Bei uns im Betrieb gibt es einige Kollegen, die rauchen. Immer wieder gehen sie dafür vor die Tür. Wir Nichtraucher haben diese ständigen Kurzpausen nicht, was ich ungerecht findet. Dürfen die rauchenden Kollegen einfach immer wieder vor die Tür gehen oder machen sie nicht streng genommen Arbeitszeitbetrug?, fragt Manfred Mohr.

Sehr geehrter Herr Mohr,

Arbeitnehmer dürfen nicht einfach beliebig oft Pausen machen – auch keine kurzen Rauchpausen. Auch dann nicht, wenn Arbeitgeber hier nicht explizit ein Verbot ausgesprochen haben. Streng genommen könnten Arbeitgeber sich sogar weigern, diese Pausenzeiten zu bezahlen, schlichtweg weil in dieser Zeit einfach nicht gearbeitet wird. Von einem Arbeitszeitbetrug würde ich hier allerdings nicht sprechen.

Wenn Ihr Arbeitgeber Rauchpausen aber generell außerhalb der regulären Pausen verboten hat, dann missachten Ihre Kollegen mit ihrem Verhalten diese Anweisung. Die Folge: Ihr Arbeitgeber kann diese Kollegen für ihr Fehlverhalten als arbeitsvertragliche Pflichtverletzung abmahnen – und im Wiederholungsfall kündigen. Die Pausen müssen dann wiederum nicht bezahlt werden.

Sofern Ihr Arbeitgeber die Rauchpausen außerhalb der regulären Pausen aber erlaubt, wäre es fair, wenn die Kollegen die Zeit ans Ende dranhängen oder eine verkürzte Mittagspause machen.

Bevor Sie sich direkt an Ihren Arbeitgeber wenden, versuchen Sie zunächst das direkt klärende Gespräch mit Ihren Kollegen. Sollte das zu keinem Ergebnis führen, gehen Sie zum Betriebsrat – falls vorhanden – und bitten dort um Vermittlung. Die wirklich letzte Maßnahme sollte der Gang zum Chef sein, denn damit entschärfen Sie die Situation nicht, sondern heizen sie nur noch an.

Ihr Ulf Weigelt