Arbeits- und Lebenssinn voneinander trennen
Kleinschmidt: Das ändert sich derzeit – was auch ein ernst zunehmendes Zeichen dafür ist, wie ungesund unsere moderne Arbeitswelt ist. Man weiß, dass in sozialen Berufen und in der Pflege die Erkrankungsraten höher als in anderen Branchen sind. Auch Lehrer und Behördenmitarbeiter sind besonders häufig betroffen. Bei den Lehrern ist es besonders schlimm: Nur ein Bruchteil arbeitet bis zum Rentenalter, eine Vielzahl scheidet wegen psychischer und psychosomatischer Probleme vorzeitig aus dem Berufsleben aus. Bei den Behörden spielen vermutlich die sehr engen Arbeitsvorschriften und Hierarchien eine Rolle.
Denn entscheidend für das psychische Wohlergehen am Arbeitsplatz ist der Handlungsspielraum. Dieser wird in engen Strukturen als sehr begrenzt wahrgenommen. Wir wissen auch, dass Menschen in Projektarbeit häufiger erkranken. Projektarbeit beginnt bereits mit einem großen Druck, gearbeitet wird unter Dauerstress. Zudem gibt es neue Untersuchungen, die darauf hindeuten, dass sich die Anzahl der psychischen Erkrankungen in der Krise erhöht haben.
ZEIT ONLINE: Kann man einen Unterschied zwischen Männern und Frauen feststellen?
Kleinschmidt: Ja, aber der ist nur oberflächlich vorhanden: Frauen erkranken häufiger als Männer, jedoch nehmen sich Männer häufiger als Frauen das Leben – und man weiß, dass hinter jedem Suizid eine schwere psychische Krise steckt. Man vermutet, dass Frauen eher zum Arzt gehen, wenn sie sich unwohl fühlen – und auch deshalb häufiger in die Statistik kommen. Männer sagen oft nichts, halten die Situation aus und versuchen, ihr Unwohlsein vielleicht mit Alkohol zu betäuben oder durch exzessiven Sport zur Ruhe zur kommen. Und wenn wir dann noch gucken, in welchen Branchen die an Burn-out-Erkrankten arbeiten, stellen wir fest, dass es typische Frauenberufe sind: Pflege, Soziales, Bildung und Erziehung.
Außerdem haben Frauen viel häufiger Doppelbelastungen. Ich denke, am Ende hält es sich die Waage. Die Arbeit kann Männer und Frauen gleichermaßen krank machen. Vielmehr muss man sich fragen, welcher Typus am ehesten erkrankt. Das sind Perfektionisten, Menschen, die sich sehr stark engagieren, sehr leistungsorientiert sind. Es sind auch Menschen, die sehr abhängig von der Anerkennung von außen sind. Und sich von den Anforderungen regelrecht durch den Tag hetzen lassen. Aber auch wenn die Wertschätzung ausbleibt, wenn die Unsicherheit sehr groß ist – zum Beispiel bei Freiberuflern oder Menschen in befristeten Arbeitsverträgen – dann kann die Arbeit krank machen.
ZEIT ONLINE: Sind Führungskräfte nicht besonders gefährdet?
Kleinschmidt: Nicht unbedingt. Sie haben vielleicht sehr viel mehr Druck und Verantwortung, aber sie haben meist einen großen Handlungsspielraum und bekommen genügend Wertschätzung und Anerkennung, durch die Hierarchie, durch ein sehr gutes Gehalt oder einen sehr abgesicherten Vertrag. Manche können so viele Jahre lang hohe Arbeitsanforderungen sehr gut aushalten. Sie empfinden ihren Job gar nicht als Dauerstress, sondern als Herausforderung, weil die Energiebilanz am Ende stimmt.
Es hängt auch von der eigenen psychischen Konstitution ab. So gibt es ja auch Personen, die wirklich anstrengende Arbeitsbedingungen haben und ein ganzes Arbeitsleben lang sehr gesund sind. Sie haben offensichtlich große Fähigkeiten, sich ein Gefühl für den eigenen Rhythmus zu bewahren, können unterscheiden, welche Anforderungen sie gut machbar finden und wo sie "Nein" sagen. Sie sind selbstsicher – auch wenn es im Job mal schief läuft – und wissen, wie sie sich erholen.
ZEIT ONLINE: Was kann man also tun, um möglichst lange gesund zu bleiben?
