Gesundheitsschutzexpertin Kleinschmidt: "Man verkauft seine Arbeitskraft, nicht seine Seele"

Die Zahl der durch den Job bedingten psychischen Erkrankungen steigt. Warum sich viele für die Arbeit kaputt machen, erklärt Gesundheitsschutzexpertin Carola Kleinschmidt.

Wie eine tote, kopflose Puppe in abgebrannten Ruinen fühlen sich Menschen, die am Burn-out-Syndrom erkrankt sind

Wie eine tote, kopflose Puppe in abgebrannten Ruinen fühlen sich Menschen, die am Burn-out-Syndrom erkrankt sind

ZEIT ONLINE: Frau Kleinschmidt, Weihnachtszeit ist Stresszeit. Überall hetzen die Menschen durch die Stadt, alle sind genervt und gestresst. Erkranken in der Weihnachtszeit eigentlich besonders viele Menschen an Burn-out?

Carola Kleinschmidt: Darüber gibt es keine Erhebungen, aber denkbar ist, dass sich durch die hohe Arbeitsbelastung am Ende eines Jahres noch einmal deutlich mehr Menschen besonders erschöpft fühlen und wahrscheinlich fragen sich viele Menschen derzeit, ob der ganze Stress überhaupt sein muss?

Anzeige

ZEIT ONLINE: Woran erkennt man ein Burn-out-Syndrom überhaupt? Wie bemerke ich, dass mein Kollege oder Mitarbeiter erkrankt ist?

Das Burnout-Syndrom

Unter dem Begriff Burnout-Syndrom wird nach einer Phase des sehr engagierten Arbeitens ein Zustand schwerer psychischer Erschöpfung verstanden, der sich auf vielfältige Weise äußert: emotionale Erschöpfung und Kraftlosigkeit, Apathie, Depressionen und sogar Aggressionen können am Ende einer meist über längere Zeit andauernden Entwicklung stehen.

Abzugrenzen ist das Burnout-Syndrom von einer echten Depression: Im Gegensatz zu einer reinen Depression sind Menschen mit Burnout emotional ansprechbar. Darum ist ein an Burnout erkrankter Mensch auch gut behandelbar –– zumeist auch ohne den Einsatz von Medikamenten. Geht das Erschöpfungssyndrom jedoch in eine Depression über, muss häufig eine Medikamentengabe erfolgen.

Phasen und Verlauf

An Burnout kann jeder erkranken: Schüler, Studenten, Berufstätige, Führungskräfte, Arbeitslose. Charakteristisch für die Erkrankung ist zunächst eine Phase der Euphorie und besonders starken Engagements. Die Betroffenen verzichten nahezu ganz auf Erholungsphasen, sie rücken ihren Beruf völlig in den Mittelpunkt ihres Lebens und vergessen darüber ihre eigenen Bedürfnisse. Häufig isolieren sich die Betroffenen in dieser Zeit. Ein Großteil der sozialen Kontakte wird nur noch zu Kollegen, Kunden oder Mitarbeitern gepflegt, für alles andere hat man keine Zeit mehr.

Nach einigen Wochen, Monaten und manchmal auch erst Jahren setzt eine Phase der Erschöpfung ein: chronische Müdigkeit, Traurigkeit, Antriebslosigkeit und das Gefühl, dass alles einfach nur noch zu viel ist, kennzeichnen diese zweite Phase. Es kommen auch körperliche Symptome dazu: Schlafstörungen, Ausschlag, Schwindel, Angst- und Panikattacken, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen.

Typisch ist auch, dass jetzt das Engagement abnimmt. Die Betroffenen ziehen sich zurück und verändern sich. Manche werden zynisch, andere depressiv. Wer vormals sehr gut organisiert war, ist plötzlich völlig desorganisiert. Viele verrichten jetzt nur noch Dienst nach Vorschrift. Ein Gefühl von innerer Leere, Desinteresse und Einsamkeit tritt an die Stelle, wo einmal Leidenschaft für den Job war.

