Work-Life-Balance Dem Karrieredruck entkommen
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Kein Geheimrezept, aber eine Vielzahl Alternativen


Um die Kosten geht es im dritten Kapitel des Buches. Hier liefert Werner Gross Erklärungsansätze aus der Psychologie, warum und wie die ungesunden Dynamiken entstehen und wie man ihnen entkommen kann. "Die gesunde Identität einer Person beruht auf fünf Säulen: Arbeit, Partnerschaft und Familie, Körper und Gesundheit, soziale Beziehungen und gesellschaftliches Engagement sowie Sinnsystem", schreibt der Psychologe. Je nach Lebensphase trete eine Säule auch mal in Vordergrund, idealerweise seien sie allerdings stabil. Arbeit sei nur eine von fünf Säulen und dürfe deshalb nicht über die Maße erhöht werden.

Gross’ Lösungsansatz für Menschen, denen genau das passiert ist: die anderen Säulen wieder in den Vordergrund holen, sich bewusst für eine Entschleunigung entscheiden und Werte neu überdenken.

Dazu gehört: Sich mit seinem eigenen Selbstwert und Minderwertigkeitsgefühlen auseinander zu setzen, den äußeren Erfolg von innerer Befriedigung zu unterscheiden. Daneben erklärt der Psychologe, wie ein Sabbatical funktioniert, welche rechtlichen Grundlagen zu beachten sind und wer davon Gebrauch machen kann. Auch andere Varianten beschreibt er, die zunächst paradox klingen – beispielsweise das Leben von Job-Nomaden, die sich bewusst dazu entschieden haben, als Expatriate eine Weile im Ausland zu leben. Zu guter Letzt skizziert Werner Gross das Prinzip des Downshiftings, des Runterschaltens, einer Gegenstrategie zum wachsenden Druck in der Arbeitswelt. "Die meisten Donwshifter entscheiden sich für ein Leben entgegen der Norm: Sie wechseln in einen Job, der zwar mit weniger Verantwortung und einer schlechteren Bezahlung verbunden ist, aber dafür weniger stressig ist und mehr Freizeit ermöglicht. Typische Aussteiger sind meist Personen, die in ihrem Beruf sehr erfolgreich waren."

Zugegeben, ein wirkliches Geheimrezept verrät Werner Gross in seinem Buch nicht. Aber er liefert eine umfassende, klar strukturierte Analyse der modernen Arbeitswelt und stellt übersichtlich realistische Auswege mit allen Vor- und Nachteilen gegenüber. Darüber bietet er seinen Lesern einen Praktischen Mehrwert: Nach jedem Kapitel und Unterkapitel hat der Autor wichtige Kernfragen, praktische Tipps und die wichtigsten Sachinformationen kurz und knapp zusammengestellt. Daneben finden sich jeweils relevante Literaturquellen und Leseempfehlungen. Diese Zusatzinformationen sind übersichtlich gestaltet und regen zur Selbstreflexion und zum Arbeiten mit dem Buch an.

Fazit: Ein kluges Sachbuch, das nicht damit blendet, die einzig richtige Lösung gefunden zu haben, das aber die Sorgen und Ängste ernst nimmt und versucht, diese häppchenweise aufzubohren und Alternativen anzubieten. Besonders Menschen in einer Phase der beruflichen Umorientierung werden praktische Hinweise erhalten. Trainer und Coachs finden mit ... aber nicht um jeden Preis ein Buch mit zahlreichen Anleitungen für ihre tägliche Arbeit.

... aber nicht um jeden Preis von Werner Gross ist im Kreuz-Verlag erschienen und kostet 17,95 Euro. ISBN: 978-3-7831-3436-0

 
Leser-Kommentare
    • lepkeb
    • 03.04.2010 um 14:39 Uhr

    diese scheinen jedoch an den Realitäten in D-land vorbeizugehen.
    "Seine Vision der Karriereanforderungen in 10 Jahren liest sich wie die Stellenanzeige nach der Eier legenden Wollmilchsau. "
    Hier mein Liebingsbesipiel der letzten Wochen http://www.jobmonitor.com...
    Und das wird auch noch von staatlichen Stellen toleriert.

    "Aber weil der Wunsch des Individuums so groß ist, eben doch erfolgreich zu sein,... gehen viele Arbeitnehmer an ihre physischen und psychischen Grenzen."
    Nein der Wunsch ist seinen Arbeitsplatz zu erhalten und nicht in Hartz IV abzurutschen, da aufgrund eines künstliche geschaffenen Überangebots an scheinbar hochqualifizierten AN auf den Markt drückt und diese dann teilweise auch für Lau arbeiten.

