Muss ich bei einer ordentlichen Kündigung auch den Kündigungsgrund nennen?, fragt Erik Fischer.

Sehr geehrter Herr Fischer,

gesetzlich sind Sie (ob Mitarbeiter oder Arbeitgeber) nicht verpflichtet, bei einer ordentlichen Kündigung auch den Kündigungsgrund im Kündigungsschreiben selbst zu benennen. Dies gilt auch für die außerordentliche Kündigung. Nach § 626 Abs. 2 Bürgerliches Gesetzbuch, hat der Kündigende dem anderen Teil erst auf Verlangen den Kündigungsgrund unverzüglich schriftlich mitzuteilen. Selbst das Wort "Kündigung" braucht nicht verwendet zu werden.

Allerdings muss der Beendigungswunsch klar und deutlich niedergeschrieben werden. Der Beendigungswille muss aus den Gesamtumständen hinreichend klar erkennbar sein. Sonderregelungen bestehen für die Kündigung von Berufsausbildungsverhältnissen nach Ablauf der Probezeit und im Mutterschutz nach Zustimmung der zuständigen obersten Landesbehörde. Hier muss die Kündigungserklärung gleichzeitig auch eine Begründung enthalten.

Unter Umständen kann sich auch aus einem Tarif- oder Arbeitsvertrag eine Begründungspflicht ergeben, was aber in der Praxis nicht oft vorkommt. Enthält ein Kündigungsschreiben in diesen Fällen keine Gründe, so ist die Kündigung unwirksam.

Aber egal, was der Gesetzgeber vorsieht, Arbeitgeber und Mitarbeiter sollten doch immer ehrlich sagen, warum sie das Arbeitsverhältnis beenden möchten. Nur so haben beide Seiten die Möglichkeit, an Defiziten zu arbeiten.