Fachkräfte aus Deutschland stehen weltweit gut da und das deutsche Ausbildungssystem kann im internationalen Wettbewerb bestehen. In einem internationalen Vergleich von 122 Ländern, den das Weltwirtschaftsforum durchgeführt hat, belegt Deutschland Platz 6 – noch vor Norwegen und Dänemark. Die Ökonomen wollten wissen: Wie gut nutzen die Länder das Potenzial ihrer Arbeitskräfte, wie gesund sind sie? Und wie ist es um Bildung und Beschäftigung generell bestellt?

Spitzenreiter in der Untersuchung ist die Schweiz, gefolgt von Finnland. Auf Platz 3 kommt Singapur, danach folgen die Niederlande, Schweden und Deutschland.

Der sogenannte Humankapitalindex untersucht die Ausbildungssituation und ob die Beschäftigten bis ins hohe Alter gesund bleiben. Dazu zählt der Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung, die Qualität des Bildungs- und Gesundheitssystems, die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Arbeitsmarkt sowie die Beschäftigungssituation in einem Land. 

Deutschland ist im Bereich Bildung schlecht

"Die Fähigkeiten und Talente der eigenen Leute sind ausschlaggebend für die Zukunft jedes Landes und jeder Institution", sagt Klaus Schwab, der Präsident des Weltwirtschaftsforums.

Deutschland steht hier solide da. Im Bereich Bildung belegt es allerdings nur Platz 19. Grund ist die Undurchlässigkeit im Bildungssystem. Noch immer ist es schwer, zwischen den Schulformen zu wechseln. Frei nach dem Motto: einmal Hauptschule, immer Bildungs- und Arbeitsmarktverlierer. Noch immer machen vor allem Kinder aus Haushalten mit hohem Einkommen und einem hohen Bildungsgrad der Eltern Abitur. Noch immer beginnen vor allem Kinder von Akademikern ein Studium. Und noch immer ist es mühsam, das Abitur über den zweiten Bildungsweg zu machen oder zu studieren. Kaum besser sieht es aus, wenn die erste Berufsausbildung abgeschlossen ist. Eine berufliche Neuorientierung im Erwachsenenleben ist hierzulande schwer.

Zwar ist der Arbeitsmarkt in Deutschland robust. Allerdings haben es insbesondere ältere Arbeitnehmer schwer. Sie könnten besser und länger eingegliedert sein, stellt der Report fest.

Unter den ersten zehn Plätzen der Untersuchung sind mit Singapur und Kanada nur zwei nicht-europäische Länder. In Europa zeigt sich allerdings eine deutliche Kluft: Der Süden und der Osten schneiden deutlich schlechter ab. Betrachtet man allein den Faktor Arbeitsmarkt und Beschäftigung, rutscht etwa Spanien auf Platz 70. Weil es in dem Bereich Gesundheit allerdings gut abschneidet, steht es im Gesamt-Ranking auf Platz 29 – noch vor Italien auf Platz 37 und Griechenland auf Platz 55.