Das Landesarbeitsgericht Köln hat die Klage einer Frau abgewiesen, die wegen ihrer Körpergröße von der Lufthansa nicht zur Pilotenausbildung zugelassen worden war. Zugleich kritisierten die Richter die Unternehmens-Praxis aber als diskriminierend. Das Argument, die Größe von 165 Zentimetern sei notwendig, um eine Maschine sicher steuern zu können, überzeugte die Richter nicht. Gesellschaften wie Swissair und KLM akzeptierten deutlich kleinere Piloten.   

Dennoch lehnte das Gericht es ab, die Lufthansa zu einer Entschädigung zu verurteilen, weil der Frau durch das Vorgehen kein materieller Schaden entstanden sei. Die Klägerin hatte 135.000 Euro Schadensersatz und Entschädigung gefordert.

Die Lufthansa hatte die Abweisung der jungen Frau damit begründet, dass sie mit einer Körpergröße von 161,5 Zentimetern zu klein sei, um das Flugzeug sicher steuern zu können. Der Vorsitzende Richter Jochen Sievers war anderer Meinung: "Wir sehen eine mittelbare Diskriminierung. Man kann sagen, dass fast 40 Prozent der Frauen ausgeschlossen werden." Denn Frauen seien im Durchschnitt deutlich kleiner als Männer. Eine Entschädigung für die Klägerin sei nach geltendem Recht dennoch nicht möglich. Das Landesarbeitsgericht bestätigte damit ein Urteil aus erster Instanz.

Lufthansa-Sprecher MichaelLamberty hatte angekündigt, mit den Gewerkschaften über das Thema zu sprechen. Das Mindestmaß von 165 Zentimeter ist im Tarifvertrag festgelegt: "Ich kann mir schon vorstellen, dass wir dieses Detail nochmal aufnehmen."