Berufliche Weiterbildung Das Elend mit dem E-Lernen

Die meisten Unternehmen setzen E-Learning-Methoden in der Weiterbildung ein. Trotzdem lernen die Mitarbeiter nur wenig.

Lernen für den Job: Alle reden vom lebenslangen Lernen, aber noch mangelt es an der Umsetzung

Lernen für den Job: Alle reden vom lebenslangen Lernen, aber noch mangelt es an der Umsetzung

E-Learning gilt als kostensparende und effiziente Möglichkeit, Mitarbeiter zu schulen und zu qualifizieren. Ob Sprachkurs oder Bürosoftware: Weltweit investierten IT-Firmen in die Entwicklung von E-Learning-Programmen. "Aber bislang bleibt der Erfolg aus", sagt Laura Overton, E-Learning-Expertin in der non-Profit-Organisation "Towards Maturity" in Großbritannien. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie sich Menschen durch den Einsatz moderner Techniken weiterbilden können. Diese Frage wurde kürzlich auch auf internationalen Lern- und Weiterbildungstagung Online Educa Berlin von Experten aus aller Welt diskutiert. Dort herrschte vor allem Ratlosigkeit.

"Viele große Unternehmen setzen E-Learning-Methoden ein – aber nur ein Bruchteil dieser Firmen ist dadurch produktiver und erfolgreicher geworden. Oft nehmen die Mitarbeiter die Angebote auch gar nicht oder nur widerwillig an", sagt Laura Overton. Mehr als 600 Firmen hat sie zum Thema Weiterbildung beraten und eine Studie unter 3000 Angestellten durchgeführt, die sich im Job mit E-Learning-Angeboten fortgebildet haben.

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Ist die Idee der ständigen Weiterbildung gescheitert? Nein, sagen Overton und ihre Kollegen. Immerhin: Ein Anfang ist gemacht. In Deutschland nutzen mittlerweile mehr als zwei Drittel aller Unternehmen E-Learning-Methoden, um Mitarbeiter zu qualifizieren. Besonders häufig werden die Techniken im Bereich Office-Lösungen sowie Bürokommunikation, Sprachen und Produktinformationen verwendet. Die meisten Firmen schulen mit solchen Programmen ihre kaufmännischen Mitarbeiter, Manager sowie Auszubildende, so das Ergebnis einer Studie von der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Dass der Einsatz von E-Learning-Programmen nicht erfolgreich ist, liegt nach Ansicht der Wissenschaftler jedoch nicht an den Programmen, sondern an der Art und Weise, wie Unternehmen sie einsetzen. "Die meisten Firmen wollen mehr für weniger. Sie wollen mehr Erfolg, Innovation und Gewinn bei weniger Zeit, Personal und Kosten", sagt Laura Overton. Firmen führen neue Arbeitssysteme ein, um Personal abzubauen und Kosten zu sparen. Diejenigen, die im Unternehmen bleiben, müssen den Umgang mit neuen Techniken lernen, ob sie wollen oder nicht. Eingespielte Arbeitsabläufe werden zerstört. Das frustriert die Mitarbeiter, die Produktivität sinkt, die Offenheit etwas Neues zu lernen, ebenfalls. 

Laura Overton hält das für den Anfang des Misserfolgs. Ihr geht es nicht darum, den Fortschritt aufzuhalten. "'Dann würde ich mich nicht seit vielen Jahren mit E-Learning beschäftigen", sagt sie. Sie wünscht sich eine Arbeitswelt, in der eine Kultur des lebenslangen Lernens etabliert ist – und in der die Unternehmen erfolgreich sind, die Menschen aber glücklich, weil sie immer wieder Neues lernen können und nicht allein als Humankapital verstanden werden.

Overtons Untersuchungen haben auch gezeigt, dass die Unternehmen, die E-Learning-Programme gezielt einsetzen, einen Wettbewerbsvorteil haben – und ihre Mitarbeiter sind zufriedener.

"Bevor eine Veränderung eingeführt wird, die eine Schulung voraussetzt, sollte das Unternehmen eine gründliche Analyse der Bedürfnisse und dem Möglichen durchführen", rät sie. Das Top-Management müsse entscheidende Fragen klären wie: Was wird erneuert, welches System wird neu aufgelegt, warum müssen die Mitarbeiter geschult werden und mit welchen Tools lassen sich welche Inhalte vermitteln zu welchem Nutzen?

