Aufsichtsräte : Bundesregierung will EU-Frauenquote stoppen

Die Kanzlerin will eine EU-weite Frauenquote in Aufsichtsräten verhindern. Die Opposition wirft ihr Lobbyismus vor, ihre Haltung sei ein Schlag ins Gesicht vieler Frauen.

Die Bundesregierung will die von der EU geplante Frauenquote in Aufsichtsräten von Unternehmen stoppen. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen sagte, dass sich die Bundesregierung in Brüssel gegen die Richtlinie wehren werde.

Sie selbst vertrete zwar eine andere Auffassung, sei damit in der Bundesregierung aber in der Minderheit. "Da ich die Minderheitenposition vertrete, ist klar, dass sich die Mehrheitsposition durchsetzt", sagte die CDU-Politikerin. Nach Angaben aus Regierungskreisen hat das Ministerium seinen Vorbehalt zurückgezogen.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte: "Es ist nicht Aufgabe von Brüssel, den Mitgliedsstaaten vorzuschreiben, wie private Unternehmen ihre Führungsgremien zu besetzen haben." Die Bundesregierung werde aktiv gegen diese Initiative vorgehen, die deutschen Diplomaten seien entsprechend angewiesen worden.

Kommission fordert transparentes Verfahren

Die Opposition vertritt in der Debatte eine andere Position. Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin griff Kanzlerin Angela Merkel direkt an. "Pünktlich zum Internationalen Frauentag am 8. März macht Frau Merkel ein Geschenk an den Bundesverband der Deutschen Industrie", sagte er. Die Industrie ist gegen gesetzliche Frauenquoten. SPD-Fraktionsvize Christine Lambrecht sagte dazu: "Das ist ein Schlag ins Gesicht vieler Frauen."

Die Ständige Vertretung in Brüssel soll nun gegenüber den Partnern in der EU die deutsche Linie vertreten. Ein Sprecher von Familienministerin Kristina Schröder zeigte sich zuversichtlich, dass die Zuständigkeit für das Thema "Mehr Frauen in Führungspositionen" weiterhin bei den EU-Mitgliedsstaaten bleibe.

EU-Justizkommissarin Viviane Reding wies die Kritik an ihren Plänen zurück. Es gehe letztlich darum, "eine transparentes Verfahren für die Auswahl von Talenten für Aufsichtsräte festzuschreiben, und nicht eine starre Quote", sagte sie der Berliner Zeitung.

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25 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Ein Aufsichtsratsposten ist kein Job

es geht um Aufsichtsräte, diese werden durch die Aktionäre gewählt, es ist keine Stelle im eigentlich Sinne, auf die Sie sich anhand Ihrer Qualifikation bewerben können, oder was ausser seinem Parteibuch sollte Herrn Döring für seinen Aufsichtsratsposten in der DB AG qualifizieren.

Das Diskriminierungsargument greift daher nicht. Gewählt wird nicht der- oder diejenige, die am besten anhand von Geschäftsbericht und Konzernkennzahlen etc. beurteilen könnten wie sich das Unternehmen am Markt behauptet, welche Entwicklungen langfristig notwendig sind. Sondern die Mehrheitsaktionäre, meist selbst Unternehmen, wählen oftmals aktive oder ehem. Vorstände, und eine Krähe hackt, wie wir alle wissen der anderen kein Auge aus.

Am Ende jedenfalls kommt meist derselbe Management Einheitsbrei heraus, wie Minimierung der Personalkosten, Outsourcing bis man irgendwann Mal mit dem Rücken zur Wand steht und ganz bedröppelt schaut, dass es in Bulgarien oder Burkina Faso noch günstiger geht, anstatt Prozesse und firmeninterne Abläufe mit Hilfe der Angestellten effizienter zu gestalten, was viel mehr Spielraum ließe und vor allem auch die Belegschaft höher motivieren würde.

Die Aktionäre

bestimmen (wählen)als Eigentümer eines Unternehmens die Person die sie als qulifizieriertester halten. Da döring jedoch schon Mitlgied in den Vorständen zweier versicherungen ist ist davon auszugehen das aer führungserfahrung hat. Zudem könnte man durchg seine Parteizugehörigkeit auch darauf schliessen das er den willen der Besitzer(der Bundesregierung) auszuführen. Zudem die Parteizugehörigkeit ja nur von belang ist wenn es sich um eine AG in hauptsächlich staatlichem Besitz handelt.