MobbingPsychoterror als Führungsstil

An jedem zweiten Mobbingfall ist der Chef beteiligt. Für Opfer von "Bossing" sind die Folgen schwerwiegend. Auch Unternehmen und Volkswirtschaft kommen zu Schaden. von Marion Meyer-Radtke

Am Ende saß Karsten T.* nur noch da. Er fühlte sich, wie unter einer Glocke. Den Inhalt von E-Mails erfasste er nicht mehr. Eigene Texte konnte er nicht schreiben. Karsten T. litt unter Bauchkrämpfen, Kopfschmerzen und bekam ein nervöses Augenzucken. Er konnte nicht mehr essen, nicht mehr schlafen, nicht mehr denken. Hätte ihn seine Familie nicht aufgefangen, "ich glaube, dann ist man kurz vorm Selbstmord", sagt er heute.

Nur sechs Monate zuvor hatte der 40-jährige Industrie-Designer seine neue Stelle angetreten. Damals war er voller Tatendrang. Sein Engagement gefiel seiner Chefin jedoch nicht. Sie kritisierte ihn. Immer und immer wieder. Und immer heftiger. Er solle doch mal Laufen gehen, sagte sie. Er sei schlampig, stur, verdiene zu viel und arbeite mit seinen 50 Stunden pro Woche zu wenig. Er mache zu viele Rechtschreibfehler, deshalb solle er ihr jede Mail vorlegen. Sie nahm ihm Projekte weg, verbot ihm, wichtige Kontaktleute anzurufen, und warf ihm hinterher genau das vor.

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"Irgendwann wusste ich gar nicht mehr, was ich noch machen sollte und was meine Aufgabe war", sagt Karsten T. Er grübelte und zweifelte. Stundenlang. Hatte die Chefin vielleicht doch Recht mit ihrer Kritik? Die anderen Kollegen hielten ihn auch für dumm, behauptete sie. "Am Ende konnte ich nicht mehr arbeiten", sagt T. "Ich habe mich immer stark über meine Arbeit definiert. Und zu dem Zeitpunkt saß ich da wie in einer dunklen Kiste und dachte, ich bin nichts mehr wert." Der 40-Jährige wurde krank. Erst als ihn sein Arzt krankschrieb, erkannte der Industrie-Designer, dass er Opfer von Bossing – Mobbing durch den Vorgesetzten – geworden war.

Wie Karsten T. geht es vielen: Mindestens drei Prozent der Beschäftigten in Deutschland werden an ihrem Arbeitsplatz systematisch schikaniert. Jeder neunte Deutsche im erwerbsfähigen Alter soll schon einmal gemobbt worden sein, heißt es in der Broschüre Wenn aus Kollegen Feinde werden, die die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) herausgibt. Als Mobbing wird das Schikanieren, Drangsalieren, Benachteiligen und Ausgrenzen von Mitarbeitern und Kollegen über einen längeren Zeitraum verstanden.

In 40 Prozent der Fällen geht der Terror im Büro von den Führungskräften aus, in weiteren zehn Prozent mobben Chef und Mitarbeiter gemeinsam. Einige Experten gehen sogar von einer Bossing-Quote von 70 Prozent aus. Die Zahlen sind erstaunlich, wenn man berücksichtigt, dass es erheblich weniger Vorgesetzte als Arbeitskollegen gibt.

Tatsächlich ist Bossing häufig das Ergebnis von Führungsschwäche und ungesunden Strukturen im Betrieb. "Wenn in einem Unternehmen systematisch gemobbt wird, zeugt das von schlechtem Management", sagt der Frankfurter Arbeitspsychologe und Mobbing-Forscher Dieter Zapf. Manchmal stehen aber auch einfach persönliche Animositäten zwischen Bosser und Opfer im Raum.

Leserkommentare
  1. Das fängt doch schon in der Grundschule an - da werden dann eher "spielerisch" die Andersartigen ausgegrenzt (Ich war selbst Mittäter). Im Gymnasium ist es ein bequemes Profilierungs- und Kompensationsmittel und dient der Steigerung eines Gruppengefühls (da war ich Opfer). Warum sollten Menschen in dieser Gesellschaft auch charakterlich dazulernen? Mit einer "Mobber"-Einstellung kann man es ja sogar bis in die Spitzen der Gesellschaft schaffen, ja, es erscheint sogar fast als unabdingbare Voraussetzung.

