Sie sind Wissenschaftlerinnen, Entwicklerinnen, Gründerinnen, Künstlerinnen und freischaffende Frauen. Frauen, die Beton recyclen, Meere vom Plastik befreien oder Technologien entwickeln, mit denen sich Krebserkrankungen schneller erkennen lassen. Eine 16-köpfige Expertenjury hat am Donnerstag 25 Frauen, deren Erfindungen unsere Welt besser machen, ausgewählt und mit dem Edition F Award ausgezeichnet.

Mit der Auszeichnung will Edition F Frauen, die mit ihren Ideen dazu beitragen, unser Leben zu erleichtern und neue Perspektiven zu eröffnen, eine Bühne geben.

Den Award verleiht Edition F bereits zum vierten Mal in Kooperation mit ZEIT ONLINE, dem Handelsblatt und Gründerszene.de. 2014 hat das Magazin "25 Frauen für die digitale Zukunft" ausgezeichnet, 2015 "25 Frauen, die wir bis 2025 als Dax-30-CEO sehen wollen" und 2016 "25 Frauen, die unsere Welt besser machen" gesucht und gefunden. Frühere Preisträgerinnen des Awards waren unter anderem die Unternehmerinnen Aynur Boldaz-Özdemir und Sina Trinkwalder, die Professorin Gesche Jost und die Journalistin Dunja Hayali.





Die 25 Gewinnerinnen 2017

Patricia Asemann, Jugend-forscht-Gewinnerin

Patricia Asemann hat mit ihrem damaligen Forschungspartner für den Bundeswettbewerb Jugend forscht ein computerbasiertes Verfahren, das die Entstehung eines Planetensystems aus Staubscheiben simuliert, entwickelt. Mittlerweile studiert Asemann mit 18 Jahren Mathe und Physik im Doppelstudium in Jena.

Katrin Bermbach, Nora Blum, Farina Schurzfeld, Gründerinnen Selfapy

Selfapy ist eine App für Menschen, die psychologische Beratung brauchen, aber keinen Termin bekommen. Die Teilnehmer werden anonym über neun Wochen psychologisch durch Telefonate und Chats begleitet. Das alles wird von der Krankenkasse übernommen.

Melanie Blokesch, Mikrobiologin

Cholera ist vor allem in Entwicklungsländern immer noch ein großes Problem. Melanie Blokeschs Forschung hat dazu beigetragen, die genetische Anpassung von Erregern an Umweltbedingungen zu verstehen. Mittlerweile leitet sie das Labor für molekulare Mikrobiologie an der ETH Lausanne (EPFL) in der Schweiz. Ihre Grundlagenforschung zum Cholera-Bakterium leistet einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis des Erregers.

Anke Domaske, Gründerin QMilk

Jedes Jahr werden Tausende Liter Rohmilch weggeschüttet, da sie nicht mehr verkehrsfähig sind und deshalb nach gesetzlichen Regelungen nicht mehr als Lebensmittel verwendet werden dürfen. Die Mikrobiologin Anke Domaske stellt in ihrem Unternehmen QMilk Textilfasern, Kosmetik und Granulat aus nicht als Lebensmittel verwendeter Rohmilch her. Für die Faser und das Granulat wird das Milcheiweiß Kasein aus der Rohmilch gewonnen und weiterverarbeitet. Es werden also Produkte benutzt, die sonst weggeschmissen werden.

Maria Driesel, Gründerin Inveox GmbH

Die studierte Wirtschaftsingenieurin hat einen smarten Container für Gewebeproben entwickelt, um die Krebsdiagnose schneller und sicherer zu gestalten. Anders als bei der üblichen Untersuchung muss die Gewebeprobe nicht mehrmals das Behältnis wechseln und kann so mit einer Maschine bearbeitet werden, die dem Pathologen zusätzliche Informationen für die Diagnose gibt.

Monika Fleischmann, Medienkünstlerin

Monika Fleischmann verknüpft Daten mit Kunst. Zusammen mit ihrem Partner, dem Architekten Wolfgang Strauss, leitet sie Netzspannung.org, eine Plattform für interaktive Medienkunst. Für ein Kunstwerk projizierte sie 2004 zum Beispiel die 500 meistgenutzten Hauptworte in der Süddeutschen Zeitung auf den Boden vor dem Literaturhaus und ließ sie von Computerstimmen vorlesen. Passanten konnten per Touchscreen Wörter auswählen, die dann als audiovisuelles Echo erfahrbar wurden.

Pia Frey, Mitgründerin Opinary

Pia Frey hat mit ihrem Gründungsteam Opinary ein Debattentool entwickelt, das es Lesern durch Umfragen besonders leicht macht, ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen. 15 Mitarbeiter beschäftigen sie in ihren Startup mittlerweile.

Susanne Friebel, Gründerin Phoneon

Immer mehr Menschen müssen auf immer kleinerem Raum arbeiten, leben und zusammenkommen. Susanne Friebel hat deshalb Phoneon gegründet und entwickelte mit ihrem Team einen Schallabsorber, der Hintergrundgeräusche dämpft und so besonders Gespräche erleichtert – und das ganz einfach, indem der Sound Butler, der in den Raum gestellt wird, dann sofort die Akustik verbessert.