Burn-out Ausgebrannt und ausgemustert

Wegen zu großen Drucks leiden immer mehr Mitarbeiter am Burn-out-Syndrom. Ausgebrannte Mitarbeiter kosten die Unternehmen allerdings Millionensummen.

Wenn sich die Arbeit türmt und der Druck steigt, sind Mitarbeiter gefährdet zu erkranken

Wenn sich die Arbeit türmt und der Druck steigt, sind Mitarbeiter gefährdet zu erkranken

Der Schaden geht in die Millionen: "Zweieinhalb Jahresgehälter kostet es ein Unternehmen, wenn einer seiner Topmanager an Burn-out erkrankt und nicht mehr arbeiten kann", sagt die Personalmanagement-Forscherin Ruth Stock-Homburg. Das habe kürzlich eine Studie von US-Wissenschaftlern ergeben. Die direkten Kosten sind leicht zu schätzen: Kandidaten für die Nachfolge müssen gesucht und getestet werden, dazu kommt die Einarbeitungsphase des neuen Alpha-Tiers.

Doch kaum weniger ins Geld geht der indirekte Schaden: Der Produktivitätsverlust in der Phase ohne die leitende Hand eines Chefs. "Die Mitarbeiter spüren, wenn sie führungslos sind", sagt Stock-Homburg, "sie sind bei der Arbeit dann gehemmt, manchmal sogar wie gelähmt." Wissenschaftliche Studien hätten gezeigt, dass dies tatsächlich einen deutlichen Einfluss auf die Leistungen eines ganzen Unternehmens haben könne, so die Professorin der TU Darmstadt.

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Doch Burn-out ist längst keine Managerkrankheit mehr – und war sie eigentlich auch nie. Denn es trifft alle – den Vorstandsvorsitzenden genauso wie den Sachbearbeiter. Inzwischen sind psychische Überlastungen zur häufigsten Ursache für Arbeitsausfälle geworden. Die Zahl der Fehltage, die auf Burn-out und Co. zurückzuführen sind, stieg zuletzt in weniger als zehn Jahren um 70 Prozent. Lag ihr Anteil an allen Fehltagen vor 35 Jahren noch bei rund zwei Prozent, so sind es heute schon zehn, wie die Berliner Gesundheitsberatung UBGM kürzlich errechnete. Woher kommt die Überforderung, und warum erkranken immer mehr daran? Was können Chefs tun, um gefährdeten Mitarbeitern rechtzeitig zu helfen? Mit der Zahl der Kranken ist auch die der Wissenschaftler gestiegen, die nach Antworten auf diese Fragen suchen – darunter nicht nur Psychologen und Mediziner, sondern auch immer mehr Wirtschaftswissenschaftler. "Die Zahl der Studien hat sich in zehn Jahren verdoppelt", sagt Claude Fernet von der kanadischen Universität Quebec.

Das Burnout-Syndrom

Unter dem Begriff Burnout-Syndrom wird nach einer Phase des sehr engagierten Arbeitens ein Zustand schwerer psychischer Erschöpfung verstanden, der sich auf vielfältige Weise äußert: emotionale Erschöpfung und Kraftlosigkeit, Apathie, Depressionen und sogar Aggressionen können am Ende einer meist über längere Zeit andauernden Entwicklung stehen.

Abzugrenzen ist das Burnout-Syndrom von einer echten Depression: Im Gegensatz zu einer reinen Depression sind Menschen mit Burnout emotional ansprechbar. Darum ist ein an Burnout erkrankter Mensch auch gut behandelbar –– zumeist auch ohne den Einsatz von Medikamenten. Geht das Erschöpfungssyndrom jedoch in eine Depression über, muss häufig eine Medikamentengabe erfolgen.

Phasen und Verlauf

An Burnout kann jeder erkranken: Schüler, Studenten, Berufstätige, Führungskräfte, Arbeitslose. Charakteristisch für die Erkrankung ist zunächst eine Phase der Euphorie und besonders starken Engagements. Die Betroffenen verzichten nahezu ganz auf Erholungsphasen, sie rücken ihren Beruf völlig in den Mittelpunkt ihres Lebens und vergessen darüber ihre eigenen Bedürfnisse. Häufig isolieren sich die Betroffenen in dieser Zeit. Ein Großteil der sozialen Kontakte wird nur noch zu Kollegen, Kunden oder Mitarbeitern gepflegt, für alles andere hat man keine Zeit mehr.

Nach einigen Wochen, Monaten und manchmal auch erst Jahren setzt eine Phase der Erschöpfung ein: chronische Müdigkeit, Traurigkeit, Antriebslosigkeit und das Gefühl, dass alles einfach nur noch zu viel ist, kennzeichnen diese zweite Phase. Es kommen auch körperliche Symptome dazu: Schlafstörungen, Ausschlag, Schwindel, Angst- und Panikattacken, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen.