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    Sie haben mit Ihrem kurzen Kommentar eigentlich alles gesagt.
    Wenn es keine Gesetze und angemessene Stafen gegen die Mobber gibt, dann tut sich nichts.
    "Nimm Dir was Du kriegen kannst - Rücksichtnahme ist Schwäche - ". Das muß an doch heute seinen Kindern mit auf den Weg geben, wenn Sie nicht als Verlierer enden sollen.

    Das christliche Abendland ist Geschchte. - Wir leb en im Zeitalter des Egoissmus.

    Leute die ganz oben stehen können alle besonders gut austeilen. Sonst kommt man da niemals an. Das fängt in der Schule schon an. Lehrer können es auch. Wenn das Opfer raus soll aus der Klasse, schafft es ein Lehrer/in wenn er/sie die Klasse zwei Jahre lang in zwei Fächern hat spielend. Zwei Fünfer. Mobbing gehört als Straftat geahndet! Nur..wie eingrenzen?

  2. als Coach bin ich schon in vielen Unternehmen unterwegs gewesen. Der Auftrag kommt meist/immer "von oben", und immer dann, wenn ich spüre, dass der Druck mit unfairen Mitteln auch "von oben" kommt, gebe ich konsequenterweise den Auftrag zurück! Selbst die selbstbewußten Mitarbeiter ziehen in der Regel eine Konsequenz, die dem Unternehmen nicht dient: Sie gehen, sobald sich eine Möglichkeit ergibt! Schade, dass noch viel zu viele "ganz oben" immer noch nicht erkannt haben, was Verhaltensforscher schon vor Jahrzehnten entdeckt haben: Ja, man kann mit Druck und unfairen Methoden Höchstleistungen aus Mitarbeitern herauspressen - allerdings nur, wenn man den Druck kontinuierlich erhöht und die Impulse immer schneller folgen läßt. Und um den Preis letztlich gebrochener Menschen und einem "Durchlauferhitzereffekt" ("Der nächste, bitte!") mit hohem Aufwand für Einarbeitung, etc.. Und die "RadfahrerInnen", die steigen auf (das Peter-Prinzip läßt grüßen) ...

    Eine Leserempfehlung
  3. "Wie hoch die soziale Kompetenz von Mitarbeitern mit Personalverantwortung sei, würde selten geprüft der mit Fortbildungen gefördert, sagt Zapf." ?
    "der" = "oder"?

    "Es erreicht nicht diejenigen, die Leitungspositionen, die menschlich, persönlich und fachlich am qualifiziertesten sind, ..." ?
    "Es erreichen nicht diejenigen die Leitungspositionen, ... ?

  4. Einmal das "normale" Mobbing, das von Schulkameraden. Problem wenn mann, zu groß, zu dünn und Brille und Zahnspange trägt und wenn man dann noch einen Sprachfehler hat ist man gear***t. Das Problem dabei ist die Lehrer können es denn Schülern sagen, aber denn Schülern ist es egal. In dem Fall spielt die Herkunft keine Rolle. Bei mir waren es Deutsche und Ausländer in der Schulzeit.

    Später in der Ausbildung, wurde ich dann von einem unfähigen Meister gemobbt, weil ich meine Kollegen angefangen hab zu helfen weil die es nicht konnte.
    Mädchen waren noch schlimmer dran die wurden richtig raus gedrangt, bei einer hat sie es geschafft. Aber auch nur weil die durch gedreht ist. Vor allem Leute die zu viel wussten hat sie zum gehen bewegt. bei mir hat es nicht geklappt, nach meinem zweiten Phychertrie Aufenhalt hab ich ihr das leben zu höhle gemacht. Als ich ging ist sie zur Kur gegangen.
    Das schlimme an der Sache dort ist, das ist eine Einrichtung für Behinderte. Von Körperlich wie bei mir(auch wenn es nur 25%) und Lernbehindert bei anderen. B.z.w der IQ fehlt ober wegen Behinderung oder nicht.