Kleinschmidt: Man sollte sich erst einmal fragen, ob der ganze Stress überhaupt notwendig ist. Selbst wer einen begrenzten Handlungsspielraum hat, kann etwas verändern. Das Problem ist, dass mit der begrenzten Möglichkeit zur Handlung auch ein begrenztes Denken einhergeht. Oft erkennt man die Veränderungsmöglichkeiten gar nicht erst, weil man sich so an die starren Arbeitsstrukturen gewöhnt hat. Da kann es helfen, wenn man mit Kollegen spricht und gemeinsam überlegt, wie man den Stress reduzieren könnte. Ziemlich viel Stress entsteht zum Beispiel, wenn E-Mails immer an alle in "cc" verfasst werden. Stellen wir uns eine Abteilung mit 20 Mitarbeitern vor und jeder schickt am Tag eine E-Mail an alle in cc, die vielleicht nur an einen Einzelnen oder an wenige Kollegen gerichtet ist. Das steigert sich leicht ins Unermessliche.
Auf diese Weise gibt aber jeder den Druck an alle anderen weiter. Das ist nicht zielführend. Dann ist es wichtig, ausreichend Pausen zu machen. Wichtig ist dabei, in der Pause wirklich abzuschalten. Gleichzeitig sollte man darauf achten, genug Schlaf zu haben, genug Bewegung und sich gesund zu ernähren. Und wichtig ist, dass man unterscheidet zwischen den Aufgaben, die wirklich wichtig und sinnvoll sind und den Dingen, die erst mal warten können oder einen eigentlich gar nichts angehen. Das sind vielleicht Binsenweisheiten, aber sie sind wichtig.
Wer hingegen eine Fließbandarbeit verrichtet, hat wirklich wenig Handlungsspielraum. Diese Menschen sind besonders abhängig davon, dass sich das Unternehmen um gesunde Arbeitsbedingungen kümmert und die Führungskräfte dafür sorgen, dass im Team eine Atmosphäre von Unterstützung und Wertschätzung ist. Die größte Veränderung erzielt man über das Denken: Wir alle haben mal gelernt, dass man uns nur lieb hat, wenn wir auch etwas leisten. Das muss aufhören, auch diese Vermischung von Lebenssinn und Arbeitssinn. Wer berufstätig ist, verkauft seine Arbeitskraft – nicht seine Seele.
Die Fachjournalistin für Arbeits- und Gesundheitsschutz, Carola Kleinschmidt, hat gemeinsam mit dem Mediziner und Chefarzt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie der Asklepios Klinik Hamburg-Harburg sowie Vorstandsmitglied im Bündnis gegen Depression, Hans-Peter Unger, das Buch "Bevor der Job krank macht" geschrieben. Das 2006 erschienen Buch ist ein Bestseller zum Thema Burn-out. Die Fragen stellte Tina Groll.
- Datum 31.05.2010 - 11:02 Uhr
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Die Gesellschaft ist an sich an einem Punkt angekommen, wo die Mehrheit denkt: Weniger Rabotti wäre Mehr.
Die Entschleunigung ist an sich angesagt, um die Arbeit wieder richtig erlebbar zu machen. Mitarbeiter in Sozialämtern, die Vorgänge wie am Fließband abarbeiten müssen und dafür selten Anerkennung bekommen, sind praktisch in der Vorhölle der Erwerbswirtschaft.
Auch Projekte, vor allem, wenn sie zu floppen drohen, sind ein ständiger Anlass über neue Formen der Arbeit nachzudenken.
Ich denke: Der Dienstleistungssektor ist besonders betroffen. Lehrer in Brennpunkten sind praktisch in der Hölle. Eine Aussicht, durch andere Leistungsverfahren die Krankenstände zu verringern, sind nicht in Sicht.
Das gilt übrigens auch in Krankenhäusern für den Pflegebereich. Zum Burn-Out kommt noch Arbeitsplatzangst. Ein unauflösbares Dilemma in einer Marktwirtschaft.
Sie schreiben: "Lehrer in Brennpunkten sind praktisch in der Hölle." - und sicher ist es in diesen Brennpunkt-Vierteln furchtbar aufreibend und frustrierend, Lehrer(in) zu sein. Wirklich in der Hoelle leben aber die Schueler und deren Eltern dort, nicht wahr? Denn sie koennen am Nachmittag nicht in eine ruhiges, organisiertes Mittelstandsleben zurueckkehren, um sich zu erholen. Sie muessen dort bleiben - in der Hoelle.
Lehrer, die dort arbeiten, muessen besser unterstuetzt werden - der eigentliche skandal ist aber, dass es in Deutschland ueberhaupt Viertel gibt, in denen das Leben so aussichtlos und enttaeuschend ist.
Sie schreiben: "Lehrer in Brennpunkten sind praktisch in der Hölle." - und sicher ist es in diesen Brennpunkt-Vierteln furchtbar aufreibend und frustrierend, Lehrer(in) zu sein. Wirklich in der Hoelle leben aber die Schueler und deren Eltern dort, nicht wahr? Denn sie koennen am Nachmittag nicht in eine ruhiges, organisiertes Mittelstandsleben zurueckkehren, um sich zu erholen. Sie muessen dort bleiben - in der Hoelle.
Lehrer, die dort arbeiten, muessen besser unterstuetzt werden - der eigentliche skandal ist aber, dass es in Deutschland ueberhaupt Viertel gibt, in denen das Leben so aussichtlos und enttaeuschend ist.
der Gesellschaft und der Menschen die in ihr leben, zeitigt ihre unheilvollen Früchte und ihr hässliches, eiskaltes Gesicht!
In einer Zeit in der nur noch die andauernde maximale Höchstleistung zählt, drunter geht es ja wohl nicht mehr, muss menschliche Solidarität, Mitmenschlichkeit und zwischenmenschliche Wärme schlicht auf der Strecke bleiben. Dafür ist weder Raum noch Zeit vorhanden, wenn Alles und Jedes allein dem Dogma von Wirtschaftswachstum und Gewinnoptimierung untergeordnet wird!
Das dafür die tiefere menschliche Natur, das Bedürfnis an Wärme, Anerkennung und friedvollem Miteinander, nurmehr mit den Füßen getreten wird, zeigt sich nun im Ergebnis der vielen Not leidenden, an Leib und Seele krank und siech gewordenen Mitmenschen.
Das Geld, dass man heute nur noch mit immer größerer Aufbietung von seelischer und mentaler Kraft erringen kann, dass wird man schon bald dafür verbrauchen müssen, um sich psychisch noch vor dem "Ertrinken" retten zu können. Dem Ertrinken in geistiger Erschöpfung, zwischenmenschlicher Kälte, Burn-Out, tiefer Traurigkeit, existenzieller Leere und Sinn völlig entleertem Dasein, reduziert auf ein naktes Lohnsklaventum und dahin vegetierend als Konsumjunkie; ein seelisches Wrack, nicht mehr als ein Zombie in einer Gesellschaft von zunehmend mental marodierten Zeitgenossen...
Seit mehreren Jahren leide ich praktisch an den genannten Symptomen. Weil es seit langem keine reellen Aussichten auf Besserung der wirtschaftlichen Lage in der BRD gibt und ein Ausbildungsberuf nichts wert ist, habe ich den zweiten Bidlungsweg neben der Vollzeitbeschäftigung gewählt. Der Leistungsdruck ist enorm. Es ist nicht gestattet, am Arbeitsplatz weniger Leistung zu erbringen, auch wenn man abends noch zur Schule oder an die Uni geht. Das ist natrülich verständlich, aber man fragt sich dann doch, wo all jene Chancen denn stecken sollen, die uns die neoliberale Politik ständig vorpredigt. Jeder habe alle Chancen... da kann ich nur noch müde seufzen und abwinken...
willkommen im Club der vielen Mitbürger, die in unserem reichen Heimatland, den seitens der Politik verheißenen Sprung in die segensreiche, alles rettende Bildung gewagt haben! Für viele wird es indes nur ein Sprung in den Abgrund sein.
Das Bildung, höhere Bildung/Ausbildung nicht die Garantie für eine sorgenfreie Zukunft bei sicherem Auskommen ist, bzw. sein wird, zeigen entsprechende Statistiken http://www.sueddeutsche.d... und so sieht es zwischenzeitlich sogar so aus, dass eher Hauptschüler mit abgeschlossener Lehre in Lohn und Brot bleiben, als viele überzüchtete und hochgebildete Mitglieder der vermeintlichen Mitte, die von der FDP so sehr hofierte, umworbene ;))
Die Politik, insbesondere die FDP, hat die Weichen gestellt, bzw. ist im Begriff dies zu tun, die Spreu vom Weizen zu trennen. Also die zu fördern, die es sich leisten können, von denen, die nicht mit dem goldenen Löffel zur Welt kamen. Zwischen denen, denen es in Zukunft "da oben" bestens gehen soll, denen an nichts fehlen soll, auf Kosten derer, die "da unten" dafür buckeln, sich abmühen, schinden müssen, damit für sie dann wenigstens die Krumen der Gewinnler dieses Systems als karger Lohn abfallen und sie so wenigstens weiter (am Rande zur Armut) vegetieren dürfen.
Wer weiterhin den neoliberal indoktrinierten Politikern glaubt und daran das dabei auch genügend für ihn abfällt, genug für ein angemessenes Leben auf Augenhöhe, der glaubt auch das Zitronenfalter Zitronen falten!
willkommen im Club der vielen Mitbürger, die in unserem reichen Heimatland, den seitens der Politik verheißenen Sprung in die segensreiche, alles rettende Bildung gewagt haben! Für viele wird es indes nur ein Sprung in den Abgrund sein.
Das Bildung, höhere Bildung/Ausbildung nicht die Garantie für eine sorgenfreie Zukunft bei sicherem Auskommen ist, bzw. sein wird, zeigen entsprechende Statistiken http://www.sueddeutsche.d... und so sieht es zwischenzeitlich sogar so aus, dass eher Hauptschüler mit abgeschlossener Lehre in Lohn und Brot bleiben, als viele überzüchtete und hochgebildete Mitglieder der vermeintlichen Mitte, die von der FDP so sehr hofierte, umworbene ;))
Die Politik, insbesondere die FDP, hat die Weichen gestellt, bzw. ist im Begriff dies zu tun, die Spreu vom Weizen zu trennen. Also die zu fördern, die es sich leisten können, von denen, die nicht mit dem goldenen Löffel zur Welt kamen. Zwischen denen, denen es in Zukunft "da oben" bestens gehen soll, denen an nichts fehlen soll, auf Kosten derer, die "da unten" dafür buckeln, sich abmühen, schinden müssen, damit für sie dann wenigstens die Krumen der Gewinnler dieses Systems als karger Lohn abfallen und sie so wenigstens weiter (am Rande zur Armut) vegetieren dürfen.
Wer weiterhin den neoliberal indoktrinierten Politikern glaubt und daran das dabei auch genügend für ihn abfällt, genug für ein angemessenes Leben auf Augenhöhe, der glaubt auch das Zitronenfalter Zitronen falten!
Zwar handeln Krankenpfleger allein ordnungswidrig, wenn sie sich weigern, sich ihres Examens trotzend darüber bewusst zu sein, was die Pflegebedürftigkeits-Richtlinien-PflRi von ihnen verlangen, wenn beispielsweise Ärzte Patienten aktivieren und sie sich in Einklang dazu zu verhalten hätten. Aber einem Menschen eröffnen sich allemal wegen solcher Ordnungswidrigkeiten Optionen, sterben zu müssen. Angesichts eines solches Umstands kann nicht eingefordert werden, dass betriebliche Angestellte sich an einem anderen Maß zu messen haben und deshalb mithin gar ordnungspolitisch belangt werden.
willkommen im Club der vielen Mitbürger, die in unserem reichen Heimatland, den seitens der Politik verheißenen Sprung in die segensreiche, alles rettende Bildung gewagt haben! Für viele wird es indes nur ein Sprung in den Abgrund sein.
Das Bildung, höhere Bildung/Ausbildung nicht die Garantie für eine sorgenfreie Zukunft bei sicherem Auskommen ist, bzw. sein wird, zeigen entsprechende Statistiken http://www.sueddeutsche.d... und so sieht es zwischenzeitlich sogar so aus, dass eher Hauptschüler mit abgeschlossener Lehre in Lohn und Brot bleiben, als viele überzüchtete und hochgebildete Mitglieder der vermeintlichen Mitte, die von der FDP so sehr hofierte, umworbene ;))
Die Politik, insbesondere die FDP, hat die Weichen gestellt, bzw. ist im Begriff dies zu tun, die Spreu vom Weizen zu trennen. Also die zu fördern, die es sich leisten können, von denen, die nicht mit dem goldenen Löffel zur Welt kamen. Zwischen denen, denen es in Zukunft "da oben" bestens gehen soll, denen an nichts fehlen soll, auf Kosten derer, die "da unten" dafür buckeln, sich abmühen, schinden müssen, damit für sie dann wenigstens die Krumen der Gewinnler dieses Systems als karger Lohn abfallen und sie so wenigstens weiter (am Rande zur Armut) vegetieren dürfen.
Wer weiterhin den neoliberal indoktrinierten Politikern glaubt und daran das dabei auch genügend für ihn abfällt, genug für ein angemessenes Leben auf Augenhöhe, der glaubt auch das Zitronenfalter Zitronen falten!
"Die Politik, insbesondere die FDP, hat die Weichen gestellt, bzw. ist im Begriff dies zu tun, .."
Sie haben, Herr Kasperklatsche, aber schon noch gemerkt, daß diese Land seit über 10 Jahren nicht von der FDP regiert wurde, ... oder waren Sie irgendwie abwesend?
Die FDP zum Hauptschuldigen zu erklären - da verstehe ich dann schon den Bezug zu Klatsche.
"Die Politik, insbesondere die FDP, hat die Weichen gestellt, bzw. ist im Begriff dies zu tun, .."
Sie haben, Herr Kasperklatsche, aber schon noch gemerkt, daß diese Land seit über 10 Jahren nicht von der FDP regiert wurde, ... oder waren Sie irgendwie abwesend?
Die FDP zum Hauptschuldigen zu erklären - da verstehe ich dann schon den Bezug zu Klatsche.
Ideal wäre es, wenn wir eine geschlossene Nationalökonomie hätten. Dann könnten wir über den Rahmen der Volkswirtschaft so ausgestalten, dass der Mensch auch am Arbeitsplatz noch Mensch bleibt. Leider haben wir eine offene Volkswirtschaft und müssen mit den übrigen Staaten am Markt wettbewerben. Das erzwingt quasi eine Marktwirtschaft.
Hinzu kommt die Spezialisierung auf die Investitionsgüterindustrie, die die Wertschöpfung erbringt, die wir brauchen, um unseren Sozialstaat zu finanzieren. Mit Kommandowirtschaft könnten wir das nicht und müssten uns quasi abschotten. Nur: Wir haben leider nur Holz und sonst kaum etwas an natürlichen Ressourcen.
Wären wir in Position von Russland, dann würde ich für eine geschlossen Nationalökonomie plädieren. Aber so.
important to us. Das wäre ein Spruch den sich dt. AG mal ansehen sollen. Denn ohne gesunde AN geht jedes Unternehmen kaputt, denn der AG kann die Arbeit nicht leisten. Auch sollten sich die dt. AN mal überlegen was sie wollen. Habe bereits drei ehemalige Kollegen mit Herzinfarkt um die 40, einer hatte 5 nacheinander und ist jetzt arbeitsunfähig. Und sein ehemaliger AG sucht händeringend nach Ersatz und findet keinen, der unter den Bedingungen der Firma arbeiten will. 2600 Brutto alle Ü-Stunden sind mit Gehalt abgegolten und im Jahr soll 90000 Euro Umsatz gebracht werden. Bei 50 - 60h Arbeitswochen kann man sich den Stundenlohn mal ausrechnen. Aber Hochmut kommt immer vor dem Fall und der wird leider in D-land tief sein. Schuld ist dann wieder der Staat.
Unsere Antwort als war bisher folgende: Lebensstandard niedrig halten, Geld beiseite legen, niemals etwas auf Pump kaufen (erst Recht keine Immobilie!), flexibel sein, Selbstachtung von äußerlichem Erfolg unabhängig machen, eine wirklich eigene Moral haben,immer lernen (alles, was geht und halbwegs interessant ist).
Damit sind wir nicht erpreßbar, können jedem Kunden/Arbeitgeber die Stirn bieten sind damit natürlich der Schrecken unserer Bank und unseres Finanzministers . Wir praktizieren seit vielen Jahren Konsumverzicht, und seitdem sind wir auch nicht mehr beim Arzt gewesen.
Das heutige System funktioniert ja nur deshalb, weil sich so viele Mitmenschen korrumpieren lassen. Das geschieht entweder aus Geldgier oder aus der Not, Kredite zurück zahlen zu müssen. Dann kann man ja nicht mehr so oft "nein" sagen.
Vielleicht sollten die Damen und Herren Psychologen sich mal ausdenken, wie man am besten ein Kollegium auf Solidarität einschwören kann. In einer guten Firma ist das das A und O, und das sollten auch die Chefs wissen. 120% kann man nur im Ausnahmezustand verlangen, und das darf nur selten vorkommen. Das ist sehr leicht zu verstehen, und wenn eine Firma das als Dauerzustand wünscht, leidet die Effizienz. Das Ergebnis ist Verminderung der Leistung eines Teams. Wer das nicht kapiert, ist entweder zu jung (trotzt BWL-Studium) oder ein Ignorant. Mit Führungsqualitäten hat das nichts zu tun.
Wer sich selbst die Ketten anlegt, muss die Konsequenzen tragen! Ein Haus mit Plasmaröhre und Kombi sind heute schnell finanziert. Plus die Rente. Und schwups ist man Sklave der Angst.
Ich verdiene 900Eur im Monat, habe einen schmucken Mc vor mir und genieße das Leben. Denn das hat kein Finale!
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