Typisch ist auch, dass jetzt das Engagement abnimmt. Die Betroffenen ziehen sich zurück und verändern sich. Manche werden zynisch, andere depressiv. Wer vormals sehr gut organisiert war, ist plötzlich völlig desorganisiert. Viele verrichten jetzt nur noch Dienst nach Vorschrift. Ein Gefühl von innerer Leere, Desinteresse und Einsamkeit tritt an die Stelle, wo einmal Leidenschaft für den Job war.

Ursachen und Vorsorge

Die Ursachen sind sehr unterschiedlich. Menschen, die besonders engagiert sind und ihren Selbstwert über die Arbeit definieren, sind eher gefährdet. Auch die Mitarbeiter von Unternehmen, in denen ein hoher Personal-, Zeit- und Kostendruck herrscht, können eher erkranken. Wer einen unsicheren Job hat und schlecht bezahlt wird, ist außerdem gefährdet. Zudem liegt die Zahl der Erkrankungen in sozialen und Pflegeberufen höher, weil hier die emotionale Belastung deutlich größer ist als in anderen Berufen. Auch Freiberufler scheinen gefährdeter zu sein. Zudem ist der Handlungsspielraum entscheidend: Wenn Menschen das Gefühl haben, an ihren Arbeitsbedingungen nicht mitwirken zu können, fühlen sie sich ausgeliefert. Wer in einem Unternehmen arbeitet, in dem nicht offen kommuniziert und selten oder nie gelobt wird, scheint auch gefährdeter zu sein.

Gemeinhin kann ein Burnout-Syndrom mit einer Therapie gut behandelt werden. Häufig ist dabei ein stationärer Aufenthalt von einigen Wochen in einer speziellen Klinik vonnöten. Die Rückkehr in den Job erfolgt nach der Therapie über Teilzeitmodelle. Die Chance, wieder ganz zu genesen, ist hoch.

Zusammen mit einem Forscherteam von der John Molson Business School in Montreal ist er kürzlich der Frage nachgegangen, welche Arbeitnehmer eines Kollegiums besonders gefährdet sind, an Erschöpfungskrankheiten zu leiden. Dafür fragten sie rund 400 Mitarbeiter einer kanadischen Hochschule über ihr Gefühlsleben aus – darunter viele Professoren und Dozenten, aber auch Mitarbeiter der Universitätsverwaltung.

Das Ergebnis, das die Forscher kürzlich im renommierten Journal of Organizational Behavior veröffentlichten, zeigt: Es sind vor allem zwei Faktoren, die einen Arbeitnehmer vor Burn-out schützen – ein gutes Verhältnis zu den Kollegen und eine sogenannte intrinsische Motivation zu arbeiten. Die liegt dann vor, wenn man sich nicht zum Arbeiten gezwungen fühlt, sondern es der ureigene Wunsch ist, gute Leistungen abzuliefern und zu den Zielen der Firma beizutragen. Die entscheidenden Fragen dabei: Will ich es selbst? Oder hasse ich es, muss es aber tun, weil mir sonst Ärger droht?

Viele Burn-out-Forscher diagnostizieren, dass immer weniger Arbeitnehmer ihren Job aus intrinsischen Motiven wählen – ein Hauptgrund für die steigende Zahl an Burn-out-Kranken. Geld, Macht und Prestige seien heute für viele der wichtigere Antrieb, schreibt etwa die österreichische Betriebswirtin Lisbeth Jerich in ihrem Buch Burnout: Ausdruck der Entfremdung. Dabei bleibe die wahre Selbstverwirklichung dann auf der Strecke.

Dazu kommt der Druck in der Arbeitswelt, der immer mehr zunimmt, weil der Arbeitsplatz bedroht ist und der Wettbewerb härter wird. Und weil die Chefs immer mehr verlangen. Wenn Ruth Stock-Homburg für ihre Forschung Interviews mit Unternehmensvorständen macht, dann hört sie jedes Mal neue Begründungen, warum diese meinen, von ihren Mitarbeitern gerade jetzt noch ein bisschen mehr verlangen zu können.

Ihr Fazit dabei: Egal, wie es der Wirtschaft gerade gehe – der Druck auf die Mitarbeiter, immer mehr und mehr zu leisten, steige eigentlich immer. "In der Boom-Phase vor vier Jahren musste der Kampf um die Spitze gewonnen werden", zählt Stock-Homburg auf, "in der Krise musste dann das Unternehmen gerettet werden, und heute darf der Aufschwung nicht verschlafen werden."

Doch der Weg führt in eine Sackgasse, schließlich leisten entspanntere Mitarbeiter auf Dauer mehr. "Wir Forscher weisen die Manager immer darauf hin, wie wichtig es allein schon aus finanziellen Gründen ist, Burn-out und andere Krankheiten zu verhindern", erzählt Claude Fernet. Doch viele Manager hielten ihre Mitarbeiter leider für eine Art nachwachsenden Rohstoff. Dennoch versuchen manche Unternehmen inzwischen gegenzusteuern, schließlich wird die Suche nach gutem Nachwuchs durch die Überalterung der Gesellschaft immer teurer. Inzwischen nimmt die Nachfrage nach Gesundheitsberatung für Stressbewältigung im Job zu. Doch wichtiger als nette Kurse für die Mitarbeiter sei, ob die Führungskräfte es schafften, selbst einen neuen Stil vorzuleben, meint Ruth Stock-Homburg. "Wenn ein Unternehmen autogenes Training anbietet, aber gleichzeitig einen Wettbewerb ausruft, wer abends am längsten arbeitet, dann funktioniert das nicht."