"Grundlage für einen erfolgreichen Einsatz von Weiterbildungen ist die Motivation", sagt Marc Niemes, der bei der E-Learning Industry Association von Victoria in Australien arbeitet. Das dünn besiedelte Australien setzt in der Schulbildung wie kaum ein anderes Land E-Learning-Methoden ein. Auch Niemes berät Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Organisationen im Einsatz moderner Lerntechniken. "Wenn ich Sie darum bitte, sich 100 Begriffe in zehn Minuten einzuprägen, werden Sie dieser Bitte wohl kaum nachkommen. Wenn ich Ihnen dafür 100 Euro biete, sind Sie wohl schon eher geneigt. Und wenn ich Ihnen dafür eine Reise nach Hawaii gebe, werden Sie es sehr wahrscheinlich probieren", sagt er. Genauso verhalte es sich mit Weiterbildungsmaßnahmen im Job.

Ob sich ein Mitarbeiter für eine Weiterbildung entscheidet, hängt demnach von der Person und ihrer individuellen Motivation selbst ab, aber auch von den Kollegen, den Vorgesetzten und der Unternehmensführung. So wird sich ein ambitionierter Mitarbeiter, der persönliches Interesse an einer Weiterbildung hat, eher anstrengen, wenn er in einem Betriebsklima arbeitet, in dem sich alle Kollegen ständig fortbilden und die Fortbildung zudem vom Betrieb gefördert wird. Darum muss sich das Management eines Unternehmens bemühen, eine aufgeschlossene Lernkultur zu schaffen. Dazu zählt, dass die Mitarbeiter Zugang zu internen und externen Weiterbildungsmaßnahmen haben. Sie sollen dazu ermutigt werden, sich weiterzuentwickeln und sich Aufstiegsmöglichkeiten zu schaffen, zudem sollten sie für Fehler beim Lernen nicht bestraft werden.

Und schließlich muss für das lebenslange Lernen die nötige Infrastruktur vorhanden sein. In vielen Betrieben fehlt es an Schulungsräumen und Lehrern. Überdies berücksichtigen nur wenige Firmen, dass ihre Mitarbeiter einen verschiedenen Bildungsstand und einen unterschiedlichen Erfahrungsschatz haben. Manche lernen schneller als andere – aber wenn eine neue Software eingeführt wird, geben die meisten Firmen ihren Mitarbeitern einen zu kurzen Zeitraum vor, sich auf die Umstellung vorzubereiten und ein neues Programm zu erlernen. Kein Wunder, dass es bei der Einführung neuer Programme zu Fehlern, Überstunden, Frustration und sogar verprellten Kunden kommt – und am Ende sogar zu wirtschaftliche Verlusten, sagt Overton.

Und welche Lerntechniken sind am erfolgreichsten? Die Zukunft liegt im "Blended Learning", behaupten Overton und Niemes. Eine Mischung aus Training on the job, dem Einsatz von E-Learning-Tools über das Internet und Intranet sowie der Anleitung durch einen Lehrer habe den größten Effekt. "Die Unternehmen, die solche Weiterbildungsmaßnahmen anbieten, sind erfolgreicher", sagt Overton. Sie hofft, dass dieses Argument dabei helfen wird, die Idee vom lebenslangen Lernen doch noch umzusetzen.

 
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Aus meiner sehr langen Erfahrung als Ingenieur (45 Berufsjahre) weiss ich, dass die Basis meines Wissens in der Zeit entstanden ist, als Rechenschieber und Logarithmentafel noch das Sagen hatten, bestenfalls der Taschenrechner, wenn es um mehr als 6-stelige Zahlen ging. Berechnungen wurden von Hand durchgeführt. Dadurch bekam man ein Gefühl für das Endergebnis, man wusste, wie es entstanden ist. Natürlich benutze ich heute auch den Computer, aber ich kann vorab das Ergebnis einschätzen bzw. nach dem Rechengang bewerten.
    Wie oft habe ich in den letzten Jahren mit Projekten zu tun gehabt, in denen eklatante Fehler übersehen wurden und sogar zur Ausführung kamen. Fragte man dann den Bearbeiter, ob ihm denn die Zahlen nicht komisch vorkommen, verwies er auf den Rechner, der hat es doch so berechnet.
    Mit den Sprachen ist es ähnlich, man muss sprechen, wenn es geht in Mutterland, oder wenigstens mit Muttersprachlern, alles anderen führt nur zu schlechten Ergebnissen.

