Innovationsmanager Der Manager für Neues

Ein neues Produkt soll an den Markt: Das geht nicht ohne Innovationsmanager. Er ist ein Multitalent und arbeitet als die Schnittstelle zwischen Ingenieuren, Marktforschern und Marketingexperten

Auch eine Innovation: Der Prototyp einer Uhr mit Mond-Staub. Ob an diesem Produkt ein Innovationsmanager mitgearbeitet hat, ist indes unbekannt

Auch eine Innovation: Der Prototyp einer Uhr mit Mond-Staub. Ob an diesem Produkt ein Innovationsmanager mitgearbeitet hat, ist indes unbekannt

Eine Idee für eine innovative Errungenschaft entwickelt zu haben, ist gut und schön, es nützt aber die genialste Innovation nichts, wenn die Vermarktung mangelhaft ist. Erfinder sind meist Ingenieure und die können oft nur schwer einschätzen, ob eine Erfindung auch beim Kunden ankommt. Darum gibt es Innovationsmanager, die für die neue Erfindung die passende Vermarktungsstrategie entwerfen.

Knut Blind, Professor an der TU Berlin, ist so ein Innovationsmanager. Er ist Experte auf dem Fachgebiet der Innovationsökonomie, wie es korrekt heißt, und er weiß um die Bedeutung des Innovationsmanagers. "Der Innovationsmanager muss sich auf dem Marketing- und Marktforschungssektor auskennen, aber auch ein umfangreiches technisches Verständnis mitbringen. Schließlich muss er sicher einschätzen können, ob es für eine Idee einen Markt gibt", sagt Blind. Darum muss der Innovationsmanager den Markt gut kennen und unterschiedliche Vermarktungsstrategien entwickeln, um das jeweilige neue Produkt der angepeilten Zielgruppe schmackhaft zu machen.

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Marketing allein reicht aber nicht. Ein Innovationsmanager erforscht auch die zukünftigen Bedürfnisse der Menschen. Das nennen die Marketingleute "Trendscouting" und ist ein Forschungszweig, in den viel investiert wird. Es wird untersucht, welche Produkte es wo und wie schon gibt und wofür es keinen Bedarf gibt. Bei Blind klingt das so: "Der Innovationsmanager entwickelt Bedürfnisperspektiven, die den Findungsprozess neuer Innovationen erleichtern."

Was den Innovationsmanager von den Werbeleuten unterscheidet: Er muss die Realisationsmöglichkeiten einer neuen Erfindung einschätzen können. Hier arbeitet er den Ingenieuren in der Produktentwicklung zu. "Der Manager muss fundierte Kenntnisse aus dem Ingenieurswesen mitbringen", sagt Blind. Maschinenbau, Physik, Chemie, Elektrotechnik – Fachwissen ist wichtig. Ohne sie erkennt man nicht, ob sich eine Entwicklung überhaupt umsetzen lässt. Gleichzeitig lautet die Maxime des Innovationsmanagers: Geht nicht, gibt's nicht! Denn auch beim Lösen technischer Probleme und Optimieren neuer Entwicklungen arbeitet er mit. Der Innovationsmanager bildet die Schnittstelle zwischen Ingenieuren, Marktforschern und Marketingexperten. Je nach fachlicher Kernkompetenz ist der Innovationsmanager zumeist entweder in Forschung und Entwicklung oder Marketing und Marktforschung tätig.

Innovationsmanager sind sowohl in Beratungsagenturen sowie in Entwicklungsabteilungen großer Unternehmen beschäftigt. Eine Standardausbildung gibt es nicht, der Innovationsmanager erlangt das benötigte Basiswissen durch ein Studium. Den "Feinschliff" erhält er durch klassisches "learning by doing". "Studenten mit technischem Background fällt das Studium oft leichter als jenen Studenten, die aus dem Bereich Marketing kommen. Es ist oft schwieriger, sich technisches Wissen anzueignen", sagt Knut Blind.

Das schwierige Studium kann sich lohnen: "Die Aussichten für die Branche sind durchweg positiv", sagt der Professor. Auch in der Wirtschaftskrise. Schließlich müssen Unternehmen auch in schlechten Zeiten, innovativ sein, um einen Wettbewerbsvorteil zu haben.

  • Arbeitszeit: 40 bis 50 Stunden/Woche
  • Ausbildung: Studium
  • Gehalt: ab 50.000 Euro/Jahr, abhängig von der Qualifikation
 
Leser-Kommentare
  1. Irgendwann gibt es in diesem Land nur noch Manager bzw. Alphatiere welche sich gegenseitig die Arbeit zuschieben.
    Fast alle wollen sie etwas Besseres sein und kaum jemand das konkret handwerkliche lernen, etwas sinnvolles machen, da vorallem unterbezahlt und immer weniger benötigt.
    Eigentlich benötigen wir nur Innovation im Berufe kreieren, und dann holen wir uns mit unseren Berufsbezeichnungen gegenseitig eine runter.
    INNOVATIONSMANAGER, boa eh!
    Wir schaffen doch nur noch Illusionen und machen uns gegenseitig etwas vor. Wichtig tun, sich wichtig fühlen.
    Gearbeitet ist dabei aber nichts!
    Heutzutage brauchen die Leute kaum noch etwas, außer Geld, damit der Kram der schon produziert wurde auch richtig verteilt wird.

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