BeschäftigungDer Krieg der Zukunft findet auf dem Arbeitsmarkt statt

Arbeitsplätze bedeuten Macht: Jim Clifton, Direktor des Forschungsinstituts Gallup, analysiert in einem Buch den weltweiten Jobmarkt – und fordert ein radikales Umdenken. von 

Cover von "Der Kampf um die Arbeitsplätze von morgen"

Cover von "Der Kampf um die Arbeitsplätze von morgen"  |  © Redline Verlag

"Der nächste Krieg, der uns bevorsteht, ist ein globaler Kampf um gute Arbeitsplätze. Wenn es den einzelnen Ländern nicht gelingt, Arbeitsplätze zu schaffen, brechen ihre Gesellschaftssysteme auseinander." Mit dieser These beginnt Jim Clifton, Chef des Gallup-Instituts , sein neues Buch Der Kampf um die Arbeitsplätze von morgen .

Die Analyse basiert auf einer Studie des Gallup-Instituts. Die Forscher des Meinungsforschungsinstitutes wollten wissen, was die Menschen auf der Welt denken und was sie wollen. Gallup erforscht seit mehr als 75 Jahren, wie sich die Beschäftigungs- und Wirtschaftsdaten auf die Ansichten und Meinungen der Bürger auswirken. Für die Studie befragte das Institut Menschen in 150 Ländern und wertete die Daten des jeweiligen Landes aus: in Ruanda , den USA , in Kasachstan und in  China . Die Forscher wollten wissen, wie wichtig den Menschen Sicherheit, eine gutes Gesundheitswesen oder eine gesunde Umwelt sind. Am Ende stand ein Ergebnis: In allen Ländern wünschen sich die Menschen vor allem gute Arbeitsplätze.

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Im globalen Wettbewerb konkurrieren Menschen mittlerweile auf der ganzen Welt um Jobs – und Unternehmen darum, die Besten von ihnen für sich zu rekrutieren. Der Aufstieg Chinas, die Finanzkrise und der Anstieg der Arbeitslosigkeit in den USA haben das internationale Machtverhältnis dabei verschoben. Die Macht von Staaten hängt zunehmend von ihrer Fähigkeit ab, Arbeitsplätze und damit Wohlstand zu schaffen.

Tina Groll
Tina Groll

Tina Groll ist Redakteurin im Ressort Karriere bei ZEIT ONLINE. Ihre Profilseite finden Sie hier.

Sieben Milliarden Menschen leben auf der Erde, fünf Milliarden davon im erwerbsfähigen Alter. Längst nicht alle haben Arbeit und nicht immer schafft die Arbeit auch Wohlstand. Damit alle Menschen weltweit in Wohlstand leben könnten, müssten 1,8 Milliarden feste, geregelte Arbeitsplätze geschaffen werden. Keine andere Herausforderung sei so zentral wie diese, schreibt Clifton. Er skizziert die Vision von guten Arbeitsplätzen für alle Menschen. Als solche definiert er Jobs, die mit einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 30 Stunden zu erledigen sind, nicht krank machen und so entlohnt werden, dass das Geld zum Leben reicht. Außerdem sollten sie die Umwelt nicht zu stark belasten und nicht unmäßig viele Ressourcen verschwenden. Nur solche Jobs schafften echte Wirtschaftskraft und sicherten langfristig auch den Wohlstand und den sozialen Frieden in einem Land, schreibt Clifton.

Der Gallup-Chef träumt aber nicht nur. Die Führungskräfte weltweit, so schreibt er, seien in der Lage, diese Jobs zu schaffen. Zu ihnen zählt er neben Politikern auch den Gesetzgeber, Schulen, Universitäten, das Militär, Intellektuelle und Arbeitgeber – vor allem aber Unternehmer, die Innovationen hervorbringen und auf diese Weise sichere Arbeitsplätze schaffen.

Leserkommentare
  1. ...Staaten und Gesellschaften sollten sich als Ziel setzen, Waren und Produkte langlebig und nachhaltig zu produzieren.

    Es macht einfach keinen Sinn Produkte billig, dafür selbstkaputtend herzustellen. In der gesamten Umweltbilanz ist ein IKEA-Möbel im Vergleich zu einer Eichenkommode ein einziges Desaster.