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    • keox
    • 13.12.2009 um 16:52 Uhr

    "Dadurch bekam man ein Gefühl für das Endergebnis, man wusste, wie es entstanden ist."

    Diese Erfahrung hab ich mit BWLern und VWLern gemacht. Man vertraut den Rechnern, resp. den Programmen, aber es gibt Null Verständnis dafür, wie es zustande kam.

    • keox
    • 13.12.2009 um 16:52 Uhr

    "Dadurch bekam man ein Gefühl für das Endergebnis, man wusste, wie es entstanden ist."

    Diese Erfahrung hab ich mit BWLern und VWLern gemacht. Man vertraut den Rechnern, resp. den Programmen, aber es gibt Null Verständnis dafür, wie es zustande kam.

  2. Die Autorin vergleicht das schlechte Abschneiden firmeninterner Weiterbildungen mit modernen E-Learning-Methoden. Das ist berechtigt und interessant.

    Doch Sie fragt, "Ist die Idee der ständigen Weiterbildung gescheitert?", und ich denke, hier übernimmt Sie sich, weil Sie etwas übersieht. Selbstverständlich unterscheidet sich die private Weiterbildung von der beruflichen.

    Wer, wie, warum zu einer Weiterbildung angeregt wird, lässt sich nicht auf - leider zugegebenermaßen - triviale Urteile über E-Learning reduzieren. Die firmeninterne Weiterbildung eines Kollegen ist immerzu ein heikles Thema innerhalb eines Unternehmens, so wie die Weiterbildung irgendeines Elements innerhalb eines geschlossenen Systems Schwierigkeiten bereitet.

    E-Learning ist vor allem gut für all jene, die sich heute schon neben der stupiden Arbeit etwas gönnen und nicht nur weiter-ausbilden lassen möchte, schätze ich. Es ist überhaupt nur ein Fortschritt des angestaubten, auf primitive Medien reduzierten Akademiebetriebes (Akademie im weitesten Sinne).

  3. Wer je eine PowerPoint Presentation als Vorlesung an der Uni erlebt der weiß wie nutzlos die ganze Technik ist...

    Man lernt halt am besten auf Papier - ideallerweise schreibt der Lehrer/Professor etc. and der Tafel und der Rest schreibt mit.

    Auch weil so alle Zusammenhänge klar werden.

    IT sollte nur eingesetzt werden wenn es wirklich sinnvoll ist - daher die Benutzung von Excel auf Papier zu erklären ist insgesamt wenig hilfreich, dennoch sind notizen ganz praktisch.

    Und zum Thema lesen - Papier liest sich angenehmer als ein Bildschirm.

  4. Wenn man sagen wuerde, "Buch lesen"=Zeitverschwendung wuerde sofort geantwortet: Es kommt doch darauf an, welches Buch man liest. Das ist beim e-Learning nicht anders, nur die Techniken dahinter sind vielfaeltiger und komplexer als beim Buch. Es gibt Leute, die verstehen unter e-Learning ein didaktisch miserabeles PDF-Bleiwuesten-Dokument, das irgendwo verloren im Cyperspace steht. Gutes e-Learning sieht anders aus: Praesenzveranstaltung (evtl. aufgezeichnet mit drei Streams: Folien in voller Aufloesung, Video und Ton), alles Material in einem Lernmanagementsystem mit Forum und Wiki verfuegbar und diskutierbar, Betreuung der Fragen durch den Referenten, Chat- und Videokonferenzmoeglichkeiten, Onlineselbstlernmodule mit Selbstestmoeglichkeiten, Einsatz von Medien wie Videos und Simulationen in didaktisch sinnvoller Weise usw. . Nur das kostet Geld, bringt aber auch Erfolg.

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    • akraft
    • 13.12.2009 um 20:39 Uhr

    ... ist es zu glauben, dass es nur sinnvoll ist, zielgerichtete Publikationen zu lesen.

