Die Dax-Konzerne beschäftigen weniger Frauen in ihren Vorständen. © Robert Schlesinger/dpa

In den Vorständen der 160 in den deutschen Aktienindizes notierten Unternehmen sitzen laut einer Auswertung der Hans-Böckler-Stiftung immer weniger Frauen.

Die Frauenquote in Vorständen habe sich 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent verringert. Nur in einem Fünftel der im Dax, MDax, SDax und TecDax gelisteten Unternehmen gebe es aktuell eine Frau an der Spitze.

Die Mitbestimmungsexpertin der Stiftung, Marion Weckes, bezeichnete diese Quote als "erschreckend gering". In nur einem der ausgewerteten Unternehmen gebe es drei Frauen in der Chefetage, in keinem mehr als zwei.         

Insgesamt verzeichnete die Stiftung in den vergangenen zehn Jahren nur ein geringes Wachstum von Frauen auf Vorstandsebene. Der Aufwärtstrend der seit 2010 feststellbar gewesen sei, habe sich zuletzt wieder umgekehrt.

Positiver stellt sich die Entwicklung des Frauenanteils in den Aufsichtsräten dar. Seit fünf Jahren habe sich dieser kontinuierlich erhöht und zuletzt 18,8 Prozent betragen. In fast einem Fünftel der Unternehmen gebe es mehr als drei weibliche Mitglieder in den Kontrollgremien.               

Deutliche Unterschiede zeigen sich allerdings zwischen Kapital und Arbeitnehmerseite: Während die Beschäftigten auf ein Viertel Frauenanteil in den Aufsichtsräten kämen, seien es bei den Anteilseignern 14,7 Prozent.