    Hinzu kommt natürlich auch eine humane Politik, die eben NICHT die Menschen zwingt "flexibel" zu sein, was diese Leute eben daran hindert, werthaltig zu investieren.

    Im Prinzip das Gleiche mit Dämmmaßnahmen bei Häusern: Die Dämmungen sind nach 30 Jahren oft wirkungslos, ganz abgesehen von den Schäden, die durch Sanierung produziert werden. In der gesamten Lebenszeit von Häusern ist der Arbeits- Transport und Primärenergiebedarf wesentlich teurer als einfach und solide zu bauen.
    (! Eine Energieverschwendung wäre zudem auch überhaupt kein Problem, wenn die Warenwirtschaft eben nicht so konsumverschwenderisch wäre, weil eben nachhaltige dafür wenige Güter produziert werden).

    Schlussendlich würde also eine Umstellung auf Wertgüter Ressourcen sparen, Energie sparen, den Menschen mehr stabilität² geben und vor allem mit den selben Wohlstand wesentlich weniger Arbeiten!

    ²(stelle man sich vor, die Menschen wären nicht damit dauernd beschäftigt, sich zu fragen, welches iPhone man kaufen muss um cool zu sein. Die könnten ihren Interessen forschen, faktisch ist es so, dass diejenigen die Fortschritt betreiben eben keiner Konsumgier unterliegen).

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    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ag

    Edel sei der Mensch hilfreich und gut!

    Wenn wir das sei durch ein ist ersetzen können ohne uns selber zu belügen könnten wir gerne auf Ihren Vorschlag zurück kommen.

    Müssen wir dann aber nicht mehr, weil das sei eine nachhaltige Wirtschaft (ohne Ressourcen Verbrauch) beinhaltet.

    Somit, besten Dank für den theoretischen Beitrag.

    Jetzt zur Praxis.
    Liebe Frau Groll verstehe ich das richtig? Der Herr Clifton benötigt eine Umfrage für die Erkenntnis das Menschen sich eine ordentlich bezahlte und sichere Stelle wünschen oder nutzt er seinen Job bei Gallup plus die Umfrage nur um seine Thesen wie dies zu erreichen ist auf ein pseudo wissenschaftliches Fundament zu stellen?

    Das Eine hat nämlich aus meiner unbedeutenden Sicht nichts mit dem Anderen zu tun. Was Menschen sich wünschen, ist interessant um einen Bedarf zu entdecken. Aber die Erkenntnis, dass dies sichere und ordentliche Arbeitsplätze sind ist genau so wertvoll wie die, das Menschen sich Gesundheit, Frieden und Grechtigkeit wünschen. Bei aller Liebe dafür braucht es keine Umfrage.

    Viel interessanter ist die Frage wie wir dies erreichen können und Ihrer Rezension zur Folge, bietet uns der Autor hier nur die bekannten, durchaus richtigen Lösungswege an. Mit anderen Worten nichts neues.

    Danke für die Rezension, ich pack mir dann doch lieber für den Urlaub einen alten Schinken von Müller-Amrak oder Erhardt ein.

    Ja ist schlecht für die Konjunktur, aber wohl besser für mein Wissen.

  2. 2. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ag

  3. dass mir tatsächlich die Worte fehlen.

  4. 4. [...]

    Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde entfernt. Die Redaktion/ag

    Antwort auf
  5. Ich habe ja nichts gegen Träume die die Welt verbessern könnte aber wir können der Realität nicht entfliehen. Bevor wir in einnigen Gebieten der Welt übrhaupt daran denken können Jobs zu schaffen, müssen erstmal Sachen die für uns selbstverständlich sind, wie Wasser, Nahrung und Frieden. In Süd Amerika, Afrika und im nahen Osten bekämpfen sich Rebelle/Kartelle/Milizen mit Regierungen. Wir haben das Regime in Nord-Korea, wir haben die Farc in Kolumbien, die Kartelle in Mexiko, in Somalia nicht einmal einen Staat. Selbst wohlhabende Länder wie Spanien haben Probleme mit der Wasserversorgung. Wenn wir es nichtmal schaffen alle Menschen mit Wasser zu versorgen sind 1,8 Milliarden Jobs nicht mehr als Utopie.

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    Nur so als Gedanke.