    Im Prinzip kann man in den meisten Fällen eines "normal" gebildeten Menschen (d.h. mit einer gewissen Fähigkeit zum kritischen Denken) davon ausgehen, dass er lauter Comics lesen kann, ohne dabei zu "verblöden".

    Umgekehrt gilt dann natürlich auch der Rückschluss, dass das Lesen von zielgerichteten Darbietungen (auch durch E-Learning) nich zwagnsläufig den Horizont oder die Kenntnisse im gewünschten Gebiet erweiter. Aber selbst die Erkenntnis, dass dieser oder jener E-Learning Kurs sinnlos ist ist eine Erkenntnis, oder?

    • akraft
    • 13.12.2009 um 20:39 Uhr

    ... ist es zu glauben, dass es nur sinnvoll ist, zielgerichtete Publikationen zu lesen.

    Im Prinzip kann man in den meisten Fällen eines "normal" gebildeten Menschen (d.h. mit einer gewissen Fähigkeit zum kritischen Denken) davon ausgehen, dass er lauter Comics lesen kann, ohne dabei zu "verblöden".

    Umgekehrt gilt dann natürlich auch der Rückschluss, dass das Lesen von zielgerichteten Darbietungen (auch durch E-Learning) nich zwagnsläufig den Horizont oder die Kenntnisse im gewünschten Gebiet erweiter. Aber selbst die Erkenntnis, dass dieser oder jener E-Learning Kurs sinnlos ist ist eine Erkenntnis, oder?

    • keox
    • 13.12.2009 um 16:52 Uhr

    "Dadurch bekam man ein Gefühl für das Endergebnis, man wusste, wie es entstanden ist."

    Diese Erfahrung hab ich mit BWLern und VWLern gemacht. Man vertraut den Rechnern, resp. den Programmen, aber es gibt Null Verständnis dafür, wie es zustande kam.

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    • TDU
    • 13.12.2009 um 20:34 Uhr

    Irgendwie alles Durcheinander. Früher hieß es, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Und für die früheren Gesellschaften mit frühem Altern und wenig Möglichkeiten zur Veränderung traf das sicher auch zu.

    Und natürlich könnte man den Leuten das Überschlagsrechnen auch noch beibringen. Denn schließlich herrscht in der Schule auch der Taschenrechner. Der ist im Lehrplan einkalkuliert, und die Lehrer können es ja oft selbst nicht.

    Und das Durcheinander. Natürlich geht es zu wie überall. EDV könnte ein Segen sein. Aber selbst die Verwaltung nutzt es für kollektive Sparerei, statt sie für den Einzelnen ein zu setzen. Dass das eine Firma, die auf Gewinn setzen muss, erst recht als notwendig erachtet ist klar. Aber alles faselt hin und her und manche träumen vom lebenslangen Lernen. Ich bin auch dafür. Aber solange das Peter Prinzip und die Verachtung für die Älteren, ab 48 Jahre (Hänschen-Hans), herrschen, wird sich nicht viel ändern. Und wer mit Anfang 50 generell zu alt zum Arbeiten ist, wird sich wohl verarscht vorkommen, wenn man ihm mit lebenslangem Lernen kommt. Vielleicht noch mal Noten für den Auftritt bei einer Musikstarsuchsendung.

    • TDU
    • 13.12.2009 um 20:34 Uhr

    Irgendwie alles Durcheinander. Früher hieß es, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Und für die früheren Gesellschaften mit frühem Altern und wenig Möglichkeiten zur Veränderung traf das sicher auch zu.

    Und natürlich könnte man den Leuten das Überschlagsrechnen auch noch beibringen. Denn schließlich herrscht in der Schule auch der Taschenrechner. Der ist im Lehrplan einkalkuliert, und die Lehrer können es ja oft selbst nicht.

    Und das Durcheinander. Natürlich geht es zu wie überall. EDV könnte ein Segen sein. Aber selbst die Verwaltung nutzt es für kollektive Sparerei, statt sie für den Einzelnen ein zu setzen. Dass das eine Firma, die auf Gewinn setzen muss, erst recht als notwendig erachtet ist klar. Aber alles faselt hin und her und manche träumen vom lebenslangen Lernen. Ich bin auch dafür. Aber solange das Peter Prinzip und die Verachtung für die Älteren, ab 48 Jahre (Hänschen-Hans), herrschen, wird sich nicht viel ändern. Und wer mit Anfang 50 generell zu alt zum Arbeiten ist, wird sich wohl verarscht vorkommen, wenn man ihm mit lebenslangem Lernen kommt. Vielleicht noch mal Noten für den Auftritt bei einer Musikstarsuchsendung.

