Lehrstellenmarkt Mehr Ausbildungsplätze für Schulabgänger

Trotz der doppelten Abiturjahrgänge in Niedersachsen und Bayern sieht die Bundesregierung die Ausbildungslage positiv. Es gebe mehr Lehrstellen als im Vorjahr.

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt hat sich nach Einschätzung der Bundesregierung weiter verbessert. Bildungsministerin Annette Schavan zog am Mittwoch in ihrem vom Kabinett gebilligten Berufsbildungsbericht ein positives Fazit. Es gelte nun, besonders jene Jugendliche zu unterstützen, denen der Einstieg in Ausbildung schwerfalle, erklärte die Ministerin: "Wir müssen alle Potenziale nutzen, um den Fachkräftebedarf zu sichern." Die Arbeitgeber forderten eine stärkere Kooperation von Schulen und Unternehmen, um mehr junge Leute ausländischer Herkunft für eine Ausbildung zu gewinnen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte, allein 2010 seien über 320.000 Jugendliche "in den Warteschleifen und Ersatzmaßnahmen des sogenannten Übergangssystems" ohne Aussicht auf eine qualifizierte Ausbildung gelandet. Schavan hob hervor, dass die Zahl der Altbewerber – also Bewerber aus früheren Schulabgangsjahren – um ein Drittel gesunken sei. Auch die Zahl junger Menschen im Übergangssystem habe sich verringert. Handwerksverbands-Präsident Otto Kentzler erklärte, angesichts sinkender Schülerzahlen werde sich das Handwerk verstärkt auch um leistungsschwache Jugendliche bemühen, die beim Übergang von der Schule zur Ausbildung besondere Hilfe benötigten.

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Die im Bildungsbericht zugrunde gelegten Eckwerte für 2010 wurden bereits im Dezember vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) vorgelegt. Die Zahl der zwischen dem 1. Oktober 2009 und dem 30. September 2010 geschlossenen Ausbildungsverträge war zwar um 0,8 Prozent auf rund 560.000 gesunken. Die Zahl der betrieblichen Lehrstellen legte aber um 524 auf gut 519.000 zu.

Die Tendenz zu einem stärkeren Angebot betrieblicher Ausbildung könnte sich im laufenden Jahr fortsetzen. Dafür sprechen erste Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze übertrifft bisher deutlich das Vorjahresniveau. Für das im Herbst beginnende neue Ausbildungsjahr seien bis Ende März bereits 15 Prozent mehr betriebliche Lehrstellen angeboten worden als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Gründe dafür sieht die BA in der guten Konjunktur und im Interesse der Betriebe, sich den Fachkräftenachwuchs durch Ausbildung zu sichern.

Die Zahl der Ausbildungsbewerber hat sich laut BA im laufenden Jahr bisher nur geringfügig erhöht. Der Trend zu sinkenden Bewerberzahlen werde in diesem Jahr durch die Entlassung doppelter Abiturjahrgänge in Bayern und Niedersachsen sowie durch die Aussetzung der Wehrpflicht gebremst.

 
Leser-Kommentare
  1. die Verblödung der Öffentlichkeit durch die veröffentlichten Meinung.
    ©: http://www.nachdenkseiten...

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