Berufstätige Väter "Auch für Männer sind Beruf und Kinder schwer vereinbar"
Rainer Sonnenberger engagiert sich für den Verein Väteraufbruch für Kinder. Er erklärt, wie sich Eltern, auch nach einer Trennung, am besten um die Kinder kümmern können.
Lassen sich Vollzeitarbeit und Familie miteinander vereinbaren? ZEIT ONLINE stellt Menschen vor, die neue Wege für eine Vereinbarkeit von Kind und Karriere probieren. Diesmal erzählt Rainer Sonnenberger, Vorstandsmitglied des Vereins Väteraufbruch für Kinder, vor welchen Problemen Väter stehen, wenn sie sich die Erziehung ihrer Kinder gleichberechtigt mit der Mutter teilen wollen. Besonders schwer haben es Väter, die getrennt von der Mutter ihrer Kinder leben, sagt Sonnenberger. Wer Menschen kennt, welche die Herausforderung zwischen Job und Familie gemeistert haben, kann Vorschläge an die Redaktion richten.
ZEIT ONLINE: Herr Sonnenberger, Sie sind selbst dreifacher Vater und engagieren sich im Bundesvorstands des Vereins Väteraufbruch für Kinder. Was sind die Ziele Ihres Vereins?
Rainer Sonnenberger: Unter unserem Vereinsmotto "Allen Kindern beide Eltern!" engagieren wir uns für eine gemeinsam gelebte Elternschaft. Wir helfen Vätern und zunehmend auch Müttern, die aufgrund einer Trennung oder Scheidung getrennt von ihren Kindern leben müssen. Inzwischen haben wir knapp 3000 Mitglieder und sind die größte Interessenvertretung von Vätern in Deutschland. Auch politisch setzen wir uns für eine gemeinsame Elternschaft ein, wie aktuell beispielsweise bei der anstehenden Reform der elterlichen Sorge von nicht miteinander verheirateten Eltern. Vorbildlich ist die Regelung in Frankreich, wo Väter mit der Vaterschaftsanerkennung die gemeinsame elterliche Sorge mit der Mutter erhalten. Das möchten wir in Deutschland auch erreichen.
ZEIT ONLINE: Aber Ihrem Verein geht es nicht nur um die rechtliche Gleichstellung?
Sonnenberger: Nein. Unser Ideal ist, dass sich Eltern gemeinsam und partnerschaftlich um ihre Kinder kümmern, egal ob Mutter und Vater zusammen oder getrennt voneinander leben. Unsere Mitglieder haben deshalb vor zwei Jahren beschlossen, dass sich der Väteraufbruch für Kinder grundsätzlich für alle Väter und Mütter einsetzt, die ihre Elternschaft gemeinsam leben wollen. Väter stehen dann natürlich auch vor dem Problem, Kinder und Karriere unter einen Hut zu bekommen. Deshalb ist eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf von zentraler Bedeutung.
ZEIT ONLINE: Worin liegen die Vorteile einer gemeinsamen Sorge?
Sonnenberger: Verglichen mit einer Familie, in der ein Elternteil arbeitet und der andere die Kinderbetreuung übernimmt, fördert die Angleichung der Rollen das wechselseitige Verständnis und die Kommunikation. Wir sind deshalb davon überzeugt, dass Familien durch eine gemeinsame gelebte Elternschaft stabiler werden und es seltener zu Trennungen kommt. Immerhin erleidet derzeit jedes vierte Kind die Trennung seiner Eltern. Und selbst im Trennungsfall gäbe es mehrere Vorteile: Die Eltern können ihr eingeübtes Betreuungsmodell relativ leicht fortsetzen und vermeiden einen Rechtsstreit, der vor allem die Kinder belastet. Viele Mütter hätten aufgrund kontinuierlicher Berufstätigkeit einen besseren finanziellen Stand. Derzeit beträgt ihr Anteil unter den Hartz-IV-Empfängern immerhin 40 Prozent. Außerdem wäre die Vater-Kind-Bindung besser abgesichert, was sich ebenfalls beruflich auswirkt: Die Arbeitsproduktivität von Vätern in Trennung sinkt um bis zu 70 Prozent. Viele Väter verlieren dadurch ihren Job.
ZEIT ONINE: Was problematisch ist, wenn Unterhaltszahlungen zu leisten sind. Allerdings gibt es auch eine Vielzahl von Vätern, die sich nicht um ihre Kinder kümmern...
Sonnenberger: Der Rollenwandel vollzieht sich bei Männern zwar langsamer als bei Frauen, ist aber nachhaltig: Kurz nach dem 2. Weltkrieg wurden Väter als unmännlich verhöhnt, wenn sie einen Kinderwagen schoben. In den 70ern tauchten die ersten Väter in den Kreißsälen auf. Inzwischen nimmt jeder vierte junge Vater seine Vätermonate und viele wollen anschließend ihre Berufstätigkeit in Teilzeit fortzuführen, um mehr Zeit für ihre Familie zu haben. Auf diese Entwicklung sollten wir setzen und Väter stärker fördern.
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- Datum 25.03.2010 - 13:47 Uhr
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"Auch für Männer sind Beruf und Kinder schwer vereinbar"
Na, solch Aussage wird wohl das Grollsche Feindbild vom "verweichlichten Jammerlappen" bezeichneten Mann noch bestärken.
Mich wundert, dass in diesem Text so wenig rote Links enthalten sind. Ich hätte schwören können, dass man gleich den ganzen Artikel hätte in rot schreiben können - schließlich müsste man ja mittlerweile mit jedem Satzteil, wenn nicht mit jedem Wort auf einen anderen (inhaltlich identischen) Groll-Beitrag verlinken können, in dem ahnungslose Eltern erfahren, wie sie in Wahrheit ihr Leben führen wollen.
Fernziele für die folgenden Generationen sind schon fein, aber was ist mit denen, die aufgrund höchstrichterlicher Rechtsprechung geradezu in klassischen Rollen einbetoniert werden? Rainer Sonnenberger hat zutreffend angemerkt, über außergerichtliche Schlichtungen nachzudenken. Leider nur währen die Denkprozesse lange. Zu lange.
Wenn ich mir überlege mit welchen Grundhaltungen die heutigen Kinder als dann Erwachsene miteinander umgehen werden, wird mir schlecht. Wie kann denn eine heute "alleinerziehende" Mutter, ohne Arbeit, weil sie dem Unterhaltsrecht gemäß, nicht, ein wenig und nur noch selten je wieder in Vollzeit zu arbeiten braucht, in Bezug auf ein eigenverantwortliches Leben den eigenen Kindern ein Vorbild sein?
Das ist mir ein Rätsel.
Die Frauen werden mithilfe des aktuellen Familienrechts auf Selbstverwirklichung geradezu aus dem Berufsleben katapultiert und manch eine findet den Flug so klasse, dass sie davon nicht mehr genug kriegt.
Die ganze Lüge um die angeblich gestärkte Eigenverantwortung treibt mittlerweile an den Oberlandesgerichten und dem Bundesgerichtshof wirklich seltsame Blüten.
Gerade wieder wurde am OLG Hamm einer Mutter aufgrund der aktuellen (!) Arbeitsmarktlage unbefristeter nachehelicher Unterhalt zugesprochen und ein, bis auf das maximal mögliche, vermindert fiktives Einkommen angerechnet. OLG Hamm, Az.: 5 UF 145/09
Lange Ehedauer: Fehlanzeige.
Mutti in Watte, Papi auf die Bretter!
Wenn also ändern, dann bitte sinnvoll und zackzack!
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