  5. Eines wird hier vergessen: auch der GEMOBBTE trägt an der Situation Schuld. Es gehören zwei dazu. Und auch der Gemobbte hat u.U. ein zu geringes Selbstvertrauen, weil er er den Teufelskreis zulässt, bzw. es dem Vorgesetzten immer wieder versucht recht zu machen. Man kann auch zum Chef mal Nein sagen, es muss nur überzeugt klingen... Immer diese armen OPFER, ich glaube in 40% der Fälle spricht man von Mobbing, obwohl es nur Mißverständnisse und mangelnde Kommunikation ist. "Ich werde gemobbt" ist ein beliebter Satz, kann aber auch nur darin begründet sein, dass man selbst entweder Einzelkämpfer, Streber oder unkollegial (Konkurenzdenken?) ist. Wie soll der Chef jemandem mitteilen, dass sein hoher Leistungsanspruch nervt!??! Viele möchten Lob und Anerkennung vom Papa-Chef, und wenn die nicht kommt ist man gefrustet.

    PS ich bin kein Chef ;-)

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    "Eines wird hier vergessen: auch der GEMOBBTE trägt an der Situation Schuld. Es gehören zwei dazu. Und auch der Gemobbte hat u.U. ein zu geringes Selbstvertrauen, weil er er den Teufelskreis zulässt, bzw. es dem Vorgesetzten immer wieder versucht recht zu machen. Man kann auch zum Chef mal Nein sagen, es muss nur überzeugt klingen... Immer diese armen OPFER, ich glaube in 40% der Fälle spricht man von Mobbing, obwohl es nur Mißverständnisse und mangelnde Kommunikation ist."

    Man merkt dass du noch nie Opfer warst, sonst würdest du nicht solchen Blödsinn von dir geben.

    Bossing ist die fieseste Art des Mobbings, weil AN weisungsabhängig ist, weil der Chef wertet, weil er übers Gehalt und die Tätigkeit entscheidet.

    Bei labilen Chefs verliert man IMMER. Wenn man widerspricht (egal ob mit guten Argumenten oder nicht) ist man ein Unruhestifter und Querulant. Widerspricht man nicht, wird das als Schuldeingeständnis angesehen und das nächste Mal uU noch mehr geprügelt.

    Die beliebteste Methode ist das Setzen von widersprüchlichen/nicht erreichbaren Zielen. Entweder der Mitarbeiter macht sich kaputt beim Versuch die zu erreichen oder gilt danach als unfähig und faul.

    Hab ich selbst schon erlebt und ich halte mich beim Umgang mit Menschen für recht geschickt, es gibt nur einen sinnvollen Weg aus dieser, das ganze Leben beeinträchtigenden, Situation: kündigen.

    Das Fiese in diesem Zusammenhang: sogar nachträglich kann der Chef einem noch eine reinwürgen, per Bewertungsschreiben.

    Opfer werden nicht nur von anderen gemacht, man macht sich meist auch selbst durch den eigenen Beitrag zur Gruppendynamik zum Opfer.

    Ich habe es selbst erlebt in meiner Schulzeit, habe dann aus anderen Gründen den Wohnort gewechselt und bin mit Unterstützung meiner Familie anders auf die Mitschüler zugegangen. Seitdem war ich nie wieder in einer solchen Situation, habe allerdings auch meinen Umgang mit Menschen im Gegensatz zu damals verändert.

    Ich habe in den letzten Jahren zweimal im beruflichen Umfeld Menschen erlebt, die der Meinung waren, sie würden gemobbt und dreimal privat. In all diesen Fällen(, die natürlich nur meine Erfahrung widerspiegeln)waren die sogenannten Mobbingopfer selbst mit einem großen Anteil an der Entwicklung der Situation beteiligt und auch gerade für die Manifestation ihrer Position als Opfer in der Gruppe meiner Meinung nach massiv verantwortlich.

    Ich würde nicht so eindeutig Schuld auf die "Anderen" verteilen, sondern sehe im sogenannten Mobbing oder auch Bossing einen gruppendynamischen Prozess, an dem alle Beteiligten ihren Anteil haben und an sich arbeiten müßten.

    Das ist ja wohl nicht Ihr Ernst, oder? Weil das Opfer sich nicht hinreichend wehrt, hat es Mitschuld daran, dass es gemobbt wird? In solchen Fällen ist also das Opfer, wenn es das Mobbing nicht selbst stoppen kann, selbst schuld?