    "Gross’ Lösungsansatz für Menschen, denen genau das passiert ist: die anderen Säulen wieder in den Vordergrund holen, sich bewusst für eine Entschleunigung entscheiden und Werte neu überdenken."
    Da kennt einer die dt. Arbeitswelt nur vom Hören-Sagen solche Leute sind auf dem dt. Arbeitsmarkt nicht gewollt und werden schnell aussortiert.

    "Sie wechseln in einen Job, der zwar mit weniger Verantwortung und einer schlechteren Bezahlung verbunden ist, ... Personen, die in ihrem Beruf sehr erfolgreich waren."
    So sie denn Einen solchen bekommen, denn die Angst, der potentiellen Chefs von solch einer Person nach gewisser Zeit verdrängt zu werden, ist zu groß. Denn das Konzept des D-gradens passt nicht in ihr Weltbild.

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    Ich habe mich köstlich über die Anzeige amüsiert. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich jemand auf so etwas bewirbt. Dann lieber eine halbe Stelle als Regaleinräumer bei Aldi arbeiten und sich den Rest beim Arbeitsamt aufstocken lassen.

    Ich habe mich köstlich über die Anzeige amüsiert. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich jemand auf so etwas bewirbt. Dann lieber eine halbe Stelle als Regaleinräumer bei Aldi arbeiten und sich den Rest beim Arbeitsamt aufstocken lassen.

  1. Ich habe mich köstlich über die Anzeige amüsiert. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich jemand auf so etwas bewirbt. Dann lieber eine halbe Stelle als Regaleinräumer bei Aldi arbeiten und sich den Rest beim Arbeitsamt aufstocken lassen.

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    1500 Euro Einstiegsgehalt für eine eierlegende Wollmilchsau mit Überstundenarbeitszeit ist viel zu wenig. Am Ende müssten hier 6-10 000 oder mehr Euro rauskommen, das wäre hier wohl angemessen.

    1500 Euro Einstiegsgehalt für eine eierlegende Wollmilchsau mit Überstundenarbeitszeit ist viel zu wenig. Am Ende müssten hier 6-10 000 oder mehr Euro rauskommen, das wäre hier wohl angemessen.

  2. Was ist den der Grund für ein übermäßiges Streben nach Erfolg, was manche Menschen an den Tag legen ? In Wirklichkeit kommen hier oftmals nicht der Spaß am Beruf oder an der Materie sondern Minderwertigkeitskomplexe und Konkurrenzdruck als Motive zum Vorschein.Es wäre also besser diese Probleme anderweitig zu kompensieren und anzugehen und sich einen Beruf zu suchen, der wirklich zu einem passt.

    • tuxman
    • 03.04.2010 um 23:17 Uhr

    Der zunehmende Druck bei zunehmender Konkurrenz ist normal für unser Wirtschaftssystem, es ist an der Zeit dieses zu überwinden und zu ersetzen.

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    Sie Schlaumeier. Sagen Sie doch mal, wodurch es ersetzt werden soll! Ich meine, Leute, welche sich selber stark unter Druck setzen, um viel zu erreichen, gab es in jedem Wirtschaftssystem, auch z. B. in der DDR. Es hängt halt auch sehr stark vom Anspruch an sich selber ab.

    Sie Schlaumeier. Sagen Sie doch mal, wodurch es ersetzt werden soll! Ich meine, Leute, welche sich selber stark unter Druck setzen, um viel zu erreichen, gab es in jedem Wirtschaftssystem, auch z. B. in der DDR. Es hängt halt auch sehr stark vom Anspruch an sich selber ab.

  3. 1500 Euro Einstiegsgehalt für eine eierlegende Wollmilchsau mit Überstundenarbeitszeit ist viel zu wenig. Am Ende müssten hier 6-10 000 oder mehr Euro rauskommen, das wäre hier wohl angemessen.

    Antwort auf "Interessante Anzeige"
    • cAMP1
    • 04.04.2010 um 0:44 Uhr

    Für das Gehalt geht doch kein Ingenieur arbeiten. Und falls doch hat er den Knall nicht gehört.

  4. Sie Schlaumeier. Sagen Sie doch mal, wodurch es ersetzt werden soll! Ich meine, Leute, welche sich selber stark unter Druck setzen, um viel zu erreichen, gab es in jedem Wirtschaftssystem, auch z. B. in der DDR. Es hängt halt auch sehr stark vom Anspruch an sich selber ab.

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