Frauen in der WirtschaftManagerin, Mutter, Musterfrau?

An der Spitze von Microsoft in Deutschland steht eine Frau: Angelika Gifford möchte ein Vorbild sein. Die Managerin vereinbart Spitzenposition und Kinder.

Wenn der Sandmann kommt, geht Angelika Gifford nach Hause. Spätestens um kurz vor sieben verlässt die Managerin abends ihren Schreibtisch in der Geschäftsleitung des Softwarekonzerns Microsoft Deutschland in München, eilt nach Hause und schaut mit ihrem kleinen Sohn Fernsehen. "Der Sandmann ist mein Limit", sagt die 44-Jährige über das abendliche Ritual. Für den gelungenen Balanceakt zwischen Kind und Karriere und ihre außergewöhnliche Leistung als Frau in der Wirtschaftswelt ist sie von der Mestemacher Gruppe in Gütersloh zur "Managerin des Jahres 2009" gekürt worden. Die Auszeichnung betrachtet sie als Ansporn, anderen Frauen zu zeigen: Auch Mütter können im Top-Management arbeiten.

Für die studierte Bankbetriebswirtin Angie Gifford, wie sie in dem US-Konzern Microsoft genannt wird, hat sich die Frage Kind oder Karriere nie gestellt. Nicht als sie ihren Mann heiratete, der aus seiner ersten Ehe zwei größere Töchter mitbrachte. Und auch nicht, als sie vor fünf Jahren den gemeinsamen Sohn Kevin zur Welt brachte. "Unsere Freunde haben damals Wetten abgeschlossen, wie lange ich es wohl zu Hause aushalte", erzählt sie. Sie machte eine Baby-Auszeit von vier Monaten, kehrte danach in den Job zurück und erzählt, dass sie so motiviert gewesen sei wie selten zuvor. 

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Eine längere Auszeit wäre für die in Nordrhein-Westfalen geborene Powerfrau nicht infrage gekommen. "Ich glaube, wenn man ausgeglichen und zufrieden ist, überträgt sich das auch aufs Kind", sagt sie. Und das heißt für sie: Karriere mit Kind. Um nicht zu lange von Kevin getrennt zu sein, verzichtete sie aber vorerst auf eine internationale Karriere und kümmert sich in der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland um die Bereiche Öffentliche Verwaltung, Bildung und Gesundheitswesen.

In dieser Funktion betreut sie Städte, Krankenhäuser, Schulen und Forschungseinrichtungen, die mit der Software von Microsoft arbeiten. In ihrer Branche ist sie zu 80 Prozent von Männern umgeben. Gifford wünscht sich, dass Männerdomänen bald der Vergangenheit angehören. "Denn in der heutigen Zeit sollte die Kompetenz einer Person über das berufliche Fortkommen entscheiden und nicht, ob sie männlich oder weiblich ist, ob sie Rock oder Hose anhat."

Während Gifford zu Beginn ihrer Karriere in der Softwarebranche vor fast 20 Jahren auch mal für die Sekretärin des Chefs gehalten wurde, sind Frauen in Führungspositionen inzwischen keine seltenen Einzelexemplare mehr. Im 14-köpfigen Management-Team von Microsoft Deutschland sind derzeit vier Frauen beschäftigt, die alle Kinder haben. Gemischte Teams sind aus Sicht der weltweiten Personalchefin Lisa Brummel ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Da die Microsoft-Produkte auch von Frauen genutzt werden, könnten sie nicht nur von Männern gemacht und verkauft werden. "Wir müssen die unterschiedlichen Anforderungen der Kunden kennen."

Ohne verlässliche Betreuung ist die Karriere mit Kind aber nicht zu machen. Giffords Sohn Kevin besucht ganztags eine internationale Vorschule, von der er nachmittags um 17 Uhr mit dem Bus zurückgebracht wird. "Das hat vieles leichter gemacht", sagt sie. Die wichtigsten Begriffe aus Mamas Alltag als Managerin beherrscht er aber ohnehin schon. Wenn Gifford mal früher zu Hause ist, fragt er sie ganz professionell: "Mama, hast du noch einen Call?" Oder: "Musst du noch deine Mails checken?" Als seine Mutter zur "Managerin des Jahres" ausgezeichnet wurde, durfte er mit zur Preisverleihung nach Berlin fahren und auf der Bühne des Luxushotels Adlon den Pokal entgegennehmen. Der steht inzwischen in seinem Kinderzimmer und wird jeden Tag ausgiebig bewundert.

