In Deutschland verdienen Frauen durchschnittlich 23 Prozent weniger als Männer. Diese Lücke wird als Gender Pay Gap (GPG) bezeichnet. Der GPG wird vom Statistischen Bundesamt berechnet. Der Wert stellt den prozentualen Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von allen sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland dar. Darum handelt es sich zunächst um die unbereinigte, also einfache Lohnlücke.

Die bereinigte Lohnlücke ergibt sich, wenn die Löhne von Frauen und Männern mit denselben, individuellen Merkmalen verglichen werden – also nur Frauen und Männer mit dem gleichen formalen Bildungsniveau, dem gleichen Beruf und der gleichen Position miteinander verglichen werden.

Hier unterscheiden sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jedoch häufig – denn Frauen arbeiten häufig weniger, öfter in Teilzeit und auf den unteren Positionen. In die Berechnung fließen jedoch nur Stundenlöhne ein, so dass Teilzeitbeschäftigung hier keine Verzerrung darstellen kann.

Auffällig ist, dass im europäischen Vergleich, der von Eurostat erhoben wird, überall in der EU Frauen weniger als Männer verdienen. Berechnet auf alle 27 Mitgliedsstaaten beträgt der Unterschied einen Prozentabstand von 17,4. In den einzelnen Ländern variieren die Werte jedoch erhebenlich. Deutschland rangiert mit einem Unterschied von 23 Prozent auf den hinteren Plätzen.

Zwischen Ost- und Westdeutschland herrschen noch einmal heftige Unterschiede: Während in den alten Bundesländern die Arbeitnehmerinnen durchschnittlich 24 Prozent weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen erhalten, sind es in Ostdeutschland nur sechs Prozent.