Einer der wichtigsten Faktoren für die beruflichen Chancen ist in Deutschland die Schulbildung. Nach wie vor ist das deutsche Bildungssystem kaum durchlässig und es ist schwer, eine gewählte Laufbahn später zu verändern. Wer mit einer niedrigen Schulbildung ins Erwerbsleben startet, hat schlechte Chancen, einen höheren Bildungsabschluss nachzuholen oder ein Studium abzuschließen. Zwar haben insgesamt mehr als 90 Prozent der Deutschen über 15 Jahren einen Schulabschluss. Trotzdem fehlt mehr als jedem Vierten eine Berufsausbildung. Das zeigt die Infografik, die das Statistikportal Statista für ZEIT ONLINE erstellt hat.

Zudem ist zu beobachten, dass bei den Jüngeren die Akademisierung zunimmt. So sinkt der Anteil derjenigen, die einen Haupt- oder Realschulabschluss haben, während der Anteil derjenigen mit Hochschulreife steigt.    

Mit höherer Bildung sinkt das Risiko, arbeitslos zu werden. Das zeigt eine Untersuchung von Eurostat: Im Jahr 2012 waren 2,4 Prozent der Akademiker in Deutschland arbeitslos gemeldet, während die Arbeitslosenquote in der Bevölkerung mit mittlerem Bildungsstand bei 5,4 Prozent lag und bei Menschen mit niedriger Qualifizierung bei 12,6 Prozent.

Insgesamt haben 27,3 Prozent der Deutschen die Fachhochschul- oder Hochschulreife und 14,1 Prozent haben ein Studium abgeschlossen. Die Zahlen zeigen auch, wie stark das duale Berufsausbildungssystem ist: Jeder Zweite hat eine Lehre oder Berufsausbildung abgeschlossen.

Nach wie vor ist die Bildung der Eltern entscheidend für die Chancen auf Schulbildung: 2012 hatten fast zwei Drittel der Kinder, die ein Gymnasium besuchten, mindestens einen Elternteil mit Abitur oder Fachabitur. Hingegen betrug der Anteil der Kinder, die eine Hauptschule besuchten und deren Eltern einen hohen Bildungsabschluss hatten, nur 7,8 Prozent.