Work-Life-Balance Dem Karrieredruck entkommen
Das Streben nach Erfolg macht krank, sagt der Psychologe Werner Gross. Er beschreibt in seinem Buch, wie man mit mehr Ruhe Karriere und Lebensglück in Einklang bringt.
© Miguel Villagran/Getty Images

Die Balance zu bewahren ist schwierig, nicht nur auf dem Drahtseil
Nein, man kann nicht immer nur oben sein. Jeder Überflieger erlebt früher oder später einen Absturz. Das ist ganz normal und sogar gesund, sagt Psychologe und Coach Werner Gross. Er hat ein Buch mit dem Titel ... aber nicht um jeden Preis geschrieben und zeigt darin Wege auf, mit den hohen Anforderungen der modernen Arbeitswelt umzugehen. "Eine langfristig erfolgreiche berufliche Karriere ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Man muss seine Kräfte gut einteilen", schreibt der Autor. Scheitern gehört dazu. Dauerhaft erfolgreich ist, wer zwischendurch auch mal runterkommt und neue Kräfte sammelt. Doch zu scheitern können sich immer weniger Menschen leisten. Prekäre, befristete Beschäftigung, eine zu rasche Halbwertszeit von Berufspositionen und ein immer stärker werdender Konkurrenzdruck schrauben die Anforderungen ins Unermessliche, so Gross.
Seine Thesen klingen einleuchtend. In den ersten beiden Kapiteln des Buches liefert er eine Zustandsbeschreibung der Arbeitswelt, auf deren Grundlage er eine Vision der Karriereanforderungen im Jahr 2020 entwirft.
Der Status quo der modernen Arbeitsgesellschaft ist gekennzeichnet von vielen verschiedenen Konfliktlinien. Gross nennt diese die "Janusköpfigeit der beruflichen Entwicklung". Mit der Globalisierung erhöhe sich die Arbeitsgeschwindigkeit und mit ihr die Lebensgeschwindigkeit, schreibt der Autor. Unternehmen konkurrieren weltweit miteinander. Es gibt keine Ausbildung, die einen dauerhaften Job garantiert. Festanstellungen weichen befristeten Beschäftigungsverhältnissen. Lebenslanges Lernen, ständiges Umdisponieren, nie ganz richtig ankommen und eine einseitige Entgrenzung von Arbeit und Privatleben begleiten die Entwicklung. Die Arbeit hält Einzug in alle Lebensbereiche, aber diese Lebensbereiche nicht in die Arbeitswelt. Das beste Beispiel ist die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Während Arbeit schon mal mit nach Hause genommen wird, ist es in den meisten Unternehmen undenkbar, auch mal die Kinder mit zur Arbeit zu bringen.
Seine Analyse ist logisch: Die Flexibilitätsanforderungen erhöhen die Existenzangst und damit die Bereitschaft, schlechte und ungesunde Arbeitsbedingungen zu akzeptieren. Wer einen Job hat, will diesen um fast jeden Preis behalten. Hinzu kommt: Immer weniger Arbeitnehmer müssen immer mehr Arbeit verrichten. Die 60-Stunden-Woche ist längst nicht mehr bei Führungskräften die Regel, schreibt der Autor.
Aber weil der Wunsch des Individuums so groß ist, eben doch erfolgreich zu sein, den Anforderungen gerecht zu werden und vollwertiges Mitglied der Arbeitsgesellschaft zu sein, gehen viele Arbeitnehmer an ihre physischen und psychischen Grenzen. Die Zahl der psychischen Erkrankungen, verursacht durch die Arbeit, steigt kontinuierlich. Bereits heute werden elf Prozent aller Fehltage durch psychische Leiden verursacht.
Und sie könnten weiter ansteigen, warnt der Psychologe. Seine Vision der Karriereanforderungen in 10 Jahren liest sich wie die Stellenanzeige nach der Eier legenden Wollmilchsau. Der Erfolgsmensch müsse den Markt verstehen und darin seine Lücke finden. Er müsse dafür kreativ, authentisch, engagiert, motiviert und selbstbewusst sein, zudem realistisch bleiben und selbst bei sehr hohem Arbeitsruck Niederlagen positiv bewältigen können. Er müsse flexibel und mobil sein und darüber hinaus soziale Fähigkeiten mitbringen. Der erfolgreiche Mitarbeiter von morgen besitzt nach Gross' Vision darüber hinaus die Fähigkeit, "sich gebrauchen zu lassen, ohne daran kaputt zu gehen".
Doch welcher Mensch verfügt über solche psychischen und physischen Fähigkeiten? Kaum jemand, lautet die Antwort des Coachs. Darum greifen die klassischen Karrierekrankheiten auch um sich, die Gross im zweiten Kapitel beschreibt: Arbeitssucht, Angst, Burn-out oder Bore-out, Mobbing. Diese Krankheiten sind die Kosten der Karriere.
- Datum 03.04.2010 - 10:51 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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diese scheinen jedoch an den Realitäten in D-land vorbeizugehen.