Dass ihr Modell in der Wirtschaft so wenige Nachahmerinnen findet, liegt aus Sicht von Gifford vor allem an der Bescheidenheit und Zurückhaltung der Frauen. Kolleginnen bei Microsoft, um die sie sich als Mentorin kümmert, gibt sie einen einfachen Rat. "Guckt nicht, wie groß die Schuhe sind, sondern schlüpft einfach rein. Ein Mann würde das auch machen – selbst wenn sie drei Nummern zu groß sind."

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Leserkommentare
  1. 1. Blöd

    Wieso soll so ein Leben nachahmenswert sein? Was daran ist toll um 19.00 aus dem Büro zu kommen um sich dann 20 min mit seinem Sohn vor den Fernseher zu hocken? Wie kann man sein Kind ab dem 4. Monat fremden Menschen anvertrauen die es umsorgen und betreuen? Fühlt man sich der Aufgabe ein Kind zu erziehen nicht gewachsen und muss deshalb in ein Unternehmen flüchten und irgendwelchen Schwachsinn managen den niemand braucht? Eigentlich kein Artikel der einen motiviert, sondern ein Artikel, der einen traurig machen kann, das jemand so egozentrisch leben muss und seine eigene Existenz zu rechtfertigen. Arme Familie, armes Umfeld. Da hat die ganze Bildung auch nix geholfen.

  2. ein PR Artikel, der als solches nicht gekennzeichnet wurde

  3. Du sagst, in deiner Arbeit findest du Erfüllung und Glück
    Drum gehst du früh am Morgen, kommst spät abends zurück
    Auch am Wochenende wühlst du noch in Akten rum
    Wenn ich dann explodier, fragst du mit unschuldsvollem Blick: Warum?

    Du bist auf Paragraphen scharf und auf die Abschlußbilanz
    Es macht dich stolz, wenn du Gewinne vorweisen kannst
    Und wenn Not am Mann ist, dann schaffst du das ganz allein
    Du bist hellwach im Geschäft, doch hier bei mir zu Haus schläfst du gleich ein

    Dann heirat doch dein Büro
    Dann heirat doch dein Büro
    Stell dir ein Bett dort hinein und schlaf mit Akten und Computern ein
    Dann heirat doch dein Büro
    Du liebst es doch sowieso
    Dort hast du deine Show
    Drum geh und heirat doch dein Büro

    Und wenn du wirklich für mich Zeit hast; ca. drei Mal im Jahr
    Dann spricht nur einer - das bist du - das Thema ist klar
    Daß du jetzt bald zweiter leitender Direktor bist
    Daß du bald noch mehr verdienst und deine Sekretärin schwanger ist

    Und deine Kinder kennen dich nur noch vom Kommen und Gehen
    Ich sitz zu Haus und komm schon auf verrückte Ideen
    Wenn ich dich mal brauche, red ich dich erst gar nicht an
    Ich schreib ne Aktennotiz: Hast du mal Zeit für mich, wenn ja, dann wann?

    Mensch heirat doch dein Büro
    Mensch heirat doch dein Büro
    Stell dir ein Bett dort hinein und schlaf mit Akten und Computern ein
    Dann heirat doch dein Büro
    du liebst es doch sowieso
    Dort hast du deine Show
    drum geh und heirat doch dein Büro

  4. Ich verstehe nicht so ganz wo ihr das Problem an diesem durchaus bewundernswertem Beispiel seht?
    Auch andere Frauen lassen ihre Kinder ganztags betreuen.
    Wieso macht es da einen Unterschied ob es eine Managerin ist oder eine Angestellte?
    Sie alle arbeiten doch einfach nur fuer ihren Unterhalt - da kann die Dame aus dem Artikel doch nur Glueck haben, dass es ihr sogar Spass macht und sie Ehrgeiz zeigt...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Microsoft | Adlon | Auszeichnung | Gesundheitswesen | Karriere | Rock
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