Hausarbeit : Männer verrichten selten unbezahlte Arbeit

Hausarbeit bleibt Frauensache: An der Arbeitsverteilung zwischen den Geschlechtern ändert sich einer OECD-Studie zufolge wenig, obwohl immer mehr Frauen berufstätig sind.

An der traditionellen Arbeitsaufteilung zwischen den Geschlechtern ändert sich wenig – auch wenn deutlich mehr Frauen erwerbstätig sind. Die OECD-Studie Gesellschaft auf einen Blick stellt fest, dass Frauen in Deutschland immer noch deutlich mehr unbezahlte Arbeit als Männer verrichten. Der Unterschied zwischen Frauen und Männern mache hierzulande täglich mehr als hundert Minuten aus, stellte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrer am Dienstag vorgestellten Studie fest.

Etwa doppelt so viele Frauen wie Männer kochen und kümmern sich um die Kinder. Noch unbeliebter ist bei den Männern das Putzen: Bei dieser Tätigkeit ist das Verhältnis zwischen Männern und Frauen der Studie zufolge sogar eins zu drei.

Diese ungleiche Verteilung der unbezahlten Hausarbeit zwischen den Geschlechtern ist überdies kein deutsches Problem. Auch in anderen OECD-Ländern von Norwegen bis Italien, von Mexiko bis Japan verrichten Frauen deutlich häufiger als Männer die unbezahlten Arbeiten, obgleich auch in diesen Ländern die Erwerbsquote bei den Frauen gestiegen ist.

Ein Grund für die ungleiche Verteilung liegt jedoch bei dem vergleichsweise hohen Anteil von Frauen, die nur Teilzeit arbeiten. Einen Langzeittrend stellt die Studie dennoch fest: In den Ländern, in denen viele Frauen vollbeschäftigt seien, übernehmen Männer zusehends auch unbezahlte Arbeiten. Dennoch zeigt sich auch hier: Bei Paaren, die beide erwerbstätig sind, verrichten die Frauen trotzdem mehr unentgeltliche Haushaltstätigkeiten als die Männer.

Im Durchschnitt verbringt übrigens jeder OECD-Bürger fast dreieinhalb Stunden am Tag mit solchen Arbeiten wie Kochen, Putzen, Pflege von Angehörigen und Reparaturen. Die Deutschen liegen mit 3,6 Stunden täglich leicht über dem Schnitt.

Der wirtschaftliche Wert von unbezahlter Arbeit werde häufig nicht beachtet, wenn der Wohlstand einer Gesellschaft gemessen wird, weil sie nicht in die Berechnung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) einfließe, hob die OECD hervor. Schätzungen der Studie zufolge würde sich das BIP eines durchschnittlichen Mitgliedslandes um 30 bis 50 Prozent erhöhen, wenn unbezahlte Arbeit ein Teil der Rechnung wäre.

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Kommentare

24 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Diese Auswertung ist nicht sonderlich originell und jede/r,

die/der mit offenen Augen durch den Alltag geht, kann sehen, dass sich Männer gern um Belange rund ums Auto kümmern, Getränkekisten einholen und damit endet der Spass selbst bei denen mit vollzeit erwerbstätigen Frauen meist.

Schade, aber ich sehe wenig Beweglichkeit bei dieser Art des bequemen Alltags. Ohne Druck wird das nichts werden.

Das ist kein "Spass"

Wenn Sie glauben, dass es sich bei den genannten Tätigkeiten um "Spass" handelt, so können Sie das ja in Zukunft übernehmen -- und zwar bei ihrer ganzen Nachbarschaft. Viel Spass!
Und angesichts der Tatsache, dass Männer in Paarbeziehungen sowieso mehr arbeiten als Frauen (wenn man auch die Erwerbsarbeit hinzurechnet und sich bei der unbezahlten Arbeit nicht auf Kochen und Putzen beschränkt, siehe z.B. die Zeitverwendungsstudie des Stat. Bundesamts: http://www.bmfsfj.de/Reda...), sollte man sich fragen, wie man die Frauen zu mehr Arbeit zwingen kann. Denn ohne Druck ändert sich nichts. Hier bietet sich das Sorge-, Umgangs- und Unterhaltsrecht in natürlicher Weise an.