Familie und Beruf Mütter wollen nicht zu Hause bleiben

Studie unter Müttern stellt fest: Die meisten Frauen wollen weiterarbeiten, aber in Teilzeit. Aus Mangel an Teilzeitstellen bleiben sie daheim.

Hausfrau und Mutter: Nur wenige Frauen wollen nach der Geburt ihrer Kinder zu Hause bleiben. Die meisten wollen in Teilzeit weiterarbeiten

Hausfrau und Mutter: Nur wenige Frauen wollen nach der Geburt ihrer Kinder zu Hause bleiben. Die meisten wollen in Teilzeit weiterarbeiten

Viele junge Mütter wollen zwar auch mit kleinen Kindern weiter arbeiten, ziehen dabei aber oft Teilzeitmodelle vor. So bevorzugen 60 Prozent eine Teilzeitarbeit, wenn ihre Kinder zur Schule gehen, wie aus einer am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Studie der Stiftung des Ravensburger Verlages hervorgeht. Zehn Prozent möchten dann voll erwerbstätig sein. Ähnlich denken der Untersuchung zufolge die Väter, was die Erwerbstätigkeit ihrer Partnerinnen betrifft.

Etwa 40 Prozent der befragten Mütter und Väter mit Kindern unter drei Jahren meinen der Studie zufolge, die Mutter solle gar nicht arbeiten. Bei Eltern von Kindergartenkindern meinen dies nur noch zehn Prozent der Väter sowie acht Prozent der Mütter.

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Es möge zunächst erstaunen, dass junge Eltern so eindeutig meinten, die Mutter solle zugunsten der Fürsorge ihre Berufstätigkeit einschränken, erklärte der Mitverfasser der Untersuchung, der Mikrosoziologe Hans Bertram. Dies sei aber durchaus eine rationale Entscheidung. Denn junge Frauen verdienten in Deutschland öfter als im europäischen Durchschnitt erheblich weniger als junge Männer. Für die repräsentative Studie wurden jeweils 1000 Mütter und Väter mit mindestens einem Kind unter sechs Jahren befragt.

 
Leser-Kommentare
    • fegalo
    • 28.01.2010 um 16:58 Uhr

    Nun ist es raus: Die vereinten Bemühungen feministischer Lobbyverbände, der Regierung in Form von Frau von der Leyen und der meisten Medien gehen an der gewünschten und gelebten Praxis der Familien vorbei. Diese Zahlen sind eigentlich lange bekannt. Dennoch wird beständig das Modell „vollzeitbeschäftigte Mutter“ propagiert, mit dem einzigen, ideologisch begründeten Ziel, dass Frauen über ein gleich hohes Einkommen wie Männer verfügen können.

    Man beachte die wesentliche Aussage der Studie: Wenn eine Frau keine Teilzeitstelle bekommt, dann geht sie nicht Vollzeit arbeiten, wie die Lobbyistinnen und Ganztagskita-Befürworterinnen es wollen, sondern gar nicht. Mütter auf den Arbeitsmarkt zu bringen, heißt also, Teilzeitjobs zu schaffen. Das ist die diesbezügliche Aufgabe der Politik und der Wirtschaft. Nicht Aufgabe der Politik ist es dagegen, neue Familienmodelle in der Gesellschaft mittels Propaganda und finanzieller Anreize/Strafen zu erzwingen. Solche Maßnahmen haben nämlich die Tendenz zum Totalitären.
    Die ZEIT ist übrigens dasjenige unter den sogenannten seriösen Medien, das sich am bereitwilligsten vor diesen ideologischen Karren spannen läßt.

  1. Gehen Frau denn immer nur arbeiten um sich selbst zu verwirklichen? In manchen Haushalten wird das Geld ja auch benötigt, weil ein Gehalt nun mal nicht ausreicht. Es ist ja schön, wenn ein Großteil der Mütter aus der Umfrage diese Wahl hat, leider ist es nun mal nicht immer so. Für diese Familien müssen Betreuungsangebote geschafften werden. Das hat nichts mit Ideologie und der Schaffung neuer Familienmodelle zu tun.

