FrauenrechteSexismus-Meldungen auf neuem Höchststand

Mit Aufflammen der Sexismus-Debatte melden sich immer mehr Frauen bei der Antidiskriminierungsstelle und suchen nach Hilfe. Experten rechnen mit hohen Dunkelziffern.

Angesichts der Sexismus-Debatte um FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle verzeichnet die Antidiskriminierungsstelle des Bundes nach eigenen Angaben eine starke Zunahme bei den Meldungen derartiger Vorfälle. Die Zahl betroffener Frauen, die sich an die Stelle wenden, sei in den letzten Tagen spürbar gestiegen, sagte ein Sprecher der Einrichtung am Montag in Berlin.

"Offensichtlich fühlen sich mehr Frauen ermutigt, über Erfahrungen mit sexueller Belästigung zu sprechen", sagte die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle, Christine Lüders, der Berliner Tageszeitung Welt in ihrer Dienstagsausgabe mit Blick auf die aktuelle Entwicklung. "Das zeigt, dass es sehr wichtig ist, Themen wie Diskriminierungen am Arbeitsplatz breit zu diskutieren."

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Lüders sprach von einer sehr hohen "Dunkelziffer". Im Job trauten sich viele Frauen nicht, gegen ihre eigenen Kollegen oder Kunden vorzugehen. "Dafür spricht auch, dass kaum Fälle vor Gericht landen."

AGG

Das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) soll Menschen schützen, die aufgrund der ethnischen Herkunft oder aus rassistischen Gründen, aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Religion oder Weltanschauung, aufgrund einer Behinderung, ihres Alters oder ihrer sexuellen Identität Benachteiligungen erfahren. Es schafft die rechtliche Grundlage, wonach Diskriminierung verboten ist.

Hauptsächliche Anwendung findet das AGG in der Arbeitswelt. Das bezieht beispielsweise Auswahlkriterien bei Bewerbungsverfahren, berufliche Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie die Höhe der Arbeitsvergütung mit ein. Darüber hinaus gilt das Gesetz auch für Situationen im Alltag, in denen Diskriminierung stattfinden kann, beispielsweise bei Einkäufen, Gaststätten- oder Diskothekenbesuchen, sowie bei Rechts-, Versicherungs- und Bankgeschäften.

Antidiskriminierungsstelle

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) ist eine unabhängige Anlaufstelle für Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind. Sie wurde 2006 eingerichtet, nachdem das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Kraft getreten war.

Zu den Aufgaben der ADS zählt:

  • über Ansprüche zu informieren
  • Möglichkeiten des rechtlichen Vorgehens zum Schutz vor Benachteiligungen aufzuzeigen
  • Beratungen durch andere Stellen zu vermitteln
  • eine gütliche Einigung zwischen den Beteiligten anzustreben.

Außerdem macht die ADS Öffentlichkeitsarbeit, führt wissenschaftliche Untersuchungen durch und schreibt Berichte an den Deutschen Bundestag, die einen Überblick über Benachteiligungen geben und Empfehlungen beinhalten.

Hilfe

Wer Opfer von Diskriminierung geworden ist, kann den Fall bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes unter der Hotline 030 / 18 555 / 1865 oder per Kontaktformular melden.

Diversity

Diversity-Management ist ein Konzept, das die Vielfalt der Belegschaft berücksichtigt (z.B. Geschlecht, Alter, Behinderung, Ethnie, Religion, sexuelle Orientierung, Lebensstil, biografischer Background), sie explizit fördert und wertschätzt.

Lüders empfahl Betroffenen, Gedächtnisprotokoll zu führen und sich mit Kolleginnen zusammenzuschließen. Außerdem sollten sie sich Hilfe holen. Die Frauen könnten sich an den Arbeitgeber wenden, "der die Pflicht hat, die betroffenen Beschäftigten vor sexueller Belästigung zu schützen". Wenn das nicht helfe, könnten sich die Frauen an eine Einrichtung wie die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wenden.

Eine Journalistin des Magazins Stern hatte in der vergangenen Woche in einem Artikel berichtet, dass der FDP-Politiker Brüderle ihr am Rande des Dreikönigstreffens vor einem Jahr mit anzüglichen Bemerkungen zu nahe gekommen sei. Sie erwähnte darin auch andere Gelegenheiten, bei denen Brüderle durch sexistische Bemerkungen aufgefallen sei.