Ursachen und Vorsorge

Die Ursachen sind sehr unterschiedlich. Menschen, die besonders engagiert sind und ihren Selbstwert über die Arbeit definieren, sind eher gefährdet. Auch die Mitarbeiter von Unternehmen, in denen ein hoher Personal-, Zeit- und Kostendruck herrscht, können eher erkranken. Wer einen unsicheren Job hat und schlecht bezahlt wird, ist außerdem gefährdet. Zudem liegt die Zahl der Erkrankungen in sozialen und Pflegeberufen höher, weil hier die emotionale Belastung deutlich größer ist als in anderen Berufen. Auch Freiberufler scheinen gefährdeter zu sein. Zudem ist der Handlungsspielraum entscheidend: Wenn Menschen das Gefühl haben, an ihren Arbeitsbedingungen nicht mitwirken zu können, fühlen sie sich ausgeliefert. Wer in einem Unternehmen arbeitet, in dem nicht offen kommuniziert und selten oder nie gelobt wird, scheint auch gefährdeter zu sein.

Gemeinhin kann ein Burnout-Syndrom mit einer Therapie gut behandelt werden. Häufig ist dabei ein stationärer Aufenthalt von einigen Wochen in einer speziellen Klinik vonnöten. Die Rückkehr in den Job erfolgt nach der Therapie über Teilzeitmodelle. Die Chance, wieder ganz zu genesen, ist hoch.

Kleinschmidt: Das ist gar nicht so einfach. Es gibt mehr als 130 Symptome, mit denen sich das Syndrom zeigen kann. Das klinische Wörterbuch definiert Burn-out als emotionale Erschöpfung. Wir müssen das Burnout-Syndrom auch klar von einer Depression abgrenzen. Menschen, die am Burn-out-Syndrom erkrankt sind, fühlen sich unglaublich erschöpft, aber sie sind aktivierbar. Man fühlt noch sehr viel, ärgert sich, freut sich. Wer eine Depression hat, ist eher emotionslos. Jedoch gehören auch depressive Anteile dazu. Wenn ein Kollege sein Verhalten ändert, könnte das ein Anzeichen sein. Jemand, der vorher sehr engagiert war und sich plötzlich zurückzieht, nur noch Dienst nach Vorschrift macht, sehr angegriffen wirkt – das sind Indizien. Manchmal äußert sich das Syndrom auch über viele, kleine Kurzerkrankungen.  Andere verlieren das Maß für die Dinge, weil die Regulationsmechanismen aussetzen.

ZEIT ONLINE: Wie spricht man einen Kollegen oder Mitarbeiter auf solche Anzeichen an?

Kleinschmidt:  Man sollte vorsichtig nachfragen, wie es dem Kollegen oder Mitarbeiter geht, nachfassen, ob er oder sie sehr viel Stress hat und Signalsätze wie "Ich schaff das nicht" auch ernst nehmen. Problematisch ist, dass Burn-out-Erkrankte sich selbst nicht eingestehen, dass sie schon lange nicht mehr produktiv sind. Sie versuchen eher, ihre verminderte Leistungskraft durch noch mehr Arbeit zu kompensieren. Sie nehmen beispielsweise Akten mit nach Hause oder stempeln sich in der Firma aus und gehen durch die Hintertür wieder an ihren Arbeitsplatz.

Andere sind schon längst erkrankt, aber leisten noch überdurchschnittliche Arbeit. Führungskräfte sollten außerdem keinen zusätzlichen Druck aufbauen. Manchmal zeigt sich ja auch, dass das veränderte Verhalten ganz andere, private Gründe hat. Generell muss man aber sagen: Je besser die Unternehmenskultur, je offener kommuniziert wird, desto gesünder sind auch die Mitarbeiter. In Unternehmen, die sich aktiv um die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter kümmern, kommen Stress-Erkrankungen seltener vor.

ZEIT ONLINE: Gibt es Branchen, in denen Burn-out besonders verbreitet ist?

Leser-Kommentare
  1. Die Gesellschaft ist an sich an einem Punkt angekommen, wo die Mehrheit denkt: Weniger Rabotti wäre Mehr.

