Beruf der Woche Kein Arbeitstag ohne Bier
Brauer und Mälzer ist ein echter Traditionsberuf. Eine Maschine, die Bier braut, gibt es nicht. Den Beruf erlernt man über eine Ausbildung oder ein Studium.
© Miguel Villagran/Getty Images

Hat das Bier die richtige Farbe, ist es wirklich rein? Ein Brauer bei der Qualitätskontrolle
Kein Weißbier auf dem Oktoberfest, kein Kölsch auf dem Karneval, kein Pils am Nordseestrand: Ohne die Braukünste des Brauer und Mälzers sähe die deutsche Getränkelandschaft trist aus. Der Beruf ist Traditionshandwerk. Seit dem Jahr 1516 gibt es das deutsche Reinheitsgebot, die älteste Lebensmittelverordnung weltweit. Der Herstellungsprozess selbst hat mit dem Mittelalter indes kaum etwas zu tun. Von Hand braut heute kaum noch jemand. Vielmehr müssen Brauer und Mälzer die Produktions- und Abfüllanlagen steuern und überwachen.
"Heute braucht der Bierbrauer viele Kenntnisse im Umgang mit der Maschinentechnik", sagt Bernhard Kebbel. Er ist Studiendirektor der Landesschule für Brauer und Mälzer an der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Ulm. Wer hier studiert, lernt nicht nur, wie ein Brauprozess abläuft. Neben den Grundfächern Mathematik, Physik und Chemie steht auch Maschinentechnik, Mikrobiologie, Botanik und Betriebswirtschaft auf dem Lehrplan.
Zwar erfolgt die Produktion heute automatisch, aber die Brauer und Mälzer müssen den Brauprozess vorbereiten. "Eine Maschine, die Bier eigenständig produziert, gibt es nicht", sagt Kebbel. Der Bierbrauer muss beispielsweise die Erhitzung der Maische kontrollieren und den Gärprozess im Auge behalten. Er kauft die Rohstoffe ein und kontrolliert sie. Ganz wichtig: Das Reinheitsgebot beachten. Bier aus Deutschland darf nur aus Wasser, Malz und Hopfen bestehen.
In den Beruf geht es über eine duale, staatliche anerkannte Ausbildung in einer Brauerei und an einer Berufsfachschule. Zugangsvoraussetzung ist mindestens ein guter Realschulabschluss. Im Anschluss an die Ausbildung kann eine Weiterbildung zum Braumeister absolviert werden.
Ein anderer Weg in den Beruf ist über ein Studium möglich. In Deutschland bieten beispielsweise die TU München und die TU Berlin ein Ingenieursstudium für Brautechnik an. "Viele Abiturienten lassen sich erst zum Brauer und Mälzer ausbilden, um dann an einer der beiden Hochschulen zu studieren. Hinterher darf sich der Absolvent dann Diplom-Ingenieur für Brautechnik nennen. Damit kann er in die Betriebsführung, in die Forschung oder in den Einkauf gehen", sagt Kebbel.
Die Jobchancen für den gelernten oder studierten Brauer und Mälzer stehen nicht schlecht. Deutsche Brauer sind auf der ganzen Welt gefragt. Allerdings nicht nur, um "flüssiges Brot", wie Bier oft genannt wird, herzustellen, sondern auch allerlei andere Getränke. Die Getränkeindustrie bietet allerhand Jobs in der Sprudel- und Saftproduktion, in Brennereien und bei Maschinen- und Anlagenbaubetrieben.
- Ausbildung: Ausbildung / Studium
- Gehalt: ab 1800 Euro/brutto
- Arbeitszeit: 40 Stunden
- Datum 19.02.2010 - 16:16 Uhr
- Serie Beruf der Woche
- Quelle ZEIT ONLINE
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verkommt doch zum Luxusartikel. Die Preise sind von DM in € übernommen wurden.
Menschen aus aller Welt lernen in Deutschland, wie man richtiges Bier braut, um dann in ihrer Heimat ein Gesöff aus allen möglichen Cerealien und Chemikalien herzustellen. Warum ist das Bier ausgerechnet in Deutschland, wo man sich noch (aber auch nur für die Inlandsproduktion) an das Reinheitsgebot hält, um so viel billiger als in anderen europäischen Ländern, wo man Billig-Rohstoffe wie etwa Mais in "Bier" verwandelt? Die im Ausland üblichen Konservierungsmittel können doch nicht so teuer sein.
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