Auszeit vom Job Raus aus dem Hamsterrad

Wenn es im Job nicht mehr weitergeht, nützt eine Auszeit auf Zeit: Sabbaticals werden immer beliebter. ZEIT ONLINE zeigt, wie es funktioniert und was zu beachten ist.

Auszeit auf Zeit: Ein Sabbatical ermöglicht Arbeitnehmern den Ausstieg vom Job für eine befristete Zeit

Auszeit auf Zeit: Ein Sabbatical ermöglicht Arbeitnehmern den Ausstieg vom Job für eine befristete Zeit

Eine Auszeit vom Job nehmen – einfach so? Womöglich, um sich zu entspannen, weiterzubilden, einfach mal den Kopf frei zu kriegen? Das geht. Sabbatical nennt sich diese befristete Auszeit vom Job. Rund die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland hält eine befristete Auszeit bei Arbeitsplatzgarantie für eine sinnvolle Maßnahme. Und immer mehr Arbeitgeber lassen sich auf dieses Modell der flexiblen Arbeitszeitgestaltung ein.

Wie funktioniert ein Sabbatical?

Ein Sabbatical ist eine Art nicht zweckgebundener Langzeiturlaub mit "Job-zurück-Garantie". Arbeitgeber und Arbeitnehmer handeln die Bedingungen dafür individuell aus. Der Mitarbeiter bekommt so die Möglichkeit, für einen fest geplanten Zeitraum auszusteigen. Manche Mitarbeiter nehmen eine solche Auszeit von drei Monaten bis ein bis zwei Jahren, beispielsweise um sich um die Pflege ihrer Angehörigen zu kümmern oder ein größeres Projekt zu realisieren: eine Doktorarbeit, ein Fachbuch oder eine Forschungsarbeit zu schreiben. Um frei zu haben, spart der Mitarbeiter entweder Überstunden oder Urlaubstage auf einem Arbeitszeitkonto an und lässt sich diese als Freizeit auszahlen, oder er verzichtet im Voraus auf einen Teil des Gehalts und finanziert mit dem Ersparten den geplanten Ausstieg. Eine dritte Möglichkeit ist der unbezahlte Urlaub.

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Gibt es einen Anspruch auf eine Auszeit und wer kann ein Sabbatical machen?

Nein, das deutsche Arbeitsrecht sieht keinen Anspruch auf ein Sabbatical vor. Prinzipiell kann jeder Festangestellte Gebrauch von der Auszeit machen. Sie ist immer eine freiwillige Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer und abhängig davon, ob das Sabbatical dem Arbeitgeber sinnvoll erscheint oder er zumindest den Grund für so wichtig anerkennt, dass er bereit ist, seinen Mitarbeiter freizustellen. Ursprünglich kommt das Sabbatical aus den USA, wo vor allem Wissenschaftler davon Gebrauch machen, um für Forschugszwecke aus ihren Lehrverpflichtungen auszusteigen. Auch in Deutschland genehmigen Hochschulen ihren Professoren solche Forschungsfreisemester. Von diesen Monaten profitieren die Universitäten, kommen ihnen die Forschungsergebnisse und die damit verbundene Reputation ihrer Wissenschaftler zu Gute.

Gibt es schriftliche Regelungen für ein Sabbatical?  

Ja, im öffentlichen Dienst, in Forschung und Wissenschaft gibt es bereits Regelungen und Vorschriften für eine längere Auszeit von Mitarbeitern. Auch einige Großunternehmen aus Deutschland haben solche Regeln in ihren Betriebsvereinbarungen fixiert. Häufig betreten Mitarbeiter mit diesem Wunsch aber Neuland. Sie können sich bei den Vorbereitungen auf die Verhandlungen an den Regeln für Mitarbeiter in Elternzeit orientieren. Ein Sabbatical ist in solchen Firmen leichter zu beantragen, in denen andere Modelle flexibler Arbeitszeit bereits Praxis sind. 

Leser-Kommentare
  1. den Job kündigen und eine Auszeit nehmen, falls es nicht anders geht. Aber in manchen Köpfen ist das wahrscheinlich so schwer vorstellbar, wie bei Rot über die Ampel gehen.

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