    • RuRA
    • 29.01.2010 um 13:13 Uhr

    Bei der Diskussion, ob Mütter zuhause bleiben WOLLEN, wird meines Erachtens völlig übersehen, dass man es sich eigentlich gar nicht leisten kann, zuhause zu bleiben. Denn die Gesetzgebung wurde kürzlich so geändert, dass auch verheiratete Mütter für sich selbst nur bis zum dritten Lebensjahr des Kindes einen Unterhaltsanspruch haben. Früher hatten sie diesen Anspruch bis etwa zum achten Lebensjahr des jüngsten Kindes. Das heißt also, wenn man als Frau wegen zweier oder gar dreier Kinder zuhause bleibt, riskiert man bei einer etwaigen Scheidung nach dem dritten Lebensjahr des Kindes auf die Hartz IV-Ebene abzurutschen: Gegen den Kindsvater hat man keinen Unterhaltsanspruch für sich selbst mehr. Nach einer langen Berufspause, in der man sich "nur" den Kindern gewidmet hat, wird es aber äußerst schwer, in den alten Beruf zurückzukehren.
    Das bedeutet, dass das Risiko, Kinder zu kriegen und aufzuziehen, finanziell gesehen vollständig auf die Frauen abgewälzt worden ist. Und daran ändern auch ein paar Monate Elternzeit für Väter nichts. Diese kehren in der Regel dann Vollzeit an ihren Arbeitsplatz zurück, die Mütter arbeiten Teilzeit (wenn überhaupt ihr Arbeitgeber das so zuläßt) oder fallen vollständig aus dem Berufsleben heraus. Wenn nach ein paar Jahren der Kindsvater sich scheiden läßt, haben die Mütter eben Pech gehabt. Das hat die Emanzipation gebracht. Bravo.

  2. "Denn junge Frauen verdienten in Deutschland öfter als im europäischen Durchschnitt erheblich weniger als junge Männer."

    Nach Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gibt es für mehr als 80 Prozent der Gehaltsdifferenz sachliche, das heißt in der Entscheidung der Frauen liegende Gründe. Bei dem durchschnittlichen Stundenlohn, der Frauen dann mit 23 Prozent benachteiligt sieht, „werden nicht etwa gleiche Tätigkeiten verglichen, sondern es wird für alle Arbeitnehmereinkommen von allen Männern und Frauen in Deutschland ein fiktiver Durchschnitt berechnet und verglichen. Dabei werden Faktoren wie unterschiedliche Berufs- und Branchenwahl oder Erwerbsbiografien nicht berücksichtigt“, heißt es in einer Studie des Bundesverbands der Arbeitgeber zum Thema Gehälterdifferenz. Von den 23 Prozent Unterschied „bleibt lediglich ein ´unerklärter Rest´ von zwei bis drei Prozentpunkten bestehen“.

    Frauen, die Teilzeit arbeiten, verdienen übrigens oft mehr als Männer, die dasselbe tun, im Schnitt 22 Prozent.

    Im Jahr 2008 gingen 69% der erwerbstätigen Mütter einer Teilzeittätigkeit nach. 1998 war es erst gut die Hälfte (53%). Bei den Frauen ohne minderjährige Kinder erhöhte sich die Teilzeitquote im betrachteten Zeitraum um 6 Prozentpunkte auf 36%. (Quelle: Destatis)

    Wie meinte doch Frau Schwarzer bzgl. Krise:
    "Wir Frauen werden WIEDER den Karren aus dem Dreck ziehen."

    Und das in Teilzeit ... So etwas schaffen eben nur Frauen.

  3. Frauen wollen nicht zu Hause bleiben!
    Dieses Faktum sagt für sich gesehen erst mal nichts aus!

    Denn entscheidend sind die Motive.