    Die Entschleunigung ist an sich angesagt, um die Arbeit wieder richtig erlebbar zu machen. Mitarbeiter in Sozialämtern, die Vorgänge wie am Fließband abarbeiten müssen und dafür selten Anerkennung bekommen, sind praktisch in der Vorhölle der Erwerbswirtschaft.

    Auch Projekte, vor allem, wenn sie zu floppen drohen, sind ein ständiger Anlass über neue Formen der Arbeit nachzudenken.

    Ich denke: Der Dienstleistungssektor ist besonders betroffen. Lehrer in Brennpunkten sind praktisch in der Hölle. Eine Aussicht, durch andere Leistungsverfahren die Krankenstände zu verringern, sind nicht in Sicht.

    Das gilt übrigens auch in Krankenhäusern für den Pflegebereich. Zum Burn-Out kommt noch Arbeitsplatzangst. Ein unauflösbares Dilemma in einer Marktwirtschaft.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie schreiben: "Lehrer in Brennpunkten sind praktisch in der Hölle." - und sicher ist es in diesen Brennpunkt-Vierteln furchtbar aufreibend und frustrierend, Lehrer(in) zu sein. Wirklich in der Hoelle leben aber die Schueler und deren Eltern dort, nicht wahr? Denn sie koennen am Nachmittag nicht in eine ruhiges, organisiertes Mittelstandsleben zurueckkehren, um sich zu erholen. Sie muessen dort bleiben - in der Hoelle.
    Lehrer, die dort arbeiten, muessen besser unterstuetzt werden - der eigentliche skandal ist aber, dass es in Deutschland ueberhaupt Viertel gibt, in denen das Leben so aussichtlos und enttaeuschend ist.

    Sie schreiben: "Lehrer in Brennpunkten sind praktisch in der Hölle." - und sicher ist es in diesen Brennpunkt-Vierteln furchtbar aufreibend und frustrierend, Lehrer(in) zu sein. Wirklich in der Hoelle leben aber die Schueler und deren Eltern dort, nicht wahr? Denn sie koennen am Nachmittag nicht in eine ruhiges, organisiertes Mittelstandsleben zurueckkehren, um sich zu erholen. Sie muessen dort bleiben - in der Hoelle.
    Lehrer, die dort arbeiten, muessen besser unterstuetzt werden - der eigentliche skandal ist aber, dass es in Deutschland ueberhaupt Viertel gibt, in denen das Leben so aussichtlos und enttaeuschend ist.

  2. der Gesellschaft und der Menschen die in ihr leben, zeitigt ihre unheilvollen Früchte und ihr hässliches, eiskaltes Gesicht!

    In einer Zeit in der nur noch die andauernde maximale Höchstleistung zählt, drunter geht es ja wohl nicht mehr, muss menschliche Solidarität, Mitmenschlichkeit und zwischenmenschliche Wärme schlicht auf der Strecke bleiben. Dafür ist weder Raum noch Zeit vorhanden, wenn Alles und Jedes allein dem Dogma von Wirtschaftswachstum und Gewinnoptimierung untergeordnet wird!

    Das dafür die tiefere menschliche Natur, das Bedürfnis an Wärme, Anerkennung und friedvollem Miteinander, nurmehr mit den Füßen getreten wird, zeigt sich nun im Ergebnis der vielen Not leidenden, an Leib und Seele krank und siech gewordenen Mitmenschen.

    Das Geld, dass man heute nur noch mit immer größerer Aufbietung von seelischer und mentaler Kraft erringen kann, dass wird man schon bald dafür verbrauchen müssen, um sich psychisch noch vor dem "Ertrinken" retten zu können. Dem Ertrinken in geistiger Erschöpfung, zwischenmenschlicher Kälte, Burn-Out, tiefer Traurigkeit, existenzieller Leere und Sinn völlig entleertem Dasein, reduziert auf ein naktes Lohnsklaventum und dahin vegetierend als Konsumjunkie; ein seelisches Wrack, nicht mehr als ein Zombie in einer Gesellschaft von zunehmend mental marodierten Zeitgenossen...

