ZEIT ONLINE: Herr Rosenbrock, Sie haben die antifeministische Männerrechtsbewegung untersucht und sagen, die Bewegung ist gefährlich. Warum? 

Hinrich Rosenbrock: Weil einige Vertreter Journalistinnen und Bloggerinnen bedrohen, die über Feminismus und Gleichstellung schreiben. Und weil einige Aktivisten auch einen Schulterschluss zum Rechtsextremismus zeigen.

ZEIT ONLINE: Wer steckt hinter der Bewegung?

Rosenbrock: Zur antifeministischen Männerrechtsbewegung gehören Männer und Frauen, die sich für Männerrechte einsetzen, aber Gegner jeder Gleichstellungspolitik, des Feminismus und auch emanzipationsorientierter Männer sind. Sie fordern männliche Rechte, die gegenüber den Frauen verteidigt werden sollen. Aber das hat nichts mit Gleichstellung zu tun, Männerrechte als Menschenrechte stehen bei den Antifeministen nicht im Zentrum.

Die Bewegung ist sehr divers, es gibt unterschiedliche Strömungen. Einige vertreten rechtspopulistische, nationale und frauenfeindliche Einstellungen, manche sind homophob und äußern sich auch rassistisch. Ihnen gemein ist, dass sie den Feminismus als männerhassende Ideologie betrachten, die ganz Deutschland beherrscht. Für die Antifeministen sind Männer heute vor allem Opfer, die benachteiligt und untergebuttert werden. Sie vertreten die Ansicht einer kleinen Minderheit und zählen weniger als tausend Personen. Aber sie gehen lautstark und aggressiv vor.

ZEIT ONLINE: Wie zeigen sich die Überschneidungen zur rechten Szene?

Rosenbrock:  Einige Antifeministen verlinken in ihren Blogs oder Foren zu rechtsextremen Websiten wie free-gender.info, die sich gegen Gendermainstreaming wendet. Manche Anhänger publizieren auch in rechten Medien oder lassen sich von diesen interviewen.

ZEIT ONLINE: Wie ist die Bewegung organisiert?

Rosenbrock: Maßgeblich sind die beiden Vereine Agens und Manndat sowie das Internetforum wgvdl, was für "Wieviel Gleichberechtigung verträgt das Land?" steht. Darüber hinaus betreiben einzelne Anhänger Blogs, schreiben Bücher und stellen kleinere Plattformen zur Verfügung.

ZEIT ONLINE: Gehören auch Frauen der Bewegung an?

Rosenbrock:  Ja, nicht ganz zehn Prozent der Antifeministen sind Frauen. Das wgvdl-Forum wird beispielsweise von einer Frau mitbetrieben.