Beruf der Woche Bio-Hoodies aus Berlin
Kenan Polat und Eva-Anke Weber stellen Kapuzenpullover aus Biobaumwolle her. Ihr Modelabel Ken Panda trifft den Zeitgeist.
© privat

In der Ruhe liegt der Hoodie. Kenan Polat und Eva-Anke Weber designen, bedrucken, schneidern und verkaufen Kapuzenpullover aus Biobaumwolle
Online-Shops sind ein Fluch für kleine Boutiquen. Kunden, die ihren Einkaufskorb im Internet füllen, gefährden die Existenz der Einzelhändler. Für Kenan Polat und seine Lebensgefährtin Efka Weber hingegen sind Online-Shops ein Segen. Seit zwei Jahren betreiben die jungen Eltern das Berliner Modelabel Ken Panda.
Ihre ausgefallen bedruckten Kapuzenpullover aus Bio-Baumwolle vertreiben sie ausschließlich im Internet über ein externes Portal, auf dem Künstler und Kreative ihre Waren anbieten können, eine Art Amazon für die Macher von Mode und Schmuck. Der Vorteil für die Anbieter: Der Betreiber des virtuellen Marktplatzes behält im Gegensatz zu den Boutiquen nur fünf Prozent des Verkaufspreises ein. "An einem Pullover, der im Laden verkauft wird, würden wir nur wenige Euro verdienen und das würde zum Leben kaum reichen", erklärt Kenan Polat.
So reicht es inzwischen. Für eine kleine Wohnung mit anliegendem Atelier am Rande des Berliner Szenebezirks Friedrichshain und auch für das schmale Gehalt der drei Praktikantinnen, die im Atelier helfen.
Hoodies sind klassisch, sie werden nie aus der Mode kommen.
Kenan Polat
Das Atelier ist Ken Pandas Werkstatt, dominiert von einem großen weißen Tisch, auf dem sich Scheren und bunte Stoffreste verteilen. Im Hintergrund mischt sich das Surren der Nähmaschinen mit dezenter Reggae-Musik. An einer langen Kleiderstange hängen die unzähligen Kapuzenpullover. Weiße mit einem blauen Entenmuster, grau melierte mit rosanen und blauen Spielzeugautos, schwarze mit kupferfarbenen Pflanzenelementen.
"Hoodies sind klassisch, sie werden nie aus der Mode kommen", sagt Kenan Polat; seine Partnerin und er haben sich bislang auf die Produktion von Kapuzenpullovern beschränkt: "Mit den Motiven kann man wunderbar auf den Zeitgeist reagieren."
Zeitgeist. Polat mag das Wort, das aus dem Englischen in zahlreiche andere Sprachen übernommen worden ist. Was er denn nun sein Beruf sei? Modedesigner? Schneider? Unternehmer? Model? "Ein bisschen von allem", sagt Polat, "vielleicht ein Zeitgeistler."
Eigentlich hatte er Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Ein Fach, mit dem ihn heute nur noch die Excel-Tabellen, mit deren Hilfe er seine Bestellungen verwaltet, verbinden. Nach drei Jahren brach er das Studium ab, lernte wenig später Eva-Anke kennen. Sie betrieb damals ein kleines Modegeschäft, in dem sie eigens produzierte Unikate verkaufte.
- Datum 12.10.2009 - 14:29 Uhr
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- Serie Beruf der Woche
- Quelle ZEIT ONLINE
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Außergewöhnlich gute Sachen, die ihr da macht!
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