    Mobbing ist immer ein Vorgang, der von einer Gruppe (Täter und schweigende Zeugen) gegen einen einzelnen gerichtet wird, dabei besteht naturgemäß ein kräfte-Ungleichgewicht und i.d.R. hat das Opfer keine Chance. Wenn der Mobber mobben will, dann bleibt i.d.R. wirklich nur der Stellenwechsel, denn es gibt schlicht und ergreifend nichts, mit dem man Mobbing effektiv verbieten und bekämpfen könnte, außer, indem man vorschreibt, den Mobber zu entlassen und damit aus dem Umfeld des Opfers zu entfernen.
    Das Opfer kann sich nicht wehren, wie auch? Der Chef ist der Chef und falls es eine obere Etage gibt, wird diese sich selten bis nie einschalten. Was das offensive Antworten angeht: Man wird nicht ernsthaft erwarten, dass der Angestellte patzig gegenüber dem Chef wird und ihm damit den ersehnten Kündigungsgrund liefert, oder?

    Der Gemobbte ist immer in einer Position des Ausgeliefertseins, und da kann man nicht "mal eben so" wieder herauskommen. Zumal Mitangestellte meist auch keine Lust haben, zu helfen, immerhin könnten sie dann selbst das nächste Opfer sein. Wer dem Opfer dann noch eine (Teil)schuld zusprechen will, der macht sich selbst zum (Mit)Täter, denn er deckt und rechtfertigt die Handlungen des Täters durch eine angebliche Aufforderung des Opfers. Aber genau wie auch leicht bekleidete Frauen nicht Mitschuld an ihrer Vergewaltigung haben (das ist ALLEIN sSchuld desjenigen, der seine Triebe nicht kontrollieren kann), so haben auch schüchterne, höfliche oder zurückhaltende Menschen keine Schuld daran, gemobbt zu werden.

    Hallo! Aus vielen Untersuchungen und Studien weiß man, dass die Persönlichkeit des Gemobbten nicht relevant ist [...]. Es ist eine typische Opferstigmatisierung, zu sagen: zum Streiten gehören zwei. Dies ist unrichtig. Mobbing ist kein Konflikt zwischen zwei Personen. Mobbing ist die Entscheidung des Mobbingtäters, einen Menschen aus dem Firmensystem auszuscheiden, mit systematischer zielgerichteter langdauernder psychischer Gewaltausübung und unter Nutzung des gesamten Firmennetzes (dies ist möglich, weil Führungskräfte NICHT einschreiten). Es mag sein, dass bei umgangssprachlich "schwächeren" Personen das Mobbing schneller greift, und dass es bei umgangssprachlich "stärkeren" Personen länger dauert. Fakt ist jedoch: MOBBING WIRKT IMMER - EGAL BEI WEM. Und in 80 % der Fälle ist es mega-erfolgreicht, weil die Führung ineffektiv, uninteressiert ist oder sogar mitmacht. LG Eva

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    • Euwie
    • 18. März 2010 9:12 Uhr

    Das Ganze erinnert mich an da Peter Prinzip:
    Leute steigen so lange auf, bis sie total unfähig sind (also nicht schon früher).
    Eine weiter Folgerung ist, dass das sich das durch die ganze Hierarchie fortsetzt:

    Eine Führungsperson ist unfähig? Dann sollte das dem Chef doch auffallen! - ABER NICHT, WENN DER CHEF SELBER SCHON UNFÄHIG IST! Dann befördert er selber die Unfähigen. Folge ist, dass die Unfähigkeit immer weiter nach oben blubbert.
    Und das scheint hier auch aufzutreten. A..löcher scheinen Leute wie sie selber zu bevorzugen, weil diese Taktik ihnen "sympathisch" ist.

  6. Des alles gleich Mobbing sein soll? ok stimmt schon. Nur eins vergessen sie, ab einer gewiesen Belastung kann man sich nicht mehr wehren, weil man zu labil ist.
    Und in der Schule, man glaubt es als Erwachsener nicht wie Grausam Kinder sein können. Und ich bezweifel stark das sie so was erlebt haben.
    Solche Kommentare höre ich öfters von Leuten die Mental Sicher sind, zu mindest es achten bis Ihnen so was passierte.

