Selbstvermarktung "Jeder Mensch versucht, ein kontrolliertes Bild von sich zu kreieren"
Auch Sachbearbeiter oder Erzieher brauchen Eigenwerbung, sagt der PR-Wissenschaftler Karl Nessmann. Er hat untersucht, wie das Selbstmarketing funktioniert.
© Joseph Barrak/AFP/Getty Images

Paris Hilton ist bekannt für Paris Hilton: Ob Image und Person in diesem Fall übereinstimmen, weiß wohl nur sie selbst. Ihr Selbstmarketing ist indes sehr professionell
ZEIT ONLINE: Herr Nessmann, für wen ist Eigenwerbung von Vorteil?
Karl Nessmann: Im Prinzip für jeden. Jeder Mensch möchte gut wirken. Das mache ich, das machen Sie, Tag für Tag. Und natürlich möchte jeder, der sich um einen Arbeitsplatz bewirbt, auch überzeugen. Wer Karriere machen will, sollte seine Qualitäten und Kompetenzen kommunizieren. Wie umfangreich das Selbstmarketing ist, hängt von der jeweiligen Branche und der jeweiligen Position ab. Der Kandidat für ein politisches Spitzenamt braucht ein ganz anderes Marketing als der Manager, ein Model braucht anderes Marketing als eine Schauspielerin.
ZEIT ONLINE: Also ist Selbstvermarktung etwas für Politiker und Prominente ...
Nessmann: Nein, das stimmt nicht. In einer neoliberalen Gesellschaft kommt keiner am Selbstmarketing vorbei. Aber es ist auch kein spezifisches Phänomen der Moderne. Schon seit Beginn der Menschheitsgeschichte versuchen Menschen, Aufmerksamkeit für sich selbst herzustellen, um ein bestimmtes Ziel zu verfolgen. Seit den achtziger Jahren hat die Individualisierung zugenommen und haben sich die Werte in der Gesellschaft verändert. Auch hat die Arbeit einen anderen Stellenwert erhalten – das hat dazu geführt, dass sich der Mensch zunehmend auch als Marke auf einem Markt begreift.
ZEIT ONLINE: Sie wollen aber nicht ernsthaft behaupten, dass auch Sachbearbeiter oder Erzieher Selbstmarketing betreiben müssen?
Nessmann: Es geht darum, seine Qualitäten und Kompetenzen in die Öffentlichkeit zu tragen. Für Politiker, Wirtschaftsmanager und Führungskräfte, Künstler, Freiberufler und Celebreties gehört das Marketing zum Berufsalltag. Aber auch einer Sachbearbeiterin kann es nicht schaden, ein positives Image zu haben.
ZEIT ONLINE: Welches Menschenbild steckt hinter dieser vorherrschenden Meinung?
- Datum 20.11.2009 - 07:04 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Dass niemand ein [...] sein will, hätte man auch ohne professorale Ausführungen erahnen können. Dass und wie man aber sehr schnell zu einem neoliberalen [...] werden kann, hat dieses Interview eindrucksvoll herausgearbeitet.
Wo Kenntnisse und Fertigkeiten nicht ausreichen, muss das Scheinselbst gefördert werden, um erfolgreich zu sein. Vielen Dank für dieses aufschlussreiche Gespräch. Ich hab mich schon gewundert, weshalb meine Bewerbungen erfolglos blieben.
[Entfernt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
@ Redaktion:
Bitte entschuldigen sie die umgangssprachliche Bezeichnung für Gesäß in meinem Kommentar. Um etwaiges Entsetzen oder eine Fehlvermutung bei Lesern auszuschließen, füge ich hinzu, dass die darin befindliche Öffnung schon meiner Selbstzensur zum Opfer gefallen ist.
@ Redaktion:
Bitte entschuldigen sie die umgangssprachliche Bezeichnung für Gesäß in meinem Kommentar. Um etwaiges Entsetzen oder eine Fehlvermutung bei Lesern auszuschließen, füge ich hinzu, dass die darin befindliche Öffnung schon meiner Selbstzensur zum Opfer gefallen ist.
Man muss von Klein auf an auf sein Image (Bild) achten, eine Biographie nach DIN 08/15 vorlegen, Abitur natuerlich an einem guten Gymnasium, danach Studium, es duerfen nur bestimmte Faecher gewaehlt werden, ein Auslandssemester ist Pflicht, etwas Pseud-soziales Engagement und dann darf man Eintreten in die Gesellschaft.
Wer Erzieher oder Krankenschwester werden will, kann sich die Sache mit dem Studium sparen, der Rest bleibt gleich.