    Frauen wollen nicht zu Hause bleiben, weil die maßgebliche gesellschaftliche Teilhabe seit der industriellen Revolution im Arbeitsleben stattfindet, mithin die Haushaltsführung sie davon abschneidet und darüberhinausgehende Untätigkeit verurteilt.
    Es gibt nur wenige, die unbedingt arbeiten wollen, viele die das zusätzliche Geld aber gut brauchen können.

    Letztlich wird sich das Problem von selbst erledigen, denn zu erheblichen Teilen wird sich das Arbeitsleben wieder zurück in den Wohnort in den eigenen Haushalt zurückverlagern. Damit wird die Bedeutung der sozialen Berufsgemeinschaft wieder deutlich abnehmen.
    Schon heute fangen mancherorts Singles an darunter zu leiden, weil das Internet vielen Familienvätern und Müttern erlaubt den Mittelpunkt ihres Soziallebens wieder in den eigenen Haushalt und die Nachbarschaft zu verlegen.
    Das ist vor allem für Frauen eine gute Nachricht, denn ohne den Ortswechsel lassen sich Beruf und Kinder viel besser übereinbringen. Auch die klassischen weiblich bevorzugten Tätigkeiten werden damit wieder an gesellschatlicher Bedeutung gewinnen und mehr gesellschaftliche Mitsprache ermöglichen. Die Frage Karriere oder Familie, wird sich damit für die meisten erledigen, ebenso die Leistungsausbeutung die dabei am Ende nur über den getätigten Erfolg und weniger über Anwesenheit erreicht werden kann.

    H.

  4. [...]

    Letztlich ist es wohl das, was die Frau in Deutschland ausmacht. Sie braucht Quoten, muss bei allem gefördert werden und ihr Arbeitsplatz, ach was, das ganze Land muss ihren Defiziten entsprechend angepasst werden.

    Bin ich froh, dass ich ein Mann bin und alles kann, ohne Männerbeauftragten, ohne männerfördernde Politik und ohne Männerparkplatz.

    Frau sein, das ist wohl das schrecklichste Schicksal auf Erden.

    Gekürzt. Bitte formulieren Sie Ihre Meinung sachlich und vermeiden Sie besonders provokative Äußerungen. Danke. Die Redaktion/cs

  5. Zum einen wird in der deutschen Gesellschaft die Rolle der Mutter eher bemitleidend betrachtet. Jemand der nur "Hausfrau" oder auch "Hausmann" ist, gehört jedenfalls nicht zu den Leistungsträgern. Man wird offensichtlich unterhalb einer Erzieherin bzw. Kassierin im Einzelhandel eingestuft. Punkt.
    Die zweite Facette ist, dass viele Frauen / Mütter, oft hochqualifiziert sind und einen guten Job machen. Sobald diese Frauen aber ihren Kinderwunsch realisiert haben, werden sie entweder während der Erziehungszeit vom Arbeitgeber vorsätzlich kalt gestellt ( wie sie wollen Mutterschutz ?), oder finden nach den drei Jahren Erziehungszeit nicht zurück in Job, weil schlichtweg der Anschluss verloren gegangen ist. Oder sie können schlichtweg nur Teilzeit arbeiten, weil sie
    a.) Ihre Kinder, neben den Betreuungszeiten in Kindergärten, selber erziehen möchten. Sprich, sie wollen etwas von ihren Kindern haben

    b.) Sie auf Grund des Familieneinkommens schlicht dazu gezwungen sind.

    c.) Teilzeit die einzige Möglichkeit ist, mangels adäquater Betreuungsmöglichkeiten, was Flexibilität und Bildunganspruch der jeweiligen Betreuungsörtlichkeit angeht, die Kinder zu versorgen.
    Schlussendlich geht es hier um eine Thematik die Familien angeht und dazu zähle ich nicht nur Mütter.

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