Frauenrechte: Sexismus-Meldungen auf neuem Höchststand
Mit Aufflammen der Sexismus-Debatte melden sich immer mehr Frauen bei der Antidiskriminierungsstelle und suchen nach Hilfe. Experten rechnen mit hohen Dunkelziffern.
Angesichts der Sexismus-Debatte um FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle verzeichnet die Antidiskriminierungsstelle des Bundes nach eigenen Angaben eine starke Zunahme bei den Meldungen derartiger Vorfälle. Die Zahl betroffener Frauen, die sich an die Stelle wenden, sei in den letzten Tagen spürbar gestiegen, sagte ein Sprecher der Einrichtung am Montag in Berlin.
"Offensichtlich fühlen sich mehr Frauen ermutigt, über Erfahrungen mit sexueller Belästigung zu sprechen", sagte die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle, Christine Lüders, der Berliner Tageszeitung Welt in ihrer Dienstagsausgabe mit Blick auf die aktuelle Entwicklung. "Das zeigt, dass es sehr wichtig ist, Themen wie Diskriminierungen am Arbeitsplatz breit zu diskutieren."
Lüders sprach von einer sehr hohen "Dunkelziffer". Im Job trauten sich viele Frauen nicht, gegen ihre eigenen Kollegen oder Kunden vorzugehen. "Dafür spricht auch, dass kaum Fälle vor Gericht landen."
- AGG
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Das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) soll Menschen schützen, die aufgrund der ethnischen Herkunft oder aus rassistischen Gründen, aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Religion oder Weltanschauung, aufgrund einer Behinderung, ihres Alters oder ihrer sexuellen Identität Benachteiligungen erfahren. Es schafft die rechtliche Grundlage, wonach Diskriminierung verboten ist.
Hauptsächliche Anwendung findet das AGG in der Arbeitswelt. Das bezieht beispielsweise Auswahlkriterien bei Bewerbungsverfahren, berufliche Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie die Höhe der Arbeitsvergütung mit ein. Darüber hinaus gilt das Gesetz auch für Situationen im Alltag, in denen Diskriminierung stattfinden kann, beispielsweise bei Einkäufen, Gaststätten- oder Diskothekenbesuchen, sowie bei Rechts-, Versicherungs- und Bankgeschäften.
- Antidiskriminierungsstelle
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Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) ist eine unabhängige Anlaufstelle für Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind. Sie wurde 2006 eingerichtet, nachdem das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Kraft getreten war.
Zu den Aufgaben der ADS zählt:
- über Ansprüche zu informieren
- Möglichkeiten des rechtlichen Vorgehens zum Schutz vor Benachteiligungen aufzuzeigen
- Beratungen durch andere Stellen zu vermitteln
- eine gütliche Einigung zwischen den Beteiligten anzustreben.
Außerdem macht die ADS Öffentlichkeitsarbeit, führt wissenschaftliche Untersuchungen durch und schreibt Berichte an den Deutschen Bundestag, die einen Überblick über Benachteiligungen geben und Empfehlungen beinhalten.
- Hilfe
Wer Opfer von Diskriminierung geworden ist, kann den Fall bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes unter der Hotline 030 / 18 555 / 1865 oder per Kontaktformular melden.
- Diversity
Diversity-Management ist ein Konzept, das die Vielfalt der Belegschaft berücksichtigt (z.B. Geschlecht, Alter, Behinderung, Ethnie, Religion, sexuelle Orientierung, Lebensstil, biografischer Background), sie explizit fördert und wertschätzt.
Lüders empfahl Betroffenen, Gedächtnisprotokoll zu führen und sich mit Kolleginnen zusammenzuschließen. Außerdem sollten sie sich Hilfe holen. Die Frauen könnten sich an den Arbeitgeber wenden, "der die Pflicht hat, die betroffenen Beschäftigten vor sexueller Belästigung zu schützen". Wenn das nicht helfe, könnten sich die Frauen an eine Einrichtung wie die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wenden.
Eine Journalistin des Magazins Stern hatte in der vergangenen Woche in einem Artikel berichtet, dass der FDP-Politiker Brüderle ihr am Rande des Dreikönigstreffens vor einem Jahr mit anzüglichen Bemerkungen zu nahe gekommen sei. Sie erwähnte darin auch andere Gelegenheiten, bei denen Brüderle durch sexistische Bemerkungen aufgefallen sei.







"Wenn ich mich Nachts zu einem Mann an die Theke setze, was immer ich da will, muss ich mich nicht beschweren!"
Also wirklich! Sind Sie so Triebgesteuert, dass Sie sich nicht im Zaum halten können, nur weil es dunkel ist und Sie in einer Bar sitzen?
Ob Sie es glauben oder nicht, auch eine Frau, die sich zu einem Mann an eine Bar setzt, möchte sicher nicht belästigt werden.
Wieso gelauben Sie, es sei Ihr Recht, Frauen zu belästigen, nur weil diese Ihnen zufällig nachts in einer Bar begegnen?
Und da ist sie wieder die übliche Ignoranz alltäglichen Sexismus Frauen gegenüber. Ja, es gibt auch Sexismus Männern gegenüber, dennoch sind wesentlich mehr Frauen als Männer davon betroffen, weil wir in einer von Männern dominierten Gesellschaft leben und Sexismus auch ein Machtmittel darstellt. Da Frauen, da braucht man auch nichts schönreden, nach wie vor in der Gesellschaft häufig als die "Underdogs" betrachtet werden, sind sie vom Sexismus mehr betroffen als Männer. Dennoch verwundert mich, wie sehr hier Männer Sexismus gegenüber Frauen verteidigen. Nicht alle natürlich, aber leider erschreckend viele.
Was mir an Ihrer Aufzählung nicht gefällt, ist die einseitige Sicht.
Bitte schauen Sie auf dieses Beispiel vom Frauenbüro der Uni Mainz, um den Unterschied zu erkennen. Danke.
§ 3 BEGRIFF
1. Sexuelle Belästigung am Studien- oder Arbeitsplatz ist jedes
vorsätzliche, sexuell bestimmte Verhalten, das die Würde von Beschäftigten
und Studierenden verletzt.
Dazu gehören
- sexuelle Handlungen und Verhaltensweisen, die nach
den strafgesetzlichen Vorschriften unter Strafe gestellt
sind, sowie
- sonstige sexuelle Handlungen und Aufforderungen zu
diesen,
- sexuell bestimmte körperliche Berührungen,
Bemerkungen sexuellen Inhalts sowie Zeigen und
sichtbares Anbringen von pornografischen Darstellungen,
die von den Betroffenen erkennbar abgelehnt werden
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2. Insbesondere liegt eine sexuelle Belästigung auch bei
folgenden Sachverhalten vor:
- sexuell herabwürdigender Sprachgebrauch
- entwürdigende Bemerkungen oder Witze mit sexuellem
Bezug über Personen, ihren Körper, ihr Verhalten oder
ihr Intimleben,
- Gesten und sonstige nonverbale Kommunikation mit
sexuellem Bezug,
- verbale, bildliche oder elektronische Präsentation
pornografischer oder sexistischer Darstellungen,
- unerwünschte Berührungen oder körperliche
Übergriffe,
- unerwünschte Aufforderung zu sexuellem Verhalten
- Verfolgung mit
(Kommentarzeichenbegrenzung)
quelle
aka Stutenbissigkeit entspricht der leider üblichen Attitüde, auf ein anderes Thema zu lenken aka Derailment http://geekfeminism.wikia...
Das Thema hier hingegen lautet 'Frauenrechte: Sexismus-Meldungen auf neuem Höchststand'
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