    Ihre Beschreibung des Elends ist doch völlig richtig aber dann kapitulieren Sie vor der Aufgabe. Nein ich weiß nicht ob Sie das wirklich tun, aber Ihr Text liest sich so.

    Bitte, bitte nicht stehen bleiben einfach weiter denken. Zugang zu Wasser, Friedenssicherung, Bildung usw. alles Arbeit, die irgendwer machen sollte (ich würde lieber muss schreiben).

    Arbeit/Aufgaben ist/sind unendlich viele Vorhanden, es besteht überhaupt kein Grund warum irgendwer, irgendwo untätig sein müsste.

    Das Ganze ist nämlich keine Frage nach Arbeit, es ist eine Frage nach der Bezahlung und hier beissen sich viele selber in den Schwanz (curling dog ich mein das auch so will es aber nicht offen aussprechen).

    Anstatt die Zeit damit zu verbringen die Dinge zu beklagen (denn die Zeit zum beklagen ist ja offensichtlich vorhanden) könnten sie auch anpacken.

    Bitte, das geht gegen keine Person direkt, das ist einfach nur eine allgemeine Darstellung dessen was ich häufig sehe.

    Und zu dem Buch das hier besprochen wurde: Aus meiner Sicht ein legitiemer Versuch des Herrn Clifton seine Finanzen auf zu bessern, indem er uns das nochmal sagt was wir alle wissen.

    Daher bin ich der Frau Groll dankbar für die Rezension, so kann ich versuchen mein Geld nachhaltiger zu investieren.

  6. Edel sei der Mensch hilfreich und gut!

    Wenn wir das sei durch ein ist ersetzen können ohne uns selber zu belügen könnten wir gerne auf Ihren Vorschlag zurück kommen.

    Müssen wir dann aber nicht mehr, weil das sei eine nachhaltige Wirtschaft (ohne Ressourcen Verbrauch) beinhaltet.

    Somit, besten Dank für den theoretischen Beitrag.

    Jetzt zur Praxis.
    Liebe Frau Groll verstehe ich das richtig? Der Herr Clifton benötigt eine Umfrage für die Erkenntnis das Menschen sich eine ordentlich bezahlte und sichere Stelle wünschen oder nutzt er seinen Job bei Gallup plus die Umfrage nur um seine Thesen wie dies zu erreichen ist auf ein pseudo wissenschaftliches Fundament zu stellen?

    Das Eine hat nämlich aus meiner unbedeutenden Sicht nichts mit dem Anderen zu tun. Was Menschen sich wünschen, ist interessant um einen Bedarf zu entdecken. Aber die Erkenntnis, dass dies sichere und ordentliche Arbeitsplätze sind ist genau so wertvoll wie die, das Menschen sich Gesundheit, Frieden und Grechtigkeit wünschen. Bei aller Liebe dafür braucht es keine Umfrage.

    Viel interessanter ist die Frage wie wir dies erreichen können und Ihrer Rezension zur Folge, bietet uns der Autor hier nur die bekannten, durchaus richtigen Lösungswege an. Mit anderen Worten nichts neues.

    Danke für die Rezension, ich pack mir dann doch lieber für den Urlaub einen alten Schinken von Müller-Amrak oder Erhardt ein.

    Ja ist schlecht für die Konjunktur, aber wohl besser für mein Wissen.

  7. 7. Gut so

    es wird nicht gelingen, jedem Menschen Arbeit zu geben. Das ist das Märchen, das wir seit 50 Jahren hären, dass es Vollbeschäftigung gäbe.

    Wir brauchen also nicht neue Sklavenplätze, sondern ein neues einfaches System, mit dem die Geschäftstreibenden in MAßEN ihr Geschäft machen KÖNNEN, aber nicht jeder Mensch eine ICH-AG werden soll.

    WIr erleben ja, dass es schon heute nicht klappt mit der Vollbeschäftigung. Und das soll in Zukunft leichter werden? TRÄUMT WEITER, wenn ihr den Traum träumen wollt. Aber das Erwachen wird dann von anderen nötig werden. Und die Zukunft gehört nicht den Arbeitenden, sondern den Menschen.