"Seine Vision der Karriereanforderungen in 10 Jahren liest sich wie die Stellenanzeige nach der Eier legenden Wollmilchsau. "
Hier mein Liebingsbesipiel der letzten Wochen http://www.jobmonitor.com...
Und das wird auch noch von staatlichen Stellen toleriert.
"Aber weil der Wunsch des Individuums so groß ist, eben doch erfolgreich zu sein,... gehen viele Arbeitnehmer an ihre physischen und psychischen Grenzen."
Nein der Wunsch ist seinen Arbeitsplatz zu erhalten und nicht in Hartz IV abzurutschen, da aufgrund eines künstliche geschaffenen Überangebots an scheinbar hochqualifizierten AN auf den Markt drückt und diese dann teilweise auch für Lau arbeiten.
"Gross’ Lösungsansatz für Menschen, denen genau das passiert ist: die anderen Säulen wieder in den Vordergrund holen, sich bewusst für eine Entschleunigung entscheiden und Werte neu überdenken."
Da kennt einer die dt. Arbeitswelt nur vom Hören-Sagen solche Leute sind auf dem dt. Arbeitsmarkt nicht gewollt und werden schnell aussortiert.
"Sie wechseln in einen Job, der zwar mit weniger Verantwortung und einer schlechteren Bezahlung verbunden ist, ... Personen, die in ihrem Beruf sehr erfolgreich waren."
So sie denn Einen solchen bekommen, denn die Angst, der potentiellen Chefs von solch einer Person nach gewisser Zeit verdrängt zu werden, ist zu groß. Denn das Konzept des D-gradens passt nicht in ihr Weltbild.
Ich habe mich köstlich über die Anzeige amüsiert. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich jemand auf so etwas bewirbt. Dann lieber eine halbe Stelle als Regaleinräumer bei Aldi arbeiten und sich den Rest beim Arbeitsamt aufstocken lassen.
Ich habe mich köstlich über die Anzeige amüsiert. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich jemand auf so etwas bewirbt. Dann lieber eine halbe Stelle als Regaleinräumer bei Aldi arbeiten und sich den Rest beim Arbeitsamt aufstocken lassen.
Ich habe mich köstlich über die Anzeige amüsiert. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich jemand auf so etwas bewirbt. Dann lieber eine halbe Stelle als Regaleinräumer bei Aldi arbeiten und sich den Rest beim Arbeitsamt aufstocken lassen.
1500 Euro Einstiegsgehalt für eine eierlegende Wollmilchsau mit Überstundenarbeitszeit ist viel zu wenig. Am Ende müssten hier 6-10 000 oder mehr Euro rauskommen, das wäre hier wohl angemessen.
1500 Euro Einstiegsgehalt für eine eierlegende Wollmilchsau mit Überstundenarbeitszeit ist viel zu wenig. Am Ende müssten hier 6-10 000 oder mehr Euro rauskommen, das wäre hier wohl angemessen.
Was ist den der Grund für ein übermäßiges Streben nach Erfolg, was manche Menschen an den Tag legen ? In Wirklichkeit kommen hier oftmals nicht der Spaß am Beruf oder an der Materie sondern Minderwertigkeitskomplexe und Konkurrenzdruck als Motive zum Vorschein.Es wäre also besser diese Probleme anderweitig zu kompensieren und anzugehen und sich einen Beruf zu suchen, der wirklich zu einem passt.
Der zunehmende Druck bei zunehmender Konkurrenz ist normal für unser Wirtschaftssystem, es ist an der Zeit dieses zu überwinden und zu ersetzen.
Sie Schlaumeier. Sagen Sie doch mal, wodurch es ersetzt werden soll! Ich meine, Leute, welche sich selber stark unter Druck setzen, um viel zu erreichen, gab es in jedem Wirtschaftssystem, auch z. B. in der DDR. Es hängt halt auch sehr stark vom Anspruch an sich selber ab.
Sie Schlaumeier. Sagen Sie doch mal, wodurch es ersetzt werden soll! Ich meine, Leute, welche sich selber stark unter Druck setzen, um viel zu erreichen, gab es in jedem Wirtschaftssystem, auch z. B. in der DDR. Es hängt halt auch sehr stark vom Anspruch an sich selber ab.
1500 Euro Einstiegsgehalt für eine eierlegende Wollmilchsau mit Überstundenarbeitszeit ist viel zu wenig. Am Ende müssten hier 6-10 000 oder mehr Euro rauskommen, das wäre hier wohl angemessen.
Für das Gehalt geht doch kein Ingenieur arbeiten. Und falls doch hat er den Knall nicht gehört.
Sie Schlaumeier. Sagen Sie doch mal, wodurch es ersetzt werden soll! Ich meine, Leute, welche sich selber stark unter Druck setzen, um viel zu erreichen, gab es in jedem Wirtschaftssystem, auch z. B. in der DDR. Es hängt halt auch sehr stark vom Anspruch an sich selber ab.
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