Beruf der Woche Die Schönheit der Dinge

Toaster, Staubsauger oder PKW: Produktdesigner machen Gegenstände nicht nur schön, sondern sorgen auch für ihre Funktionalität.

Jede Woche ein neuer Beruf auf ZEIT ONLINE

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Gunnar Spellmeyer geht mit offenen Augen durch die Welt. Er ist Professor an der Fachhochschule Hannover. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, sagt er, dem falle auf, welche Dinge aus dem alltäglichen Leben sich noch komfortabler gestalten lassen. Als Produktdesigner ist dies sein Job. Neben einer guten Auffassungsgabe brauchen seine Studenten auch die Fähigkeit zum strukturierten und kreativen Denken, sie benötigen räumliches Vorstellungsvermögen und plastische Gestaltungsfähigkeit. "Besonders zeichnen und modellieren zu können, ist für den Produktdesigner unerlässlich", sagt Spellmeyer. "Auch Kommunikationsvermögen ist wichtig, denn man muss seine Idee auch präsentieren und verkaufen können."

Ständig erfinderisch sein und Ideen parat haben – das klingt nach dem typischen Arbeitsalltag eines Kreativen. Ein hohes Maß an künstlerischer Aktivität ist in dem Beruf, der ganz nüchtern auch Industriedesign genannt wird, gewiss unentbehrlich. Im Gegensatz zu vielen anderen Design-Berufen benötigt der Produktdesigner auch solide Mathematik- und Physikkenntnisse. Schließlich sollen die Gegenstände nicht nur schick aussehen, sondern auch zweckmäßig sein und womöglich auch kostengünstig in Serie produziert werden können. "Der Produktdesigner vereinigt die gestalterische Kreativität eines Designers und den Erfindungsreichtum eines Ingenieurs. Er muss auch viel von der Technik verstehen", fasst Spellmeyer das Profil des Berufes zusammen.

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Bis zum endgültigen Design eines Gegenstands ist es ein langer Weg: Zunächst wird über das Produkt umfangreich recherchiert, die Nutzungsgewohnheiten der Verbraucher müssen bekannt sein, die bisher verwendeten Materialien und vieles weitere mehr. Die Konsumenten müssen mit der Umsetzung eines Artikels leicht zurechtkommen und zufrieden sein. Bei jedem neuen Design stellt sich der Produktdesigner deshalb die Frage: Welche Bedingungen müssen erfüllt werden? Sind einfache Handhabung und ein ansprechendes Aussehen gegeben? Halten sich die Produktionskosten in Grenzen? Irgendwann entstehen die ersten Skizzen auf dem Papier, erst dann folgt die Weiterentwicklung auf dem PC. Vom Papier geht der Entwurf dann in den Computer. Sogenannte 3-D-CAD-Programme helfen bei der Erstellung eines dreidimensionalen Modells. CAD bedeutet "Computer Aided Design" und heißt übersetzt "rechnerunterstützte Konstruktion". Erweist sich die Konzeptionen als vielversprechend, wird ein provisorischer Prototyp produziert – der besteht meist aus einfacher Pappe. Anhand des Prototypen werden erste Modelle gefertigt – und erst dann geht der Gegenstand in die Produktion.

Prinzipiell gibt es nichts, was nicht vom Produktdesigner entworfen wird – sofern es denn für die Massenproduktion vorgesehen ist. Hier zeichnet sich eine Grenze zum Kunsthandwerker, etwa dem Tischler ab, der zwar bisweilen ähnlich arbeitet, aber eine andere Philosophie verfolgt. Denn im Gegensatz zum Kunsthandwerker kreiert der Produktdesigner keine Unikate, sondern Produkte, die zumeist in Massen hergestellt werden können. Dabei muss der Produktdesigner den Spagat zwischen kostengünstiger Produktion und hochwertiger Qualität schaffen. "Die Erwartungshaltung an neue Produkte und somit der Druck auf die Designer ist hoch. Produktdesigner liefern mit jeder neuen Entwicklung auch eine Verbesserung und geben dazu ein Qualitätsversprechen ab“, sagt Spellmeyer.

