Diskriminierung Gleichbehandlung Ehrensache
Jeder zweite Migrant in Deutschland wurde schon einmal diskriminiert, oft im Job. Nur wenige kennen das Antidiskriminierungsgesetz. Das soll jetzt ein Pilotprojekt ändern.
© David McNew/Getty Images

Gleichbehandlung sollte selbstverständlich sein: Um Opfern von Diskriminierung besser zu helfen, gibt es in Bremen ein Pilotprojekt
War es wegen seiner Hautfarbe, war es, weil er Afrikaner ist, oder hat er einfach nicht ins Team gepasst? Antworten auf diese Fragen wird A. Cyriacus* aus Nigeria wohl nie bekommen. Für ihn steht fest: Er wurde an seinem Arbeitsplatz wegen seiner Herkunft diskriminiert. "Ich wurde betrogen, ausgebeutet und sogar verprügelt", sagt er. Cyriacus arbeitete bei einem großen Unternehmen aus der Fleisch verarbeitenden Industrie. Anders als vereinbart sei ihm ein geringerer Lohn als seinen hellhäutigen Kollegen bezahlt worden. Überstunden habe er anders als die weißen Kollegen nicht geltend machen können, Beleidigungen und ausländerfeindliche Witze seien an der Tagesordnung gewesen. Als er sich beim Arbeitgeber beschwerte, sei seine Kritik ignoriert worden. Irgendwann eskalierte die Situation, es kam zu handgreiflichen Übergriffen durch Kollegen. Cyriacus erstattete Anzeige, der Fall ging vor Gericht. Die Kollegen wurden zwar verurteilt, ernsthafte Konsequenzen seitens des Arbeitergebers seien indes ausgeblieben, sagt Cyriacus. Stattdessen wurde er mit Verweis auf seine vermeintliche Provokation der Auseinandersetzung gekündigt.
Wie dem Nigerianer geht es vielen Menschen mit Migrationshintergrund. Einer Studie der EU-Agentur für Grundrechte (Fundamental Rights Agency, FRA) haben über 52 Prozent der in Deutschland lebenden, türkeistämmigen Menschen unterschiedliche Formen von Diskriminierung am Arbeitsplatz erfahren. 36 Prozent der Befragten wussten nicht, wer ihnen hätte helfen können. Auch andere Studien stellen immer wieder fest, dass Ausländerfeindlichkeit in der Arbeitswelt stark verbreitet ist.
Aus diesem Grund wurde im Januar 2010 das Projekt ADA, das Kürzel steht für Antidiskriminierung in der Arbeitswelt, ins Leben gerufen, ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt in Bremen. Die Mitarbeiter von ADA stehen im Falle von Diskriminierungen als Ansprechpartner zur Verfügung. Ziel ist es, Menschen zu unterstützen, die im Arbeitsalltag oder bei der Suche nach einem Arbeitsplatz Diskriminierung erfahren haben. Das Angebot richtet sich an Menschen mit Migrationshintergrund, Behinderte, Frauen und ältere Arbeitnehmer, sagt Diana Altun, die im vierköpfigen Beraterteam mitarbeitet. "Wir wollen die Integration fördern und Betroffene beraten, die von direkter oder indirekter Benachteiligung im Job oder in der Ausbildung betroffen sind", sagt sie. Aber nicht nur die Betroffenen selbst, auch Unternehmen, in denen es beispielsweise Probleme mit Ausländerfeindlichkeit gibt, können sich hier informieren. Außerdem wollen die Projektmitarbeiter für die Problematik sensibilisieren und Arbeitnehmerinteressenvertretungen, Ausbilder, Berufsschullehrer sowie Sozialarbeiter erreichen, die bei Diskriminierung häufig erste Ansprechpartner sind. Abgerundet werden soll das Angebot durch den Aufbau eines Netzwerks zwischen anderen Antidiskriminierungsorganisationen. Darum kooperiert ADA mit Gewerkschaften, Betriebsräten, Interessenvertretungen in Unternehmen und Schulen.
- AGG
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Das Allgemeines Gleichstellungsgesetz (AGG) soll Menschen schützen, die aufgrund der ethnischen Herkunft oder aus rassistischen Gründen, aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Religion oder Weltanschauung, aufgrund einer Behinderung, ihres Alters oder ihrer sexuellen Identität Benachteiligungen erfahren. Es schafft die rechtliche Grundlage, wonach Diskriminierung verboten ist.
