ExistenzgründungSo schreibt man einen Businessplan

Der Businessplan steht am Anfang jeder Unternehmensgründung. Ein gut durchdachter Plan bewahrt den Gründer vor dem Scheitern. ZEIT ONLINE zeigt, was zu beachten ist. von 

So lieber nicht: Einen Businessplan schreibt man nicht mal schnell runter. Ein vernünftiger Plan braucht bis zu vier Wochen Arbeit

So lieber nicht: Einen Businessplan schreibt man nicht mal schnell runter. Ein vernünftiger Plan braucht bis zu vier Wochen Arbeit  |  © Stephen Brashear/Getty Images

Wer sich selbstständig machen will, braucht einen (Business-)Plan. Allerdings nehmen ihn besonders Kleinunternehmer in spe nicht sehr ernst. Nicht selten, ärgert sich beispielsweise Marc Evers, Leiter des Referats Mittelstand und Existenzgründung beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag ( DIHK ), herrsche sogar der Irrglaube vor, man schreibe ihn für die Bank oder die Agentur für Arbeit. "Das ist falsch, man macht ihn für sich selbst", sagt der Gründerberater. Das Wagnis Selbstständigkeit gelingt vor allem dann, wenn der angehende Unternehmer genau weiß, was er will, was er dazu benötigt – und wer ihm seine Idee abkauft. "Genau, um das alles zu verifizieren, ist es so wichtig, einen formalen Businessplan zu erstellen", sagt Evers. Eine Vielzahl von Gründungen – zumeist als Alternative zur Arbeitslosigkeit – scheitert , haben die Experten der DIHK im aktuellen Gründerreport ausgemacht. Etwa 40 Prozent der Gründer können ihre Idee nicht einmal klar formulieren.

1. Die Geschäftsidee
Das entscheidende Fundament ist die Geschäftsidee selbst. Viele überstürzen den Schritt in die Selbständigkeit aus Angst vor Arbeitslosigkeit. Aber selbst die Gründung eines Kleinunternehmens muss sorgfältig geplant werden. Entscheidend an der Idee st das Alleinstellungsmerkmal. Evers Tipp: Wer sich selbstständig machen will, soll seine Idee zuerst Freunden und Kollegen erläutern. Erst wenn es keine Rückfragen mehr gibt, hat sie Papierform.

2. Der Gründer
Banken oder Geldgeber wollen aus dem Businessplan herauslesen, welche Qualifikation der Gründer hat, welchen Einblick in die Branche und wie er sich eventuell fehlendes Know-how beschafft. Es ist ratsam, sich an dieser Stelle auch mit den psychischen Belastungen einer Gründung auseinanderzusetzen. "Es reicht nicht, nur einer Arbeitslosigkeit auszuweichen zu wollen", sagt Iris Kronenbitter, Leiterin der bundesweit tätigen Gründerinnenagentur in Stuttgart . "Wer dauerhaft als Selbstständiger bestehen will, braucht eine entsprechende Persönlichkeit – und muss überzeugend darlegen können, dass er sie hat."

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3. Die rechtlichen Rahmenbedingungen
Gedanklich wird aus einem Ladenlokal schnell ein Seminarraum. Aber sind dann die baulichen Vorgaben erfüllt? Sind auch standesrechtlich alle Voraussetzungen erfüllt, um die Dienstleistung überhaupt anbieten zu dürfen? Viele Gründer lassen in der Anfangsphase rechtliche Fragen vollkommen außer Acht. Stellt sich dann aber heraus, dass Nachrüstungen fünfstellige Investitionen erfordern, "kann das Aufwachen bitter werden", sagt Kronenbitter. Schon aus dem Businessplan sollte daher klar hervorgehen, dass der Gründer alle Rahmenbedingungen kennt und hinterfragt hat.

4. Der Kundennutzen
Auch der Kundennutzen ist ein unterschätzter Aspekt. Besonders Businesspläne im Hightechbereich, kranken daran, dass die Verfasser sehr detailverliebt den technischen Fortschritt loben, aber keinen Gedanken daran verschwenden, was ein Käufer davon hat, erzählt Kai Thierhoff, der als privater Gründungsberater arbeitet. Entscheidend: Ein Businessplan muss immer die Sicht des Kunden darstellen, nicht die Sicht des Gründers: Warum gibt es das Produkt/die Dienstleistung bislang noch nicht? Warum kommt der Kunde bislang auch ohne klar?

Leserkommentare
  1. Eine Standortanalyse wird insbesondere für stationäre Geschäftsmodelle benötigt, d.h., dass der Standort mit all seinen Standortfaktoren den Erfolg maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere für Einzelhandelsgeschäfte und einzelhandelsnahe Dienstleister (z.B. Frisör), deren Geschäftsräume von den Kunden aufgesucht werden.

    Auf http://www.standortanalys... finden Sie einen Dienst, der objektive, fundierte datengestützte Standortanalysen zu gründerfreundlichen Preisen anbietet.

    Eine Umsatzprognose als Basis Ihrer Umsatz- und Rentabilitätsplanung ist im sog. Pluspaket bereits integriert.

    Der Dienst heißt "Online Standortcheck".

  2. Ich frage mich, ob der Standortcheck nicht zu allgemein ist. Ist eine Standortanalyse nicht zu individuell, um diese mit einen Online-System zu erstellen?

  3. Hallo!
    In Ergänzung zu dem Artikel möchte ich ergänzende Informationen zum Inhalt des Businessplans liefern:
    Das Thema Rechtsform wurde leider nicht angesprochen. Hier sollte sich der Gründer ebenfalls gründlich überlegen welche Rechtsform er nutzen möchte. Um zu klären welche Genehmigungen nötig sind, möchte ich auf den "Einheitlichen Ansprechpartner" verweisen. Bestandteil des Businessplans sollte auch ein Kapitel über kurz-, mittel- und langfristige Ziele sein. Bevor das konkrete Marketingkonzept geschildert wird, gilt es die Strategie insgesamt festzulegen. Auch das Thema Organisation, also Struktur des Unternehmens, Wertschöpfungskette etc. sollte beleuchtet werden. Die Klammer für den Businessplan bildet dann die Zusammenfassung (zum Schluss schreiben) und eine Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken-Analyse. Kapitel für Kapitel führt das Portal Für-Gründer.de durch den Businessplan (www.fuer-gruender.de). Hier kann man auch ein kostenloses Finanzplantool herunterladen, dass die genannten Punkte des Artikels abdeckt. www.fuer-gruender.de/busi...

    Noch ein Tipp: Nutzen Sie keine Vorlagen und Bausteine für Ihren Businessplan! Schreiben Sie selbst!

    Beste Grüße und viel Erfolg

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  • Schlagworte Arbeitslosigkeit | DIHK | Dienstleistung | Gründung | Marketing | Selbständigkeit
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