  3. 3. ...

    Seit mehreren Jahren leide ich praktisch an den genannten Symptomen. Weil es seit langem keine reellen Aussichten auf Besserung der wirtschaftlichen Lage in der BRD gibt und ein Ausbildungsberuf nichts wert ist, habe ich den zweiten Bidlungsweg neben der Vollzeitbeschäftigung gewählt. Der Leistungsdruck ist enorm. Es ist nicht gestattet, am Arbeitsplatz weniger Leistung zu erbringen, auch wenn man abends noch zur Schule oder an die Uni geht. Das ist natrülich verständlich, aber man fragt sich dann doch, wo all jene Chancen denn stecken sollen, die uns die neoliberale Politik ständig vorpredigt. Jeder habe alle Chancen... da kann ich nur noch müde seufzen und abwinken...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    willkommen im Club der vielen Mitbürger, die in unserem reichen Heimatland, den seitens der Politik verheißenen Sprung in die segensreiche, alles rettende Bildung gewagt haben! Für viele wird es indes nur ein Sprung in den Abgrund sein.
    Das Bildung, höhere Bildung/Ausbildung nicht die Garantie für eine sorgenfreie Zukunft bei sicherem Auskommen ist, bzw. sein wird, zeigen entsprechende Statistiken http://www.sueddeutsche.d... und so sieht es zwischenzeitlich sogar so aus, dass eher Hauptschüler mit abgeschlossener Lehre in Lohn und Brot bleiben, als viele überzüchtete und hochgebildete Mitglieder der vermeintlichen Mitte, die von der FDP so sehr hofierte, umworbene ;))

    Die Politik, insbesondere die FDP, hat die Weichen gestellt, bzw. ist im Begriff dies zu tun, die Spreu vom Weizen zu trennen. Also die zu fördern, die es sich leisten können, von denen, die nicht mit dem goldenen Löffel zur Welt kamen. Zwischen denen, denen es in Zukunft "da oben" bestens gehen soll, denen an nichts fehlen soll, auf Kosten derer, die "da unten" dafür buckeln, sich abmühen, schinden müssen, damit für sie dann wenigstens die Krumen der Gewinnler dieses Systems als karger Lohn abfallen und sie so wenigstens weiter (am Rande zur Armut) vegetieren dürfen.

    Wer weiterhin den neoliberal indoktrinierten Politikern glaubt und daran das dabei auch genügend für ihn abfällt, genug für ein angemessenes Leben auf Augenhöhe, der glaubt auch das Zitronenfalter Zitronen falten!

    willkommen im Club der vielen Mitbürger, die in unserem reichen Heimatland, den seitens der Politik verheißenen Sprung in die segensreiche, alles rettende Bildung gewagt haben! Für viele wird es indes nur ein Sprung in den Abgrund sein.
    Das Bildung, höhere Bildung/Ausbildung nicht die Garantie für eine sorgenfreie Zukunft bei sicherem Auskommen ist, bzw. sein wird, zeigen entsprechende Statistiken http://www.sueddeutsche.d... und so sieht es zwischenzeitlich sogar so aus, dass eher Hauptschüler mit abgeschlossener Lehre in Lohn und Brot bleiben, als viele überzüchtete und hochgebildete Mitglieder der vermeintlichen Mitte, die von der FDP so sehr hofierte, umworbene ;))

    Die Politik, insbesondere die FDP, hat die Weichen gestellt, bzw. ist im Begriff dies zu tun, die Spreu vom Weizen zu trennen. Also die zu fördern, die es sich leisten können, von denen, die nicht mit dem goldenen Löffel zur Welt kamen. Zwischen denen, denen es in Zukunft "da oben" bestens gehen soll, denen an nichts fehlen soll, auf Kosten derer, die "da unten" dafür buckeln, sich abmühen, schinden müssen, damit für sie dann wenigstens die Krumen der Gewinnler dieses Systems als karger Lohn abfallen und sie so wenigstens weiter (am Rande zur Armut) vegetieren dürfen.