    Das Problem in unserer Gesellschaft ist das Jeder Ausländer toleriet wird, aber Leute die anders sein wollen nicht. Weil vom Staat wird vor geschrieben Schwule und Ausländer muss man mögen. Aber welche mit Behinderungen oder einfach nur welche die Anders sein wollen (nicht jeden Trent mit gehen wollen\ können) werden zum teil fertig gemacht. Und nicht nur Unter Jugendliche.

    Also was ist das Fazit sein wir gegen alle Tolerant.

    Und wenn sie sagen, so was gab es Früher nicht. Es hieß nur anders (z.b. Henseln)

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    • Toni12
    • 18. März 2010 9:31 Uhr

    Ja, das wissen wir doch schon alle aber was bitte sollen die Opfer tun? Studien zeigen, dass Personalabteilungen ebso wie die Chefetagen sich am Bossing bzw. Mobbing oft mitschuldig machen, da sie oft a) nicht eingreifen und/oder b) selber ‚mitmachen’ (u.a. Ferris, 2009, Rayner und McIvor, 2006). Die genannte Rayner (1999) kommt ausserdem zu dem folgenden Ergebnis: nicht nur 25% der Mobbing-Opfer verlassen den Betrieb sondern auch 20% der Zeugen! D.h. unter anderem, dass der Psychoterror am Arbeitsplatz niemals als ‚nur’ ein bilaterales Problem gesehen werden kann. Ausserdem muss man davon ausgehen, dass diese Terroristen einen gewissen Verhaltenspatron zeigen, d.h.es gibt nicht nur ein Opfer wie auch schon im Artikel in einem kurzen Beisatz erwähnt („erfuhr er, dass er bereits das vierte Mobbing-Opfer auf derselben Stelle gewesen war“). Für Opfer bedeutet das, dass sie Verbündete unter den Kollegen, bzw. andere Opfer, suchen müssen und zwar nicht erst wenn alles zu spät ist. Dokumentation ist ausserdem wichtig. Alles aufschreiben, Tagebuch führen. Gespräche mit fragwürdigem Inhalt in E-mails festlegen und an den Täter schicken. Und sofort sich einen spezialisierten Anwalt nehmen. Sollte es den obengenannten Fall tatsächlich geben: Kontakt aufnehmen mit den anderen Opfern und gemeinsam rechtliche Schritte gegen den Chef und den Betrieb unternehmen. Die Chancen dürften bei 5 Zeugen gut sein.

    • Toni12
    • 18. März 2010 9:31 Uhr

    Ja, das wissen wir doch schon alle aber was bitte sollen die Opfer tun? Studien zeigen, dass Personalabteilungen ebso wie die Chefetagen sich am Bossing bzw. Mobbing oft mitschuldig machen, da sie oft a) nicht eingreifen und/oder b) selber ‚mitmachen’ (u.a. Ferris, 2009, Rayner und McIvor, 2006). Die genannte Rayner (1999) kommt ausserdem zu dem folgenden Ergebnis: nicht nur 25% der Mobbing-Opfer verlassen den Betrieb sondern auch 20% der Zeugen! D.h. unter anderem, dass der Psychoterror am Arbeitsplatz niemals als ‚nur’ ein bilaterales Problem gesehen werden kann. Ausserdem muss man davon ausgehen, dass diese Terroristen einen gewissen Verhaltenspatron zeigen, d.h.es gibt nicht nur ein Opfer wie auch schon im Artikel in einem kurzen Beisatz erwähnt („erfuhr er, dass er bereits das vierte Mobbing-Opfer auf derselben Stelle gewesen war“). Für Opfer bedeutet das, dass sie Verbündete unter den Kollegen, bzw. andere Opfer, suchen müssen und zwar nicht erst wenn alles zu spät ist. Dokumentation ist ausserdem wichtig. Alles aufschreiben, Tagebuch führen. Gespräche mit fragwürdigem Inhalt in E-mails festlegen und an den Täter schicken. Und sofort sich einen spezialisierten Anwalt nehmen. Sollte es den obengenannten Fall tatsächlich geben: Kontakt aufnehmen mit den anderen Opfern und gemeinsam rechtliche Schritte gegen den Chef und den Betrieb unternehmen. Die Chancen dürften bei 5 Zeugen gut sein.

    Antwort auf "@ andrerae"

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Abfindung | Arbeitskollege | Chef | Führungskraft | Management | Mobbing
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