Hauptsächliche Anwendung findet das AGG in der Arbeitswelt. Das bezieht beispielsweise Auswahlkriterien bei Bewerbungsverfahren, berufliche Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie die Höhe der Arbeitsvergütung mit ein. Darüber hinaus gilt das Gesetz auch für Situationen im Alltag, in denen Diskriminierung stattfinden kann, beispielsweise bei Einkäufen, Gaststätten- oder Diskothekenbesuchen, sowie bei Rechts-, Versicherungs- und Bankgeschäften.
- Antidiskriminierungsstelle
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Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) ist eine unabhängige Anlaufstelle für Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind. Sie wurde 2006 eingerichtet, nachdem das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Kraft getreten war.
Zu den Aufgaben der ADS zählt:
- über Ansprüche zu informieren
- Möglichkeiten des rechtlichen Vorgehens zum Schutz vor Benachteiligungen aufzuzeigen
- Beratungen durch andere Stellen zu vermitteln
- eine gütliche Einigung zwischen den Beteiligten anzustreben.
Außerdem macht die ADS Öffentlichkeitsarbeit, führt wissenschaftliche Untersuchungen durch und schreibt Berichte an den Deutschen Bundestag, die einen Überblick über Benachteiligungen geben und Empfehlungen beinhalten.
- Hilfe
Wer Opfer von Diskriminierung geworden ist, kann den Fall bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes unter der Hotline 030 / 18 555 / 1865 oder per Kontaktformular melden.
- Diversity
Diversity-Management ist ein Konzept, das die Vielfalt der Belegschaft berücksichtigt (z.B. Geschlecht, Alter, Behinderung, Ethnie, Religion, sexuelle Orientierung, Lebensstil, biografischer Background), sie explizit fördert und wertschätzt.
Die rechtliche Grundlage gegen Diskriminierung bildet das 2006 in Kraft getretene Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) oder Antidiskriminierungsgesetz genannt. "Das AGG schläft derzeit noch ein wenig den Dornröschenschlaf. In den meisten Fällen kann es nicht angewendet werden, weil vieles im Verborgenen stattfindet. Beweise fehlen oft. Daher spielt das AGG bei individuellen Fällen von Migrantendiskriminierung bisher kaum eine Rolle", sagt der Arbeitsrechtler Volkert Ohm. Auch wenn es bislang selten angewendet wird, er hält das Gesetz für eine wichtige Grundlage für Gleichbehandlung, bietet es schließlich die juristische Basis für Prozesse. Allerdings bedürfe es für ein Gerichtsverfahren stichhaltiger Beweise. Und die sind zumeist sehr schwierig zu bekommen.
Celal Ugurlu, Mitglied des Betriebsrates von ArcelorMittal Bremen, bestätigt die Problematik mit der Beweissicherung im Diskriminierungsfall. "Es gab einige, wenige Einzelfälle von Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund bei ArcelorMittal. Wir haben diese Fälle sehr ernst genommen und sie verfolgt – sofern sie uns bekannt wurden. Leider wollen sich viele Betroffene gar nicht äußern." Lieber schweigen und die Situation einfach ertragen, das hat auch A. Cyriacus getan. Er befürchtete, dass sich seine Situation verschlimmern könnte, und er schämte sich. Auch wusste er nicht, an wen er sich hätte wenden können. Das hat auch Betriebsrat Ugurlu beobachtet. "Letztlich ist die Arbeitsstelle ein Spiegelbild der Gesellschaft."
ADA-Mitarbeiter Olaf Bernau berichtet drei Monate nach Projektbeginn von erstem Zulauf. "Die Medien haben unser Projekt registriert. Und es gab bereits einige Anfragen von Betroffenen." Die Zurückhaltung erklärt er durch den noch fehlenden Bekanntheitsgrad. "Viele kennen unser Projekt noch nicht. Wir planen, ADA systematisch in migrantischen Communitys bekannt zu machen. Außerdem verteilen wir Flyer und Informationsbroschüren und setzen auf gezielte Bildungsarbeit." Die Berater hoffen außerdem auf Mund-zu-Mund-Propaganda.
