Der Anteil der Männer mit einem Teilzeitjob ist in Deutschland weiterhin klein. Nur neun Prozent der erwerbstätigen Männer zwischen 20 und 64 Jahren arbeiteten im Jahr 2015 in Teilzeit. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Im europäischen Vergleich lag Deutschland damit auf dem achten Platz. In absoluten Zahlen sind das 1.817.300 in Teilzeit arbeitende Männer.

Die höchste Männer-Teilzeitquote gab es in den Niederlanden mit 22 Prozent, gefolgt von Schweden und Dänemark mit jeweils 12 Prozent. Als wesentliche Gründe für eine Teilzeitbeschäftigung nannten Männer in Deutschland eine Aus- oder berufliche Fortbildung (24 Prozent), oder die fehlende Möglichkeit eines Vollzeitjobs (23 Prozent).

Frauen arbeiten im Vergleich deutlich häufiger in Teilzeit. Im gleichen Altersrahmen von 20 bis 64 Jahren waren es 2015 laut Eurostat in Deutschland 47 Prozent. Als Hauptgrund mit einem Anteil von 29 Prozent wurde hier Betreuung von Kindern oder erwerbsunfähigen Erwachsenen angegeben, 6 Prozent gaben eine Aus- oder berufliche Fortbildung als Grund an und 12 Prozent fanden keinen Vollzeitjob.

Die Anzahl der teilzeitbeschäftigten Frauen ist seit neun Jahren relativ stabil. Der Anstieg seit 2006 beträgt weniger als ein Prozent. Auch bei den Männern ist in den vergangenen Jahren die Anzahl derer gestiegen, die in Teilzeitarbeit angestellt sind. 2006 waren es noch 8,2 Prozent. Das sind in absoluten Zahlen 228.300 Männer weniger als 2015.

Kritiker beklagen seit Langem, dass Frauen in der deutschen Wirtschaft zu selten in Führungspositionen aufstiegen. Männer hingegen würden privilegiert. Die frauenpolitische Sprecherin der Linkspartei, Cornelia Möhring, nannte im Interview mit ZEIT ONLINE einen Grund dafür: Angestellte in Teilzeitarbeit würden regelmäßig schlechter vom Arbeitgeber bewertet – und Frauen seien häufiger als Männer nur in Teilzeit beschäftigt.