals keine Erwähnung, es gibt also keine Rechtsgrundlage dafür.
- kein Betriebsrat neu gegründet wird. Bestehende Betriebsräte sind eine Ausnahme. Hier ist es hilfreich, im Vorfeld dafür zu sorgen, dass es unter dem Personal einer Filiale keine allzu starken Bindungen gibt. Und dafür, dass sich niemand traut.
- Krankmeldungen sehr selten eingereicht werden.
Ob jemand vielleicht doch noch arbeitsfähig ist, ist oft Auslegungssache. Wenn (z.B. während einer Rezession) die Menschen besonders viel Angst haben, dann ist auch die Krankenrate niedrig.
-Was ist, wenn durch Krankheit oder Alter geschwächte Mitarbeiter die geforderte Leistung nicht mehr erbringen können? Wer alt oder krank ist, kann in Deutschland in der Regel nicht den Job wechseln, Hartz 4 droht. Diese Mitarbeiter klammern sich also an ihren Job, machen aber einen höheren Personaleinsatz nötig.
Wie muss Ihr Führungsstil aussehen, wenn sie diese Anforderungen erfüllen müssen? Haben Sie Mitgefühl mit anderen Menschen?
Delena schreibt, Aldi hätte als Arbeitgeber einen ausgezeichneten Ruf. Ich habe öfters gelesen, dass Experten sagen, Aldi sei kaum besser als Lidl.
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