Das Projekt läuft vorerst bis Frühjahr 2012, bereits Ende 2010 möchte das ADA-Team Erfolge vorzeigen können. A. Cyriacus hat mittlerweile einen neuen Arbeitsplatz bei einem anderen Unternehmen gefunden. Dort fühlt er sich sehr wohl und ist gut ins Team integriert. An seinen alten Arbeitgeber denkt er nur ungern zurück.
*Name von der Redaktion geändert
- Datum 26.08.2010 - 10:10 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 14
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Erst wurde ein Gesetz erlassen, das keiner braucht, jetzt wird eine Behörde gegründet, die ebenfalls keiner braucht, um Leuten einzureden, sie würden diskriminiert.
Und wer zahlt das Ganze?
Wer das errät, gewinnt eine Gratisberatung bei der ADA.
Ihr Kommentar zeigt sehr eindrucksvoll, wie bitter nötig das Gesetz und auch das Projekt sind!
- vor ein paar Jahren wurde meine Frau bei der Vergabe von Vollzeitarbeitsplätzen zu gunsten eines erst kurz zuvor eingestellten Mannes übergangen. Als sie sich beschwerte das man ihr diesen VollzeitJob versprochen hatte antwortete der zuständige Manager: "Ich weiß, Liebling!"
- in meiner Abteilung wurde mal jemand entlassen weil einem Senior Manager die Frisur der Frau nicht passte obwohl sie mit der gleichen Frisur zum Bewerbungsgespräch kam. Als ich mich als Abteilungsleiter weigerte da mitzumachen wurde ich promt "aus dem Weg befördert".
Ich hab noch mehr wenn Sie weitere Gründe brauchen warum solche Gesetze und Behörden leider notwendig sind .
Ihr Kommentar zeigt sehr eindrucksvoll, wie bitter nötig das Gesetz und auch das Projekt sind!
- vor ein paar Jahren wurde meine Frau bei der Vergabe von Vollzeitarbeitsplätzen zu gunsten eines erst kurz zuvor eingestellten Mannes übergangen. Als sie sich beschwerte das man ihr diesen VollzeitJob versprochen hatte antwortete der zuständige Manager: "Ich weiß, Liebling!"
- in meiner Abteilung wurde mal jemand entlassen weil einem Senior Manager die Frisur der Frau nicht passte obwohl sie mit der gleichen Frisur zum Bewerbungsgespräch kam. Als ich mich als Abteilungsleiter weigerte da mitzumachen wurde ich promt "aus dem Weg befördert".
Ich hab noch mehr wenn Sie weitere Gründe brauchen warum solche Gesetze und Behörden leider notwendig sind .
Der Artikel verdeutlicht sehr genau, dass man das Antidiskriminierungsgesetz genau wie diese Behörde benötigt um Migranten vor Leuten wie Ihnen zu schützen.
Wen diskriminiere ich denn?
Wen diskriminiere ich denn?
Ihr Kommentar zeigt sehr eindrucksvoll, wie bitter nötig das Gesetz und auch das Projekt sind!
- vor ein paar Jahren wurde meine Frau bei der Vergabe von Vollzeitarbeitsplätzen zu gunsten eines erst kurz zuvor eingestellten Mannes übergangen. Als sie sich beschwerte das man ihr diesen VollzeitJob versprochen hatte antwortete der zuständige Manager: "Ich weiß, Liebling!"
- in meiner Abteilung wurde mal jemand entlassen weil einem Senior Manager die Frisur der Frau nicht passte obwohl sie mit der gleichen Frisur zum Bewerbungsgespräch kam. Als ich mich als Abteilungsleiter weigerte da mitzumachen wurde ich promt "aus dem Weg befördert".
Ich hab noch mehr wenn Sie weitere Gründe brauchen warum solche Gesetze und Behörden leider notwendig sind .
Jeder 0.5te Einheimische in Deutschland wurde schon einmal diskriminiert, oft auf der Straße und im Job. Gar niemand hat ein Antidiskriminierungsrecht. Das wird auch kein Pilotprojekt ändern.