Ihre Arbeitsplätze finden Produktdesigner sowohl in Designbüros als auch in den Entwicklungsabteilungen von größeren Unternehmen. Dabei arbeiten Designer aus unterschiedlichen Bereichen Hand in Hand zusammen. Das notwendige, schwierige Studium lohnt sich, denn die Jobchancen für Produktdesigner sind glänzend. Denn die Branche wächst stetig, es herrscht ein durchweg positives Klima. "Nach dem Studium bieten sich dem Produktdesigner gute Chancen auf einen Arbeitsplatz. Wir verzeichnen eine Vermittlungsquote von über 90 Prozent", sagt Spellmeyer über die positiven Aussichten des Produktdesigners.

Arbeitszeit: ca. 40 Wochenstunden

Ausbildung: Studium

Verdienst: ab 35.000 Euro

 
Leser-Kommentare
  1. ...fehlt mir in den reinen Industriedesign-Studiengängen, deshalb habe ich mich für ein Studium, das Maschinenbau (also Ingenieursstudium) und Industriedesign zur Produktentwicklung vereint.

    Ich bewundere sehr, wie kreativ diese Menschen sind, aber oftmals fehlt mir das konsequente Durchdenken der Idee

  2. Freier Autor

    ..als Autor des Artikels natürlich - würden Sie das näher erläutern, inwiefern Ihnen die Ideen der "reinen" Produktdesigner zu wenig durchdacht erscheinen? Danke!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Dieser Artikel ist leider viel zu indifferent ausgefallen. Er zeichnet ein Bild, das aus meiner Sicht nichts mit der Realität gemein hat. Produkt-Design kann niemals so pauschal über einen Kamm geschoren werden. Die Aussagen des Professors aus Hannover sind daher völlig irreführend. Als ob es einen Mangel an Design, bzw. Designer gebe... Es gibt lediglich einen Mangel an gutem, nachhaltigen und weitsichtigen Design über das profane Industriedesign hinaus. Erst dann entstehen Produkte, die Bestand haben und neue Werte generieren. Produktdesign ist ein Auftrag der Gesellschft (ein Teil) ihre(r) Probleme zu lösen. Produktdesign kann daher nicht in einem Bachelor- und Masterstudiengang gepresst werden, sofern man für freies und selbstbestimmtes Design ist.

    Dieser Artikel ist leider viel zu indifferent ausgefallen. Er zeichnet ein Bild, das aus meiner Sicht nichts mit der Realität gemein hat. Produkt-Design kann niemals so pauschal über einen Kamm geschoren werden. Die Aussagen des Professors aus Hannover sind daher völlig irreführend. Als ob es einen Mangel an Design, bzw. Designer gebe... Es gibt lediglich einen Mangel an gutem, nachhaltigen und weitsichtigen Design über das profane Industriedesign hinaus. Erst dann entstehen Produkte, die Bestand haben und neue Werte generieren. Produktdesign ist ein Auftrag der Gesellschft (ein Teil) ihre(r) Probleme zu lösen. Produktdesign kann daher nicht in einem Bachelor- und Masterstudiengang gepresst werden, sofern man für freies und selbstbestimmtes Design ist.

  3. Dieser Artikel ist leider viel zu indifferent ausgefallen. Er zeichnet ein Bild, das aus meiner Sicht nichts mit der Realität gemein hat. Produkt-Design kann niemals so pauschal über einen Kamm geschoren werden. Die Aussagen des Professors aus Hannover sind daher völlig irreführend. Als ob es einen Mangel an Design, bzw. Designer gebe... Es gibt lediglich einen Mangel an gutem, nachhaltigen und weitsichtigen Design über das profane Industriedesign hinaus. Erst dann entstehen Produkte, die Bestand haben und neue Werte generieren. Produktdesign ist ein Auftrag der Gesellschft (ein Teil) ihre(r) Probleme zu lösen. Produktdesign kann daher nicht in einem Bachelor- und Masterstudiengang gepresst werden, sofern man für freies und selbstbestimmtes Design ist.

  4. Liegt der Schwerpunkt im beschriebenen INDUSTRIE-Design,
    dann sollte wie "CaptainGreybeard" beschrieben, ein gut aufgebautes technisches Verständnis einhergehen.

    Wird diese Grundregel nicht eingehalten, so kommt es zu so unsäglichen Ergebnissen, wie etwa bei den "Verschlüssen der Milchverpackungen", welche bis heute noch nicht zu öffnen sind, ohne eine Sauerei zu veranstalten, oder von Kindern und Älteren garnicht zu öffnen sind ohne Hilfsmittel...

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