Der Deutschen liebstes Kantinenessen: Seit Jahrzehnten unangefochten die Currywurst. Natürlich mit Pommes. Gefolgt von Spaghetti Bolognese und Pizza. Gesund geht anders. In Deutschland gibt es mehr als 14.000 Kantinen, Betriebsrestaurants und Mensen, die Berufstätige täglich mit frischem Essen versorgen. Mehr als jeder Fünfte isst täglich in so einer Kantine. 1,5 Milliarden Hauptmahlzeiten werden in den Betriebsrestaurants in der ganzen Republik zubereitet – und leider achtet nur ein Teil der Küchenchefs darauf, dass die Gerichte auch wirklich gesund oder gar Bio sind.

Lediglich Farb- und Konservierungsstoffe, Antioxidationsmittel und Phosphate müssen in Kantinen ausgewiesen werden. Eine Pflicht, gesund zu kochen, besteht indes nicht. Tatsächlich zeigen Ernährungsstudien über das Essverhalten von Berufstätigen in Kantinen, dass viele fast täglich Fleisch essen – und viel zu fettig.

Aber genau das ist ein Problem. Übergewicht und Diabetes sind schon heute ein breites Problem. 

Nun haben sich Schweizer Forscher in einer neuen Untersuchung mit den Auswirkungen von zu fetten Essen beschäftigt, wie Wirtschaftspsychologie aktuell berichtet. So gut wie jeder kennt das Mittagstief, das gerade nach einer kalorienhaltigen, deftigen und fettigen Mahlzeit heftiger auszufallen scheint. Die Forscher wollten wissen, ob das Hirn durch zu fettes Essen tatsächlich abbaut und die geistige Leistung abnimmt.

Die Wissenschaftler führten ihren Versuch allerdings nicht an Menschen sondern an Mäusen durch – genauer gesagt: mit heranwachsenden, jungen und mit bereits ausgewachsenen, erwachsenen Mäusen, denen sie entweder sehr fettes oder gesundes Futter gaben und dann untersuchten, welche neuronalen Effekte zu beobachten waren.

Gut einen Monat lang fütterten sie die einen Tiere mit normalem Futter, eine Gruppe Tiere bekam Futter, das einen enorm hohen Fettanteil hatte. Nach der Fütterung sollten die Tiere durch ein Wasserlabyrinth schwimmen. Schließlich nahmen sie den Mäusen Blut ab und untersuchten die Werte. Später wurde auch das Hirn der Versuchstiere untersucht.

Das Hirn leidet unter zu viel Fett

Die Mäuse, die fettige Nahrung erhalten hatten, kamen viel schlechter durch das Labyrinth. Sie lernten viel langsamer den Ausweg zu finden. Die Hirnuntersuchung zeigte später, dass in den Gehirnen der heranwachsenden Tiere, die fettige Nahrung erhalten hatten, ein bestimmtes Eiweiß seltener vorkam. Dieses ist aber wichtig für die Reifung des Gehirns. Zugleich entdeckten die Forscher, dass der Austausche zwischen den Nervenzellenenden gestört war.

Bei den erwachsenen Tieren waren die Effekte hingegen geringer. Die Schweizer Forscher folgerten dem Bericht zufolge aus dieser Beobachtung, dass besonders für Heranwachsende zu fettige Nahrung schlecht für die Entwicklung ist.

Generell steht auch fest: Dauerhaft zu fettige Nahrung schwächt auch das Leistungsvermögen von Erwachsenen und senkt die Konzentrationsfähigkeit. Besser ist es, gerade im Job auf zu fettes Essen zu verzichten und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Und übrigens gibt es noch ein Gesundheitsrisiko: Wer nicht körperlich arbeitet und eine sitzende Tätigkeit ausübt, tut gut daran, für mehr Bewegung und kalorienarme Ernährung zu achten. Forscher fanden nämlich auch heraus, dass viel Sitzen im Laufe des Berufslebens das Leben verkürzen kann. Frei nach dem Motto: Wer viel sitzt, ist früher tot.