  5. Tut mir leid, der Artikel ist nichts sagen. E-Learning kann man nach verschiedenen Methoden zu verschiedenen Themen machen. Beim E-Learning muss die Motivation stimmen. Man kann sicherlich nicht sagen, zehn Stunden E-Learning im Unternehmen führen zu x Prozent mehr Gewinn. Es geht auch darum, dass der Mitarbeiter etwas sinnvolles lernt, dass seine Arbeit erleichtert, etwa den Umgang mit Projektmanagement-Tools. In diesem Falle lässt sich ein Gewinn an Zufriedenheit beim Mitarbeiter oder an Projektqualität eben nicht monetär ausdrücken, ist dennoch ein Gewinn fürs Unternehmen.

    • 2eco
    • 13.12.2009 um 20:21 Uhr

    Ich kann Betatester nur Zustimmen. Viele haben eine falsche Vorstellung vom E-Learning.

    Ich habe schon einige Erfahrungen mit Fachvorträgen via Internet gemacht. Die Präsentationen werden Live gestreamt, der Präsentierende ist oben links im Fenster zu sehen und die Präsentation läuft in voller Auflösung in der Mitte.

    Ein Chat steht auch zur Verfügung, sodass man Fragen stellen und Diskussionen anregen kann.

    Das ganze ging in dem Fall über 2 Tage (jeweils 8 Stunden). Normalerweise hätte man also Anfahrt, Übernachtung und die Rückfahrt gehabt. So hat man morgens seinen Laptop angeschaltet und bei einer Tasse Kaffee gemütlich der Präsentation gelauscht. Vorträge die einen nicht interessieren kann man ebenfalls weglassen.

    Danach wurden außerdem Dokumente und Videoaufnahmen von den Präsentationen hochgeladen, sodass man auch noch mal später etwas nachschauen konnte. Insgesamt hat man also viel gelernt, weniger Zeit gebraucht und Kosten gespart.

    Zwei wichtige Faktoren wurden aber ausgelassen.
    1. Macht es einen Unterschied, ob einen das Thema interessiert oder ob es eine Pflichtveranstaltung ist. Im letzteren Fall ist die Motivation eh schon sehr niedrig. Da man E-Learning nicht "greifbar" machen kann und es auch nicht auffällt wenn man überhaupt nichts versteht ist also noch weniger Bereitschaft zum Lernen da.

    2. Hängt es glaube ich auch von der Altersgruppe ab. Die Junge Generation ist mit dem Internet quasi aufgewachsen und machen heutzutage fast alles Online.

    • TDU
    • 13.12.2009 um 20:34 Uhr

    Irgendwie alles Durcheinander. Früher hieß es, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Und für die früheren Gesellschaften mit frühem Altern und wenig Möglichkeiten zur Veränderung traf das sicher auch zu.

    Und natürlich könnte man den Leuten das Überschlagsrechnen auch noch beibringen. Denn schließlich herrscht in der Schule auch der Taschenrechner. Der ist im Lehrplan einkalkuliert, und die Lehrer können es ja oft selbst nicht.

    Und das Durcheinander. Natürlich geht es zu wie überall. EDV könnte ein Segen sein. Aber selbst die Verwaltung nutzt es für kollektive Sparerei, statt sie für den Einzelnen ein zu setzen. Dass das eine Firma, die auf Gewinn setzen muss, erst recht als notwendig erachtet ist klar. Aber alles faselt hin und her und manche träumen vom lebenslangen Lernen. Ich bin auch dafür. Aber solange das Peter Prinzip und die Verachtung für die Älteren, ab 48 Jahre (Hänschen-Hans), herrschen, wird sich nicht viel ändern. Und wer mit Anfang 50 generell zu alt zum Arbeiten ist, wird sich wohl verarscht vorkommen, wenn man ihm mit lebenslangem Lernen kommt. Vielleicht noch mal Noten für den Auftritt bei einer Musikstarsuchsendung.

    Antwort auf "@ exergie"

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