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Leserkommentare
  1. Ich werde das Gefühl nicht los daß nicht nur der Mt zur Anzeige tatsächlicher Überschreitungen steigt, sondern auch die Schwelle dessen, was sich als Sexismus definieren lässt.

    Ich wurde vor einer Weile tatsächlich des Sexismus bezichtigt, weil ich einer Dame die Tür aufgehalten habe ("Das kann ich auch allein!").

    Mich persönlich nervt es nur noch.

    27 Leserempfehlungen
  2. Bitte, gerne, hier eine Aufzählung dessen, was ich und vermutlich viele andere Frauen uns verbitten:

    - Lautes Hinterherjohlen oder -pfeifen, erst recht nicht in Zusammenhang mit anzüglichen Bemerkungen, schmutzigen Witzen oder obszönen Gesten.
    - "Zufälliges" Begrapschen von Po oder Busen im Vorbeigehen.
    - Kein Ausnutzen der geringen Individualdistanz (z.B. im Bus), um unauffällig die Hand unter einen Rock zu schieben.
    - Kein Ausnutzen der geringen Individualdistanz um sich an einer fremden Frau in der Menschenmenge zu reiben (schonmal gar nicht mit dem Unterleib).
    - Nicht mit "dem Busen reden", er wird auch nach fünf Minuten nicht antworten, das Gemüt der Gesprächspartnerin dürfte sich allerdings schon nach 30 Sekunden bis weit unter den Gefrierpunkt abgekühlt haben.
    - Keine, auf sekundäre Geschlechtsmerkmale (ganz besonders nicht die der Gesprächspartnerin) bezogene, ein-, zwei- oder mehrdeutige Schlüpfrigkeiten, Zoten, Witze.
    - Keine "zufällige" Hand auf dem Knie.
    - Die Ablehnung eindeutiger Angebote akzeptieren und nicht noch einen drauf setzen.
    - Einen distanzierenden Themenwechsel als solchen e r k e n n e n und es dabei belassen.
    - Es akzeptieren, wenn die Gesprächspartnerin plötzlich zurückweicht und/oder ihre Arme schützend vor ihren Körper hält.

    Das wären so die wichtigsten Punkte.

    21 Leserempfehlungen
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    • armatus
    • 28. Januar 2013 18:37 Uhr

    Joa, das is mal ne schöne liste was "sexismus" ist, da kann ich mitgehen als mann. darf man also von der journalisten erwarten das sie sich bei brüderle für diese politische attacke entschuldigt, da ein blöder spruch mitternachts an der bar unter keinen umständen sexistisch ist. blöd und uncharmant maybe, aber keinesfalls sexistisch.
    obwohl das mit dem busen reden auch sone sache ist. wenn da der ausschnitt extra groß ist damit man ja was sieht dann kann man es keinem mann verübeln wenn er mal schaut. sind ja schließlich keine roboter ;)aber alles was mit anfassen zu tun hat was sofort abgelehnt wird gehört geächtet jo.

    • drusus
    • 28. Januar 2013 18:48 Uhr

    Diese Forderungen und Erwartungen sollten selbstverständlich sein. Anscheinend sind sie es nicht. Ich habe meine drei erwachsenen Töchter und meine Frau gefragt, wie oft ihnen z.B. ein Grabscher im öffentlichen Verkehr begegnet ist. Antwort-keiner. Sie fahren alle vier fast täglich. Eine meiner Töchter arbeitet im Flugzeugbau, fast nur Männer. Zwei Kollegen haben sexistische Bemerkungen gemacht. Sie hat noch am selben Tag ihren Vorgesetzten, den Vorgesetzten vom Vorgesetzten und die Gleichstellungsbeauftragte des Unternehmens informiert. Außerdem hat sie eine Anzeige gemacht, die sich wegen Geringfügigkeit im Sande verlief. Die Mitarbeiter bekamen eine Abmahnung und wurden in eine andere Abteilung versetzt.
    Aber, das war einmal, und das tägliche "Busengrabschen" auf der Strasse halte ich für ein Gerücht. Und wenn doch, dann hau ihm eine in die Fresse, aber schreib nicht ein Jahr später einen Artikel!

