Berufseinsteiger haben besonders unter der Wirtschaftskrise gelitten. Die Arbeitslosigkeit bei den jungen Erwachsenen zwischen 15 und 25 Jahren ist seit Krisenbeginn dreimal so stark gestiegen wie in allen anderen Altersgruppen, teilt die Hans-Böckler-Stiftung mit. Zudem fänden junge Menschen immer seltener einen regulären Arbeitsplatz. Knapp 40 Prozent der Berufseinsteiger arbeiten zunächst als Leiharbeiter, Teilzeitkraft oder auf einer befristeten Stelle .

Der Anteil junger Erwachsener in solchen Arbeitsverhältnissen habe sich in den Jahren von 1997 bis 2007 mehr als verdoppelt. Die gewerkschaftsnahe Stiftung beruft sich auf eine Studie der Hochschule Niederrhein, in der die Arbeitsverhältnisse junger Erwachsener untersucht wurden.

Seit der Wirtschaftskrise ist besonders der Anteil befristeter Stellen stark gewachsen – vor allem in Großunternehmen, teilt die Böckler-Stiftung mit. Nur gut ein Viertel der Jugendlichen bekomme nach einem befristeten Job auch eine reguläre Stelle. Schon vor dem Berufseinstieg leisten viele Jugendliche Praktika, für die es oft kein oder nur sehr wenig Geld gibt, erklärt die Stiftung.

Unter den Leiharbeitern machen Erwachsene unter 35 Jahren mittlerweile mehr als die Hälfte aus. Fast 40 Prozent der Arbeitnehmer unter 30 Jahren, die 2007 noch eine Vollzeitstelle hatten, sind nach Angaben der Böckler-Stiftung mittlerweile bei einer Zeitarbeitsfirma beschäftigt.

Die unsicheren Arbeitsverhältnisse sind laut Böckler-Stiftung mit erheblichen Problemen für die Jungen verbunden. So fühlen sich Zeitarbeiter in Unternehmen oft ausgegrenzt, an die sie ausgeliehen werden. Besonders groß sei der Druck bei Leiharbeitern, die überdurchschnittlich häufig unter psychischen Erkrankungen litten . "Die Erfahrung, nicht gebraucht zu werden, kann zu vermindertem Selbstvertrauen, zum Verlust sozialer Kontakte und sogar zu Depression führen", sagt der Psychologe Thomas Langhoff, Professor an der Hochschule Niederrhein.

Im Jahr 2007 seien zudem zwei von fünf Auszubildenden nach Ende der Lehre nicht übernommen worden. Diese Quote dürfte sich nach Angaben der Stiftung in der Wirtschaftskrise noch einmal verschlechtert haben. Problematisch sei besonders, dass junge Erwachsene, die nicht übernommen werden, häufig in die Arbeitslosigkeit abrutschten, erklärt die Böckler-Stiftung.