Die langjährige Debatte um eine gesetzliche Frauenquote zeigt Wirkung: Anfang Juni waren 21,7 Prozent aller Aufsichtsräte in den 30 Dax-Konzernen weiblich, das stellt eine am Donnerstag in Frankfurt vorgestellte Auswertung der Beratungsgesellschaft PwC fest. Anfang 2011 hatte der Frauenanteil erst 13,4 Prozent betragen, seither haben viele Unternehmen bei der Neubesetzung der Gremien die Kontrollposten mit Frauen besetzt. Vor allem die Zahl der Frauen auf der Eigentümerseite habe zugenommen. Die Aktionäre stellten nun 44 weibliche Aufsichtsräte (17,6 Prozent) nach 20 zu Beginn 2011. Für die Arbeitnehmer sitzen inzwischen 62 Frauen (26,1 Prozent) in den DAX-Aufsichtsräten, zuvor waren es 47. 

28 der 30 Dax-Konzerne befolgen inzwischen die Empfehlung der Regierungskommission für gute Unternehmensführung, den sogenannten Corporate Governance Kodex, demzufolge eine Zielgröße für eine angemessene Beteiligung der Frauen vorgegeben sein soll.

Die meisten Unternehmen haben vor, den Frauenanteil auf 20 bis 30 Prozent zu erhöhen. 18 Konzerne hätten die selbst gesteckten Ziele bereits erreicht. Die politischen Erwartungen lägen allerdings bei 30 bis 40 Prozent.

Die Kommission wurde 2001 von der Bundesregierung initiiert und gibt börsennotierten Unternehmen Empfehlungen für gute Unternehmensregeln und -aufsicht. Die Vorgaben der Kommission sind allerdings rechtlich nicht bindend.