    • 29C3
    • 28. Januar 2013 19:05 Uhr
    • Mike M.
    • 28. Januar 2013 20:26 Uhr

    Eine Frau kann berechtigterweise erwarten, dass Sie am nicht diskriminiert oder lästig angebaggert wird [dass heißt freilich nicht, dass Flirtversuch (seitens Mann oder Frau) gleich verboten sein muss ... die Grenzen sollten aber jedem klar sein]. Sie müssen doch zugeben, dass nachts um 12 in einer Bar durchaus andere Maßstäbe gelten als am Arbeitsplatz.

    Auch Politiker haben ihre Privatssphäre. Wenn ich nachts einen angetrunkenen Politiker in einer Hotelbar anspreche, um ein paar Exklusiv-Informationen zu kommen, muss ich keinen Skandal darauf machen, wenn er vielleicht eine "auf sekundäre Geschlechtsmerkmale (...) bezogene" Bemerkung macht. Dies gilt erst recht, wenn ich ihn zuvor mit einer unflätigen Bemerkung über sein Alter provoziert habe.

    Denn genau wegen einer Vielzahl dieser seit meinem 12. Lebensjahr selbst erlebten Dinge bin ich - mit fast 63 - inzwischen HEILFROH endlich im "Nicht-mehr-gesehen/registriert-werden"-Alter zu sein! ... was außerdem bedeutet, dass ich heute 'meinen' Spass am Leben auch wirklich so leben kann, wie ich es will, weil ich keinem Mann mehr dafür explizid auf die imaginären Füsse oder sonstwohin treten muss ;-)

    • Ki Ki
    • 30. Januar 2013 0:06 Uhr

    Hinzufügen möchte ich noch, dass mich persönlich oft die Reaktion männlicher Kollegen auf meine Reaktion auf sexistisches Verhalten mehr verletzt und wütend gemacht hat, als der ursprüngliche Sexismus selbst.
    Finde ich anzügliche Bemerkungen, dämliche Herrenwitze nicht auch noch lustig, bin ich "humorlos", bezeichne ich als junge Frau die plumpe Anmache eines verheirateten Kollegen, der zu dem Zeitpunkt in etwa im Alter meines Opas war, als Belästigung, bin ich "überempfindlich und verstehe keinen Spaß" und gebe ich einem Grabscher postwendend eine saftige Ohrfeige, werde ich auch noch als "Kampflesbe" beschimpft.
    Ist zwar schon Jahrzehnte her, musste aber mal raus.

    Was mir an Ihrer Aufzählung nicht gefällt, ist die einseitige Sicht.

    Bitte schauen Sie auf dieses Beispiel vom Frauenbüro der Uni Mainz, um den Unterschied zu erkennen. Danke.

    § 3 BEGRIFF
    1. Sexuelle Belästigung am Studien- oder Arbeitsplatz ist jedes
    vorsätzliche, sexuell bestimmte Verhalten, das die Würde von Beschäftigten
    und Studierenden verletzt.
    Dazu gehören
    - sexuelle Handlungen und Verhaltensweisen, die nach
    den strafgesetzlichen Vorschriften unter Strafe gestellt
    sind, sowie
    - sonstige sexuelle Handlungen und Aufforderungen zu
    diesen,
    - sexuell bestimmte körperliche Berührungen,
    Bemerkungen sexuellen Inhalts sowie Zeigen und
    sichtbares Anbringen von pornografischen Darstellungen,
    die von den Betroffenen erkennbar abgelehnt werden
    6 7
    2. Insbesondere liegt eine sexuelle Belästigung auch bei
    folgenden Sachverhalten vor:
    - sexuell herabwürdigender Sprachgebrauch
    - entwürdigende Bemerkungen oder Witze mit sexuellem
    Bezug über Personen, ihren Körper, ihr Verhalten oder
    ihr Intimleben,
    - Gesten und sonstige nonverbale Kommunikation mit
    sexuellem Bezug,
    - verbale, bildliche oder elektronische Präsentation
    pornografischer oder sexistischer Darstellungen,
    - unerwünschte Berührungen oder körperliche
    Übergriffe,
    - unerwünschte Aufforderung zu sexuellem Verhalten
    - Verfolgung mit
    (Kommentarzeichenbegrenzung)
    quelle

  3. Mir war die Existenz der Antidiskriminierungsstelle ehrlich gesagt auch entfallen - ich bin daher froh, dass ZEIT Online in einem vorherigen Thread zum Thema in einem Infokasten darüber berichtet hat.