    Wer weiterhin den neoliberal indoktrinierten Politikern glaubt und daran das dabei auch genügend für ihn abfällt, genug für ein angemessenes Leben auf Augenhöhe, der glaubt auch das Zitronenfalter Zitronen falten!

  4. Zwar handeln Krankenpfleger allein ordnungswidrig, wenn sie sich weigern, sich ihres Examens trotzend darüber bewusst zu sein, was die Pflegebedürftigkeits-Richtlinien-PflRi von ihnen verlangen, wenn beispielsweise Ärzte Patienten aktivieren und sie sich in Einklang dazu zu verhalten hätten. Aber einem Menschen eröffnen sich allemal wegen solcher Ordnungswidrigkeiten Optionen, sterben zu müssen. Angesichts eines solches Umstands kann nicht eingefordert werden, dass betriebliche Angestellte sich an einem anderen Maß zu messen haben und deshalb mithin gar ordnungspolitisch belangt werden.

  5. willkommen im Club der vielen Mitbürger, die in unserem reichen Heimatland, den seitens der Politik verheißenen Sprung in die segensreiche, alles rettende Bildung gewagt haben! Für viele wird es indes nur ein Sprung in den Abgrund sein.
    Das Bildung, höhere Bildung/Ausbildung nicht die Garantie für eine sorgenfreie Zukunft bei sicherem Auskommen ist, bzw. sein wird, zeigen entsprechende Statistiken http://www.sueddeutsche.d... und so sieht es zwischenzeitlich sogar so aus, dass eher Hauptschüler mit abgeschlossener Lehre in Lohn und Brot bleiben, als viele überzüchtete und hochgebildete Mitglieder der vermeintlichen Mitte, die von der FDP so sehr hofierte, umworbene ;))

    Die Politik, insbesondere die FDP, hat die Weichen gestellt, bzw. ist im Begriff dies zu tun, die Spreu vom Weizen zu trennen. Also die zu fördern, die es sich leisten können, von denen, die nicht mit dem goldenen Löffel zur Welt kamen. Zwischen denen, denen es in Zukunft "da oben" bestens gehen soll, denen an nichts fehlen soll, auf Kosten derer, die "da unten" dafür buckeln, sich abmühen, schinden müssen, damit für sie dann wenigstens die Krumen der Gewinnler dieses Systems als karger Lohn abfallen und sie so wenigstens weiter (am Rande zur Armut) vegetieren dürfen.

    Wer weiterhin den neoliberal indoktrinierten Politikern glaubt und daran das dabei auch genügend für ihn abfällt, genug für ein angemessenes Leben auf Augenhöhe, der glaubt auch das Zitronenfalter Zitronen falten!

    Antwort auf "..."
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Die Politik, insbesondere die FDP, hat die Weichen gestellt, bzw. ist im Begriff dies zu tun, .."

    Sie haben, Herr Kasperklatsche, aber schon noch gemerkt, daß diese Land seit über 10 Jahren nicht von der FDP regiert wurde, ... oder waren Sie irgendwie abwesend?

    Die FDP zum Hauptschuldigen zu erklären - da verstehe ich dann schon den Bezug zu Klatsche.

    "Die Politik, insbesondere die FDP, hat die Weichen gestellt, bzw. ist im Begriff dies zu tun, .."

    Sie haben, Herr Kasperklatsche, aber schon noch gemerkt, daß diese Land seit über 10 Jahren nicht von der FDP regiert wurde, ... oder waren Sie irgendwie abwesend?

    Die FDP zum Hauptschuldigen zu erklären - da verstehe ich dann schon den Bezug zu Klatsche.

  6. Ideal wäre es, wenn wir eine geschlossene Nationalökonomie hätten. Dann könnten wir über den Rahmen der Volkswirtschaft so ausgestalten, dass der Mensch auch am Arbeitsplatz noch Mensch bleibt. Leider haben wir eine offene Volkswirtschaft und müssen mit den übrigen Staaten am Markt wettbewerben. Das erzwingt quasi eine Marktwirtschaft.