War es weil er Deutscher ist, oder hat er einfach nicht ins Team gepasst? Antworten auf diese Fragen wird M. Mustermann aus Berlin wohl nie bekommen. Für ihn steht fest: Er wurde an seinem Arbeitsplatz wegen seiner Herkunft diskriminiert. "Ich wurde betrogen, ausgebeutet und sogar verprügelt", sagt er. Mustermann arbeitete in einem KFZ Unternehmen. Anders als vereinbart, hat er nicht den Lohn erhalten, den seine Kollegen einfach wortlos hinnahmen. Beleidigungen wie "scheiß deutsche Kartoffel", "Nazi Sau" und deutschfeindliche Witze SIND an der Tagesordnung gewesen.
Als er sich beim Arbeitgeber beschwerte, ist die Kritik aus Angst vor der Gutmenschenkeule ignoriert worden. M. Mustermann erstattete Anzeige, der Fall ging jedoch mangelnder medialer Verwertbarkeit nicht vor Gericht.
[...]
So wie M. Mustermann geht es vielen Einheimischen. 99 Prozent wussten, dass sie keine Hilfe bekommen würden.
[...]
(Time-Shift!) Aus diesem Grund wird dieses Jahr (202x) die ADD, von der im Bundestag mit kanpp 600 Sitzen vorherrschenden NPD, gegründet.
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So jetzt mal Ernst. Ich bekomme selber einen ziemlichen Hals, wenn ich diskriminierenden, ausländerfeindlichen Misst höhre, aber die einseitigen Medienberichte, nur der politischen Korrektheit wegen, stinken ebenso zum Himmel.
Wen diskriminiere ich denn?
...habe ich Ihnen nicht vorgeworfen. Nur Beispiele gegeben das diese Gesetze und diese Behörde leider nötig sind.
...habe ich Ihnen nicht vorgeworfen. Nur Beispiele gegeben das diese Gesetze und diese Behörde leider nötig sind.
Die Idee mag ja gut sein, aber wie will man Diskriminierung oder Rassismus nachweisen? Es gibt in Deutschland um die 4 Mio. Stellensuchende, und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass zwei Personen ein beinahe identisches Qualifikationsprofil haben.
Das Rennen wird die Person machen, die dem Vorgesetzten oder HR-Manager sympathischer ist. Mag sein, dass der/die VerliererIn leicht qualifizierter war, aber man kann ja "Teamfähigkeit" oder "bessere Kohäsion" zum Zuge bringen, und dann ist der Fall erledigt. Und das Argument ist sogar stichhaltig: Möchte ein rassistischer Vorgesetzter/ein rassistisches Team einen ausländischen Angestellten haben?
Man sehe sich doch die Politik an: Merkels Hauptqualifikation ist gelinde gesagt fehlende Entschlusskraft und Standvermögen - damit hat sie sich bei ihrem Chef Kohl qualifiziert. Die CDU hatte vermutlich weit fähigere und profiliertere Politiker - die sind aber von Kohl "diskriminiert" worden. Vielleicht sollte sich Heiner Geissler bei der ADA melden und gegen Kohl und seine Firma, äh: Partei, klagen...
Abgesehen davon, dass wir alle Menschen diskriminieren - wie will man Aussagen unter vier Augen gerichtlich verwenden? Dieses Pilotprojekt ist viel heisse Luft und wird nichts ändern. Schön, dass man noch Geld für solchen Nonsens hat.
Zwei christliche Asylanten suchten, bei einem
Mc Donald, Arbeit. Der muslimische Inhaber gab
ihnen eine Aufgabe. Sie sollten eine Art muslimisches
Glaubensbekenntnis auswendig aufsagen. Den Afrikanern
war das Bekenntnis unbekannt, also bekamen sie auch
keine Arbeit.
Danach sagten sie zu mir über die Diskriminierung. Wir
haben gemeint, wir sind hier in Deutschland. Schlechter
hätte es uns, in unserem eigenen Land, auch nicht
treffen können.
Ich stand diesen Aktionen hinsichtlich des Diskriminierungsschutzes auch und vor allem auch auf der Europäischen Ebene, meint die Gründung dieser Agentur, anfangs sehr hoffnungsvoll gegenüber. Vor meinem inneren Auge erhoffte ich mir Berichte vor allem über die Grundrechtssituation gewisser Ethnien vor allem in den südostlichen EU-Staaten; mir schwebten beispielsweise die Sinti & Roma hier vor, die teils beispielsweise nicht von der Schulpflicht erreicht werden („Staatsaufgaben“). Als das Ding allerdings konkretere Formen annahm und die Arbeit begann, zeigte sich sehr deutlich, dass man sich unter dem Schlagwort „Diskriminierung“ vorwiegend auf bereits – arbeitsrechtlich - völlig durchregulierte Bereiche stürzte.