    Ich freue mich darüber, dass die aktuelle Debatte Frauen ermutigt hat, sich dort zu melden und Unterstützung zu suchen.

    Wie man anhand der aktuellen Sexismus-Debatte sieht, wird sexuelle Belästigung immer noch heruntergespielt und die Schuld dafür oft den Frauen gegeben. (Stichwort: "falsche" Kleidung).

    Erstaunlich finde ich, dass oft gar keine Zusammenhänge gesehen werden zwischen einem Klima, wo verbale Anzüglichkeiten möglich sind; Belästigungen wie Grapschen sowie schwereren körperlichen Übergriffen.

    Bei verbalen Anzüglichkeiten heisst es: Ist ja nicht so dramatisch. Bei Dingen wie Grapschen: Wir sind uns einig, dass das nicht ok ist, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Bei Vergewaltigungen: Wir müssen über Falschbeschuldigungen reden.

    Irgendwie ist gerade immer das Einzelthema aus dem Gesamtkomplex nicht so diskussionswürdig, das gerade zur Diskussion ansteht. ;-)

    15 Leserempfehlungen
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    Ich danke Ihnen für Ihren Kommentar. Genau das ist es, was mich hier so stört - egal, was das Thema ist, es wird immer auf etwas anderes hingelenkt, denn Sexismus wurde ja schon so oft diskutiert. Ich habe nicht das Gefühl, dass wirklich diskutiert wird, unter jedem Artikel finden sich vor allem spitze Kommentare, aber keine Diskussion zum konkreten Thema.

    irgendwie ist das Thema Sexismus in den Augen vieler Männer nie diskussionswürdig - da gibt es Wichtigeres, da werde doch von den Frauen übertrieben, sie hätten ja weggehen können, sie hätten ja andere Kleidung tragen können, Brüderlei sei halt ungeschickt gewesen etc. - der Ausreden ist kein Ende; aber tatsächlich auseinandersetzen mit diesem Verhalten tun sich viele Männer lieber nicht. Da müßten sie womöglich ihre eigenen Vorurteile hinterfragen bzw. die von ihren Freunden und Kumpels und Kollegen in Frage stellen.
    Und das geht natürlich garnicht!
    Es wäre vermutlich schon geholfen, wenn einige von diesen Männern versuchen würden, sich in die Lage von Frauen zu versetzen bzw. sich vorzustellen, wie frau sich wohl fühlen muß, wenn sie a. blöde Sprüche zu hören bekommt und b. auch nach dankendem Abwinken weiter damit belästigt wird bzw. c. sich anhören darf, sie solle sich nicht so anstellen, sie sei zickig oder eine Krampflesbe oder was auch immer - anstatt daß die Männer einfach akzeptieren, daß sie nun mal bei dieser Frau nicht landen können, warum auch immer.
    Von körperlichen Übergriffen wie 'zufälligen Berührungen an Beinen, Busen und Po' will ich garnicht erst reden - die kann man auf Twitter nachverfolgen.

    müssten ja die Zahlen für Vergewaltigung bzw. deren Anzeigen auch steigen, wo doch der Sexismus so zunimmt.
    War doch beim Kindesmissbrauch auch so, wenn lange genug drüber geredet wurde gab es den auch überall zunehmend, nur eben zum Glück oft nur von "Wohlmeinenden" gefühlt und vermutet aber selten belegt und nachgewiesen.

    Dieses Denkklima ist auch nicht gesund.

    Moin,

    Sie schrieben:
    "wird sexuelle Belästigung immer noch heruntergespielt und die Schuld dafür oft den Frauen gegeben. (Stichwort: "falsche" Kleidung)."
    Da muss ich an ein sommerliches Familientreffen vor vielen Jahren denken zu dem meine Cousine mit einem sommerlich luftigen Dekolleté erschien und sich nach kurzer Zeit beklagte, dass ihr die Männer im Bus in den Ausschnitt gestarrt hätten. Worauf meine damals über achtzigjährige Großmutter die nie ohne Hut und nur in warmen Sommern ohne Handschuhe das Haus verliess, sie in aller Seelenruhe darauf hinwies, dass sie doch bitte nicht ins Schaufenster packen solle was nicht betrachtet werden dürfe.
    Roma Locuta Causa Finita!
    [...]
    Eine Äußerung wie die Ihre oben verliert dabei doch erheblich an Anregungskraft zum Nachdenken.
    Hechelnd sabberndes Starren, Nein.
    Ästhetische Freude nach/vor einem stressigen Bürotag, Ja.
    Die häufigen Verweise darauf, dass Herr Brüderle ja bereits ein alter Mann sei und damit gewissermaßen mönchisch zölibatär zu leben hätte lassen durchaus vermuten, dass ein Robert Pattinson mit einer anderen Reaktion hätte rechnen dürfen und das wäre dann krasser Ageism.