    Hinzu kommt die Spezialisierung auf die Investitionsgüterindustrie, die die Wertschöpfung erbringt, die wir brauchen, um unseren Sozialstaat zu finanzieren. Mit Kommandowirtschaft könnten wir das nicht und müssten uns quasi abschotten. Nur: Wir haben leider nur Holz und sonst kaum etwas an natürlichen Ressourcen.

    Wären wir in Position von Russland, dann würde ich für eine geschlossen Nationalökonomie plädieren. Aber so.

    • lepkeb
    • 21.12.2009 um 15:20 Uhr

    important to us. Das wäre ein Spruch den sich dt. AG mal ansehen sollen. Denn ohne gesunde AN geht jedes Unternehmen kaputt, denn der AG kann die Arbeit nicht leisten. Auch sollten sich die dt. AN mal überlegen was sie wollen. Habe bereits drei ehemalige Kollegen mit Herzinfarkt um die 40, einer hatte 5 nacheinander und ist jetzt arbeitsunfähig. Und sein ehemaliger AG sucht händeringend nach Ersatz und findet keinen, der unter den Bedingungen der Firma arbeiten will. 2600 Brutto alle Ü-Stunden sind mit Gehalt abgegolten und im Jahr soll 90000 Euro Umsatz gebracht werden. Bei 50 - 60h Arbeitswochen kann man sich den Stundenlohn mal ausrechnen. Aber Hochmut kommt immer vor dem Fall und der wird leider in D-land tief sein. Schuld ist dann wieder der Staat.

  7. Unsere Antwort als war bisher folgende: Lebensstandard niedrig halten, Geld beiseite legen, niemals etwas auf Pump kaufen (erst Recht keine Immobilie!), flexibel sein, Selbstachtung von äußerlichem Erfolg unabhängig machen, eine wirklich eigene Moral haben,immer lernen (alles, was geht und halbwegs interessant ist).
    Damit sind wir nicht erpreßbar, können jedem Kunden/Arbeitgeber die Stirn bieten sind damit natürlich der Schrecken unserer Bank und unseres Finanzministers . Wir praktizieren seit vielen Jahren Konsumverzicht, und seitdem sind wir auch nicht mehr beim Arzt gewesen.
    Das heutige System funktioniert ja nur deshalb, weil sich so viele Mitmenschen korrumpieren lassen. Das geschieht entweder aus Geldgier oder aus der Not, Kredite zurück zahlen zu müssen. Dann kann man ja nicht mehr so oft "nein" sagen.

    Vielleicht sollten die Damen und Herren Psychologen sich mal ausdenken, wie man am besten ein Kollegium auf Solidarität einschwören kann. In einer guten Firma ist das das A und O, und das sollten auch die Chefs wissen. 120% kann man nur im Ausnahmezustand verlangen, und das darf nur selten vorkommen. Das ist sehr leicht zu verstehen, und wenn eine Firma das als Dauerzustand wünscht, leidet die Effizienz. Das Ergebnis ist Verminderung der Leistung eines Teams. Wer das nicht kapiert, ist entweder zu jung (trotzt BWL-Studium) oder ein Ignorant. Mit Führungsqualitäten hat das nichts zu tun.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wer sich selbst die Ketten anlegt, muss die Konsequenzen tragen! Ein Haus mit Plasmaröhre und Kombi sind heute schnell finanziert. Plus die Rente. Und schwups ist man Sklave der Angst.

    Ich verdiene 900Eur im Monat, habe einen schmucken Mc vor mir und genieße das Leben. Denn das hat kein Finale!

    Wer sich selbst die Ketten anlegt, muss die Konsequenzen tragen! Ein Haus mit Plasmaröhre und Kombi sind heute schnell finanziert. Plus die Rente. Und schwups ist man Sklave der Angst.

    Ich verdiene 900Eur im Monat, habe einen schmucken Mc vor mir und genieße das Leben. Denn das hat kein Finale!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service