Das obige Beispiel ist hier sehr gut. Es benötigt weder ein AGG noch dieses Projekt, um Arbeitnehmer vor den genannten „Belästigungen“ (anscheinend Vertragsbruch bzgl. Lohn, Überstunden, Nötigung/Beleidigung/Mobbing, Körperverletzung) zu schützen, es genügt ein Rechtsanwalt. Mit den Personalvertretungen sind hier auch bereits seit langem präventive unternehmensintern entsprechende Stellen geschaffen worden. Und im Grundsatz blicke ich vor allem auf die Gewerkschaften. Ich habe da sehr den Eindruck, dass gewisse Vorfälle in der Arbeitswelt hier sehr vorschnell als „Diskriminierung“ adaptiert werden. Das passiert nicht nur Menschen dunkler Hautfarbe.
Wenn man sich nun die Studien anschaut, welche sich auf die „Diskriminierung“ stürzen, versucht man dort schon stark, in allen möglichen Strukturen zu finden, die irgendwie als „Diskriminierung“ verstanden werden können, aber lapidare zivil- und strafrechtliche Geschichten sind. Vielleicht ist es sinnvoller, wenn die Gewerkschaften diese Klientele (Migranten) über die Sprachbarrieren hinaus ansprechen würden, das würde auch der „Integration“ weit mehr förderlich sein als ein einzelnes Projekt in Bremen, die jetzt überall da rumrennen und „Diskriminierung“ suchen, wo das normale Arbeitsrecht ausreicht und auch als einziges schützt; und die denen juristisch auch nicht helfen können.
Eine Kopfgeburt, die sich selbst einen Markt schafft.
Ich stand diesen Aktionen hinsichtlich des Diskriminierungsschutzes auch und vor allem auch auf der Europäischen Ebene, meint die Gründung dieser Agentur, anfangs sehr hoffnungsvoll gegenüber. Vor meinem inneren Auge erhoffte ich mir Berichte vor allem über die Grundrechtssituation gewisser Ethnien vor allem in den südostlichen EU-Staaten; mir schwebten beispielsweise die Sinti & Roma hier vor, die teils beispielsweise nicht von der Schulpflicht erreicht werden („Staatsaufgaben“). Als das Ding allerdings konkretere Formen annahm und die Arbeit begann, zeigte sich sehr deutlich, dass man sich unter dem Schlagwort „Diskriminierung“ vorwiegend auf bereits – arbeitsrechtlich - völlig durchregulierte Bereiche stürzte.
Das obige Beispiel ist hier sehr gut. Es benötigt weder ein AGG noch dieses Projekt, um Arbeitnehmer vor den genannten „Belästigungen“ (anscheinend Vertragsbruch bzgl. Lohn, Überstunden, Nötigung/Beleidigung/Mobbing, Körperverletzung) zu schützen, es genügt ein Rechtsanwalt. Mit den Personalvertretungen sind hier auch bereits seit langem präventive unternehmensintern entsprechende Stellen geschaffen worden. Und im Grundsatz blicke ich vor allem auf die Gewerkschaften. Ich habe da sehr den Eindruck, dass gewisse Vorfälle in der Arbeitswelt hier sehr vorschnell als „Diskriminierung“ adaptiert werden. Das passiert nicht nur Menschen dunkler Hautfarbe.
Wenn man sich nun die Studien anschaut, welche sich auf die „Diskriminierung“ stürzen, versucht man dort schon stark, in allen möglichen Strukturen zu finden, die irgendwie als „Diskriminierung“ verstanden werden können, aber lapidare zivil- und strafrechtliche Geschichten sind. Vielleicht ist es sinnvoller, wenn die Gewerkschaften diese Klientele (Migranten) über die Sprachbarrieren hinaus ansprechen würden, das würde auch der „Integration“ weit mehr förderlich sein als ein einzelnes Projekt in Bremen, die jetzt überall da rumrennen und „Diskriminierung“ suchen, wo das normale Arbeitsrecht ausreicht und auch als einziges schützt; und die denen juristisch auch nicht helfen können.
Eine Kopfgeburt, die sich selbst einen Markt schafft.
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