    CU

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Die Redaktion/ls

  4. Offensichtlich ist die Taktik vieler Männer in Sachen Sexismus so ähnlich wie die Taktik vieler "Weißer" in Sachen Rassismus: nicht ernst nehmen, sich darüber lustig machen und die Erfahrungen der Betroffenen leugnen, herunterspielen oder relativieren. Es wird "Überempfindlichkeit" vorgeworfen ("die sollen sich mal nicht so haben") und, total absurd, wird den Frauen, die sich wehren, vorgeworfen, selbst sexistisch zu sein.

    15 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
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    schon richtig! allerdings ist es trotz allem auch (!) eine wahrnehmungssache.

    vieles ist eindeutig sexismus, allerdings waren bei den bekannten twittersammlungen auch viele sachen dabei die einen stutzen lassen. denn das waren zwar anzügliche verhaltensweisen denen sie allerdings auch als mann begegenen, mit dem unterschied dass man diese schmeichelnd oder belustigend empfunden werden.....

    vielleicht ist es dieser unterschied der zu manchen missverständnissen führt: denn auch wer nach kant lebt läuft gefahr zu übersehen dass das was einem selbst nichts ausmacht für andere ein problem ist.
    in folge dessen beschwert sich der eine über die übersensibilität der anderen und der andere über die unsensibilität des einen.
    hier hilft nur unaufgeregtes reden und zuhören auf beiden seiten!

    • efünf
    • 28. Januar 2013 18:44 Uhr

    Es gibt für beides keine genaue Definition und man entscheidet selbst, ob man Opfer davon sein will oder nicht.

    • drusus
    • 28. Januar 2013 18:55 Uhr

    Wenn Sie diesen Vergleich wählen, sollten Sie auf die Kolumne von Jacob Augstein bei Spiegel-Online von heute hinweisen. Das ist sonst ein Plagiat.

    • drusus
    • 28. Januar 2013 18:01 Uhr

    Die Sendung Günther Jauch war gestern ganz ganz schwach. Karasek war peinlich, Osterkorn extrem unsicher, die junge "Kommunikationsberaterin" und warum auch immer "Expertin" zum Thema sexuelle Belästigung eine Karrikatur dieser Generation. Frau Koch-Mehrin will sich wieder ins Gespräch bringen und Alice Schwarzer, na ja, sie hat schließlich mal eine Kampagne vor vielen Jahren gegen den STERN wegen Sexismus gestartet. Wibke Bruns war als Frau authentisch und hat auch die Zusammenhänge gut erkannt. Auch, und das ist entscheidend, dass das Thema Brüderle und Rössler gewesen wäre und nicht Frau Himmelreich. Aber wahrscheinlich wollte Frau Himmelreich auf den Spiegel springen, der kurz zuvor, aber seriöser, berichtete. Jetzt rudert sie zurück und möchte eine generelle Debatte zum Sexismus, wie sie BILD gegeüber mitteite. Sie möchte keine private Debatte mit Brüderle. Das ist für Brüderle aber sehr privat! Das ist Guerillataktik, man wanzt sich ran,schiesst, verschwindet...

    Ich finde Brüderles Verhalten auch nicht in Ordnung, aber so die Sau durchs Dorf zu treiben, ist eine Sauerei.

    Wär hätte mal gedacht, dass ich Mitglieder dieser für mich unwählbaren Partei mal verteidige.