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    ...langweilerblog stellt sogar eine machbare Lösung vor:
    http://langweilerblog.wor...

    die nicht amerikanisch neoliberal ist, sondern am Grundproblem des modernen Kapitalismus ansetzt: der neoklassischen Geldmangelwirtschaft. Und der weder einseitig die Privatwirtschaft glorifiziert, noch den Bürokratismus.

    Du träumst hingegen, wenn du glaubst, dass ein Großteil der Menschen künftig auch arbeitslos ein menschenwürdiges Leben führen können wird. Ganz simple, tief verankerte, Neid- und Moralansichten stehen dem entgegen. Leider ist das so, die wenigsten Menschen durchschauen die systemischen Hintergründe gesellschaftlichen Elends, auch deshalb weil die mächtigen Profiteure idR kein Interesse daran haben...

  8. Wenn einige Menschen produktiv sein wollen, ist das in Ordnung.
    Sie können dann Stereoanlagen herstellen.

    Wenn man die Menschen vor die Wahl stellen würde, und die Gehirnwäsche durch die Regelmässigkeit des bisherigen Alltages beiseite lässt. Würde sich ein anderes Bild ergeben, was Menschen sich wünschen.

    Viele Menschen sehnen sich nicht nach einem Arbeitsplatz, sondern nach einer Art und Weise des *Überlebens* , die am besten für sie und alle ist. Momentan ist die beste Art und Weise des Überlebens aber nur für eine elitäre Clique geschaffen,.
    Und ich meine, dass Freizeit ein wichtigeres Gut ist als Konsum und Geld haben. Deswegen, würden die Leute Wahl haben, und bereits in einer freien Gesellschaftsordnugn leben, würden sie nur das Nötigste arbeiten, und den Rest die Beine hoch legen,.
    Das spart Ressourcen ohne Ende!

    Wir brauchen wirklich andere Ideen, Begeisterung für das Nichts tun brauchen wir. Meine Meinung.

    Übrigens, 100 Leute produzieren heute schon für 10000de die Nahrung. Wieso muss eigentlich jeder Mensch ein grosses Geschäftchen machen? Ja, weil es das System verlangt. Und der Zins. Wir arbeiten ja schon für nichts! Wieso sollten wir das nicht anders tun dürfen???

    Wir können auch anders. Aber die meisten Leute glauben entweder nicht dran, haben keinen Mut einen neuen Schritt zu tätigen, oder es ist ihnen absolut gleichgültig oder sie profitieren von dem Schlamassel Motto: nach uns die Sintflut.

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    "Nichts tun ist besser"

    Ganz sicher nicht, Menschen wollen aktiv sein und ihr Umfeld positiv beeinflussen. Das sieht man schon bei kleinen Kindern, Menschen wollen gebraucht werden. Allerdings sollte dieses Bedürfnis nicht ausgebeutet werden, denn Menschen wollen natürlich auch Anerkennung, positives Feedback und gesellschaftliche Teilhabe.

    "Stereoanlagen herstellen."

    Ja, weil ja alle anderen Bedürfnisse bei allen Menschen befriedigt sind? Kann ich bei mir nicht behaupten.

    "was Menschen sich wünschen."

    Das mag stimmen.

    "Und ich meine, dass Freizeit ein wichtigeres Gut ist als Konsum und Geld haben."

    Es muss ausgewogen sein, dann ist es am besten, das sagt ein überzeugter Teilzeitarbeiter :-)

    "die Beine hoch legen,.Das spart Ressourcen ohne Ende!"

    Das würde ich nicht verallgemeinern, es gibt genug denen ständige Beschäftigung ein Bedürfnis ist. Aber für viele mag das zutreffen.

    "Nichts tun brauchen wir."

    Nichts tun ist langweilig, auch Leute die nicht arbeiten tun idR sehr viele Sachen.

    "Geschäftchen machen?"

    Offenbar hat dieses Modell eine enorme Anziehungskraft für die Menschen. Liegt vielleicht auch daran, dass man sich schwer vorstellen kann, was das persönlich für Auswirkungen hat, wenn nur noch der Grundbedarf gedeckt ist. Frag mal Leute aus der Ex-DDR...

    "nach uns die Sintflut."

    Ich denke der Nachhaltigkeitsgedanke ist bereits sehr vebreitet, was fehlt sind gute Konzepte das gegen den Kapitalismus durchzusetzen...

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