Deutsche Arbeitnehmer fühlen sich beruflich stärker unter Druck als Angestellte in anderen Ländern. Das stellt eine internationale Befragung des Bürodienstleisters Regus fest . Der Studie zufolge haben die Deutschen den Eindruck, Beruf und Privatleben nur schwer in Einklang bringen zu können. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, wegen hoher Arbeitsbelastung nicht ausreichend Zeit für die Familie und für sich selbst zu haben. In den Niederlanden dagegen finden zwei von drei Berufstätigen, dass ihnen die Balance gut gelingt. Auch die Arbeitnehmer in Mexiko , Brasilien und China haben den Eindruck, ein gutes Gleichgewicht zwischen Job und Privatleben zu finden.

Befragt wurden 16.000 Beschäftigte in 80 Ländern. Insgesamt kommt die Umfrage zu dem Ergebnis, dass die Zufriedenheit mit der Work-Life-Balance weltweit zugenommen hat. Regus hatte bereits 2010 eine internationale Studie durchgeführt. Hierzulande allerdings hat sich im internationalen Vergleich die Anzahl der Menschen, die mit ihrer beruflichen Situation unzufrieden sind , erhöht. 65 Prozent der Angestellten in Deutschland gaben an, aktuell mehr Zeit im Job zu verbringen als 2010. Dabei sind jedoch die regionalen Unterschiede recht groß: In Bayern und Hamburg sind die Menschen mit der Work-Life-Balance deutlich glücklicher als etwa in Baden-Württemberg . Allerdings sagten auch 64 Prozent der Befragten hierzulande, mehr Spaß an der Arbeit zu haben als noch vor zwei Jahren.

Diese Entwicklung sei zum Großteil auf die entspanntere Wirtschaftslage zurückzuführen, sagt der Geschäftsführer von Regus Deutschland, Michael Barth. "Unternehmen, die Toptalente anstellen und halten wollen, sollten angesichts des dynamischeren Arbeitsmarktes nicht ignorieren, welch hohen Einfluss das Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben bei der Auswahl der Arbeitsstelle hat."