    14 Leserempfehlungen
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    Sie schreiben: "Wibke Bruns war als Frau authentisch und hat auch die Zusammenhänge gut erkannt." Ich habe die Sendung gesehen und erfuhr, dass Wibke B. Männer und Frauen für zwei verschiedene Spezies hält und dass sie Männer mit Stieren und Frauen mit Kühen verglich und wolle man die "Stiere" den "Kühen" angleichen, müsse man "Ochsen" aus ihnen machen. Soviel zum Männerbild von Frau Wibke B.: Der Mann als triebgesteuerter Stier! Alice Schwarzer hat da ein viel positiveres Menschenbild, denn sie hält den homo sapiens sapiens für lernfähig! Deshalb bemüht sie sich auch so um ihn.
    Ich halte sowohl den männlichen, als auch den weiblichen Homo sapiens sapiens für intelligent, lernfähig und der Moral fähig und deshalb ist die Debatte wichtig, denn die hohe Zahl der Posts bei "# Aufschrei" zeigt, dass viele Frauen negative Erfahrungen gemacht haben, unter welchen sie leiden und das sollte ernstgenommen werden! Allerdings sollte man die Kirche im Dorf lassen! Viele Männer sind schon verschüchtert und trauen sich überhaupt keinen Flirt mehr, aus Angst, missverstanden zu werden. Da hilft nur miteinander reden, aber so, dass man dem anderen die Würde lässt. Man könnte Herrn Brüderes Vorgehen auch als "ungeschickten Ausrutscher" auf sich beruhen lassen und müsste nicht unbedingt aus einer Mücke einen Elefanten machen und eine Entschuldigung fordern. Fr. Himmelreich scheint ihn wenig respektvoll auf sein Alter hingewiesen zu haben. War auch nicht ok, ging aber in der Diskussion unter.

  5. Müssen jetzt auch (fast) alle Büttenreden umgeschrieben werden?
    Über eine Aufforderung zum Tanz möchte man schon gar nicht mehr nachdenken. Die Dame könnte sich schließlich dadurch belästigt fühlen.

    Insgesamt könnte diese Session durch diese Debatte zur Unzeit ziemlich schwierig werden.

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    "diese Debatte zur Unzeit"

    Es gibt keine "Unzeit" wenn es um Themen wie, u.A., Sexismus geht. Sollen sich die Frauen erst an Sie wenden und fragen, ob es Ihnen denn auch gerade recht ist, dass sie sich wehren, oder wie darf ich Sie verstehen?

    Sie eine Dame zum Tanz auffordern und die Dame sagt Nein, dann ist das nicht sexistisch. Wenn Sie allerdings trotz des Nein keine Ruhe geben, mehrfach Ihre Aufforderung wiederholen, den Tanz sogar quasi einfordern, weil die Dame nicht anderweitig tanzt, sich unaufgefordert an den Tisch der Dame setzen bzw. danach die Dame wegen der Ablehnung als Krampfhenne, lesbisch, blöde Kuh oder dergleichen bezeichnen, dann sollten Sie an Ihrer Einstellung Damen gegenüber arbeiten. Frauen sind nicht dazu da, Ihre Wünsche zu erfüllen - das sollten die meisten Männer akzeptieren. Die meisten Frauen akzeptieren auch, daß für Männer das Gleiche gilt, sie sind nicht dazu da, den Frauen ihre Wünsche zu erfüllen - im besten Fall, in der Ehe oder in der Partnerschaft, erfüllt man sich gegenseitige Wünsche freiwillig, im schlimmsten Fall wird man gezwungen, das zu tun.

    • Sarange
    • 28. Januar 2013 18:18 Uhr

    Es ist gut, wenn Frauen sich gegen Sexismus wehren. Wer es so darstellt, als wären die Frauen selber schuld, humorlos oder als wäre das alles doch gar kein Problem und nicht der Rede wert, sollte sich bitte einmal die ersten Artikel des Grundgesetzes zu Gemüte führen. Es hapert nach wie vor an der Umsetzung! Die Würde einer Frau ist NICHT mit geschmacklosen Bemerkungen oder Gegrapsche zu verletzen!

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    • dwd
    • 28. Januar 2013 18:25 Uhr

    Hallo Kollegen,
    mich interessiert es sehr, weshalb Sie der Artikelinhalt (mehr Frauen berichten über Sexismus und sexistische Übergriffe im Alltag) so berührt. Weshalb fühlen Sie sich angegangen? Finden Sie es falsch, dass sich Menschen bei einer dafür geschaffenen Stelle melden und beraten lassen?
    Danke für Erhellung!
    dwd

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, tgr
  • Schlagworte Rainer Brüderle | Arbeitgeber | Diskriminierung | Gericht | Stern | Tageszeitung
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