Viele Gesundheitsberater bieten Kurse für Führungskräfte an, in denen sie den Managern beibringen, ein stressfreies und entspanntes Arbeitsklima zu schaffen. Am Anfang solcher Seminare steht immer die Selbstdiagnose – für viele Chefs eine Art Schocktherapie. Damit soll den Managern die eigene Stressanfälligkeit vor Augen geführt werden: Wie erholt kommen Sie eigentlich aus dem Wochenende? Bleibt unter der Woche Zeit für Hobbys? Fahren Sie morgens gerne ins Büro? Wirklich? "Viele bekommen dann erst mal einen Schreck", erzählt Stefan Buchner von der Berliner Gesundheitsberatung UBGM. Aber nur wer über die eigene Anfälligkeit für jobbezogene Erkrankungen der Psyche Bescheid wisse, könne sich in andere hineinversetzen und ihnen helfen.

Bei den Kursen geht es allerdings nicht nur darum zu erkennen, ob ein Mitarbeiter so erschöpft ist, dass er nicht mehr arbeiten kann – sondern auch um die gegenteilige Erscheinung. Wer arbeitssüchtig ist, für den ist der Job die Lösung aller Probleme und Stress die heiß ersehnte Ekstase. Je stärker er in den Strudel der Sucht gerät, desto schwieriger wird der Ausstieg – denn der Weg zurück ins alte Leben ist längst verbaut: Mit Freizeit weiß er nichts mehr anzufangen, Urlaub wird zur Qual und Freundschaften und Ehe sind kaum noch zu retten. Halt gibt nur der tägliche Schuss Stress.

Den Workaholismus, das Nicht-mehr-aufhören-Können, ist unter Vorgesetzten weit verbreitet – rund 30 Prozent der Führungskräfte sind gefährdet, zeigt die Forschung von Stock-Homburg. Auf den gleichen Wert kam kürzlich eine Umfrage unter kanadischen Arbeitnehmern. Hohes Einkommen und eine gute Schulbildung fördern die Arbeitssucht offenbar. Und: Wer für einen arbeitssüchtigen Chef arbeitet, für den steigt auch die Gefahr, selbst auszubrennen.

Eine interessante Tatsache, fanden die beiden US-Ökonomen Daniel Hamermesh und Joel Slemrod. In einer jüngst erschienenen Studie empfehlen sie, den Workaholismus genauso zu bekämpfen wie andere Süchte auch, etwa die nach Zigaretten, Glücksspiel oder Alkohol: Nämlich mit höheren Steuern, in diesem Falle einer im oberen Bereich stärker steigenden Einkommensteuer. Dieser Weg könne die fehlende Selbstkontrolle der Süchtigen ersetzen. Dabei verweisen sie auf die Erkenntnisse der Glücksökonomen: Deren Forschung habe schließlich oft gezeigt, dass ein höheres Einkommen nicht glücklicher mache. Es erhöhe lediglich den Betrag, den man zum Glücklichsein für nötig hält.

Einig sind sich die Forscher darin, dass die Zahl der Überforderten und Arbeitssüchtigen noch weiter zunehmen wird. Fernet prophezeit: "Die Forschung lässt vermuten, dass Stress und jobbezogene Probleme noch einmal deutlich steigen."

(Erschienen im Handelsblatt)

 
Leser-Kommentare
  1. Ist nichts Neues. Um Motivation und Sicherheit zu schaffen müsste die Politik handeln.
    Mindestlöhne, Mindestarbeitszeiten (Eine gesetzlich geregelte 35 Stunden Woche für Alle würde ganz viele Arbeitsplätze hervorbringen) und eine Behörde die Verstöße der Arbeitgeber sofort untersucht. Die Abschaffung der Zeitarbeit/Personalleasing-Firmen.
    Da wir aber im globalisierten Raubtierkapitalismus leben und Politiker keine Arbeitnehmerinteressen vertreten, wird es wohl so weitergehen.

  2. Es ist doch normal, das Mitarbeiter total krank werden,
    wenn ihre Unternehmen möglichst viele Mitarbeiter entlassen - dafür aber niemanden mehr neu einstellen - und am Ende - diejenigen, die noch da sind ... alles übernehmen müssen und aufgebürdet bekommen!
    Diese kann man getrost SKLAVEN nennen! Denn werden diese krank, fliegen sie als nächste aus dem Unternehmen, es warten ja schon die nächsten....!

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    die entsprechend pfleglich behandelt wurden, wenn der Besitzer ein Minimum an wirtschaftlichem Sachverstand hatte.

    Ist ein Mitarbeiter ruiniert, kann man ihn wegwerfen und zum Nulltarif durch einen anderen ersetzen. