Weihnachten war vor allem eins: teuer. In der Wirtschaftskrise werden die Zusatzausgaben für viele schmerzhaft: Kurzarbeit, kein Weihnachtsgeld, außerdem werden im Januar viele Rechnungen fällig. Zusätzliches Einkommen bringt ein Nebenjob. Aber wann und wie viel darf man nebenher arbeiten? Kann der Chef seinem Untergebenen die Arbeit neben der Arbeit verbieten? Und muss er auch dann gefragt werden, wenn man sich ehrenamtlich engagieren möchte? ZEIT ONLINE klärt die wichtigsten Fragen.

Haben Arbeitnehmer ein Recht auf einen Nebenjob?

Ja. Nach dem Grundgesetz haben Arbeitnehmer das Recht auf freie Berufsausübung. Das beinhaltet auch die Freiheit, eine oder mehrere Nebentätigkeiten auszuüben. Jedoch muss der Hauptarbeitgeber in der Regel vorher gefragt werden. Das steht in den meisten Arbeitsverträgen. Wer also einer Nebentätigkeit nachkommen möchte, sollte einen Blick in seinen Arbeitsvertrag werfen und nachsehen, ob diese Frage in einer Klausel geklärt ist.

Im Arbeitsvertrag ist nichts geregelt – muss der Chef auch dann gefragt werden?

Zumindest sollte er besser informiert werden. Eine einmalige Anzeige reicht allerdings aus, zum Beispiel eine kurze E-Mail. Der Arbeitgeber hat dann vier Wochen Zeit, zu reagieren. Äußert er sich nicht, darf man davon ausgehen, dass er die Nebentätigkeit genehmigt hat.

Darf der Arbeitgeber die Nebentätigkeit verbieten?

Ja. Der Arbeitgeber kann einen Zweit- oder Drittjob verbieten, aber er braucht gute Gründe dafür. Seine Zustimmung verweigern kann er zum Beispiel dann, wenn ein Mitarbeiter nebenbei bei der direkten Konkurrenz arbeiten will oder dann, wenn sich die Arbeitszeiten von Haupt- und Nebenjob überschneiden. Beispiel: Ein Manager darf nicht als freier Unternehmensberater einem Konkurrenz-Konzern Tipps geben. Und wer regelmäßig Spätdienste und Nachtschichten in seinem Hauptjob übernehmen muss, kann nicht abends in einer Bar kellnern gehen – es sei denn, er schafft es, die Arbeitszeiten so zu legen, dass es zu keinen Überschneidungen kommt.

Wer morgens Zeitungen austrägt, kann nachmittags natürlich als Verkäufer arbeiten. Allerdings muss man darauf achten, dass die Arbeitsfähigkeit im Hauptjob durch die Nebentätigkeit nicht beeinträchtigt wird. Wer also jeden Morgen als Fahrer eines Schulbusses arbeitet, hat eher schlechte Chancen, einen Nebenjob als Barmann oder DJ genehmigt zu bekommen – man kann annehmen, dass er zwischen den Jobs nicht genügend Schlaf bekommen wird. Dazu gibt es auch eine rechtliche Regelung: Zwischen den Tätigkeiten müssen mindestens elf Stunden Unterbrechung liegen.