Welche Antworten die Richtigen bei einem Bewerbungsgespraech sind, erlernen wir aus dem Bewerbungsratgeber mit beiliegender Trainings-CD - und alles muss natuerlich schoen authentische wirken...
Mich erinnert das an die Erzaehlungen von "Drueben":
Erst kam man zu den Thaelmannjugend, dann zur FDJ, dann zur Volksarmee und man musste immer brav die Sprueche zur deutsch-sowjetischen Freundschaft aufsagen, ganz so wie heute die richtige Kleidung, die richtigen Xing-Eintraege,
die richtigen Antworten beim Bewerbungsgespraech...
Wer die falschen Eltern hatte konnte drueben nicht studieren, weil die Bezirksleitung das verbot, hier kann man es nicht, wenn Papas Geldbeutel zu klein ist...
Drueben nannte man dieses System totalitaer, weil es den Menschen weitgehend ihren Individaulismus raubte (zumindest in der Oeffentlichkeit). Und wie nennt man das hier?
Es gibt eine Diskrepanz, zwischen der Fremdwahrnehmung durch Dritte als authentisch, ("Ein Mensch wird als authentisch wahrgenommen, wenn seine Aussagen mit seinem Handeln, seinen Taten und seiner Wertehaltung übereinstimmen. Dazu zählt aber auch das Outfit. Erst wenn alles zusammenpasst, empfinden wir jemanden als echt." (Nessmann))und der wirklichen, subjektiven Authentizität enes Individuums. Authentisch i.S.v. frei bedeutet: Positive Verwirklichung des individuellen Selbst. Ein Ratgeber nach dem Motto -"Wie komme ich authentisch rüber?"- ist ein Widerspruch in sich selbst. "Die Angst vor der Freiheit" (Erich Fromm, 1941), wird heutzutage allzuoft mit der Flucht ins konformistische überwunden.
@ Redaktion:
Bitte entschuldigen sie die umgangssprachliche Bezeichnung für Gesäß in meinem Kommentar. Um etwaiges Entsetzen oder eine Fehlvermutung bei Lesern auszuschließen, füge ich hinzu, dass die darin befindliche Öffnung schon meiner Selbstzensur zum Opfer gefallen ist.
Zitat: "...entschuldigen sie die umgangssprachliche Bezeichnung für Gesäß in meinem Kommentar"
Schreib halt Hintern, dann haste keinen Huddel.
"dass die darin befindliche Öffnung schon meiner Selbstzensur zum Opfer gefallen ist". Diesmal sitzt sie, die Wortwahl.
Zitat: "...entschuldigen sie die umgangssprachliche Bezeichnung für Gesäß in meinem Kommentar"
Schreib halt Hintern, dann haste keinen Huddel.
"dass die darin befindliche Öffnung schon meiner Selbstzensur zum Opfer gefallen ist". Diesmal sitzt sie, die Wortwahl.
Zitat: "...entschuldigen sie die umgangssprachliche Bezeichnung für Gesäß in meinem Kommentar"
Schreib halt Hintern, dann haste keinen Huddel.
Guter Tipp, danke!
Wie Martin Luther schon sagte: Aus einem vertagten Hintern kann kein fröhlicher Furz kommen. ;-)
Guter Tipp, danke!
Wie Martin Luther schon sagte: Aus einem vertagten Hintern kann kein fröhlicher Furz kommen. ;-)
Was ist mit den depressiven Mitmenschen, was mit den immer häufiger auftretenden magersüchtigen Mädchen und Jungen? Nessmann greift zu dem Wort "Jeder" in einer Zeit, in welcher die Begriffe "Depression" und ähnliches verstärkt in der Öffentlichkeit diskutiert werden.
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Nur, das Wort "Jeder" stimmt nicht. Es ist ein Totschlagargument für die gerade zögerlich einsetzende Nachdenklichkeit. Er biedert sich damit bei einer Werbebranche an, die sogenannte "wissenschaftliche" Ergebnisse für die Kundenmanipulation braucht. Und damit wird das Interview von Frau Groll genau besehen zum Promotion Act für eine Branche, die an manipulativer Vermarktung verdienen will und diese nicht kritisch hinterfragt sehen will.
Guter Tipp, danke!
Wie Martin Luther schon sagte: Aus einem vertagten Hintern kann kein fröhlicher Furz kommen. ;-)
"dass die darin befindliche Öffnung schon meiner Selbstzensur zum Opfer gefallen ist". Diesmal sitzt sie, die Wortwahl.
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