ZEIT ONLINE: Herr Hochedez, das Technische Hilfswerk hat Katastrophenhelfer nach Haiti entsandt. Wie viele Leute sind im Einsatz – und welche Berufe haben sie?

Oliver Hochedez: Wir haben 15 Spezialisten im Einsatz. Das sind Hauptamtliche, aber auch Ehrenamtliche. Alle Kräfte sind sehr erfahren. Die waren nach dem Hurrikane in New Orleans im Einsatz, nach den Erdbeben in Pakistan und auch nach dem Tsunami in Südostasien. Diese Leute haben alle eine spezielle Ausbildung. Sie haben Lehrgänge beim THW, den UN und der EU durchlaufen und sind gut vorbereitet auf die Belastungen, die sie erwarten. Das Team besteht aus Ingenieuren, Chemikern, Hochbauspezialisten. Sie werden sich um die Wasseraufbereitung kümmern.

ZEIT ONLINE: Was erwartet die Leute vor Ort? Arbeitet das Team allein oder sind sie eingebunden in internationale Teams?

Hochedez: Die UN übernimmt die Koordination für alle internationalen Hilfsteams. Auch wenn der eigene Stützpunkt in Port-au-Prince eingestürzt ist, hat die UN einen Treffpunkt eingerichtet, an dem sich alle Rettungsteams melden. Im Koordinierungsbüro gibt es dann Meetings, es werden Cluster aufgestellt. Die eine Hilfsorganisation kümmert sich beispielsweise um Nahrungsmittel, die andere um die Wasseraufbereitung und den Aufbau sanitärer Anlagen, wieder andere kümmern sich um die Logistik und noch andere um die Versorgung der Verletzten, um die Bergung der Verschütteten. In Koordinierungstreffen werden die Rettungsarbeiten abgestimmt.

ZEIT ONLINE: Wie verständigen sich die Hilfsteams?

Hochedez: Zumeist auf Englisch – und in diesem Fall auch auf Französisch.

ZEIT ONLINE: Wo sind die deutschen Helfer untergebracht? 

Hochedez: Das Team ist weitgehend autark. Sie haben Zelte und Verpflegung dabei, denn es ist nicht zu erwarten, dass diese elementaren Dinge vor Ort vorhanden sind. Außerdem arbeitet unser Team mit der Deutschen Botschaft vor Ort und den Vereinten Nationen zusammen.

ZEIT ONLINE: Wie sind die Helfer geschützt, was müssen sie an Sicherheitsregeln beachten? Der Einsatz kann doch sehr gefährlich sein, wenn es zu Nachbeben kommt oder zu Plünderungen.

Hochedez: Unsere Leute haben viele Speziallehrgänge durchlaufen, sie haben Sicherheitstrainings gemacht, wissen genau, worauf sie zu achten haben.

ZEIT ONLINE: Wie gehen die Retter mit der psychischen Belastung um?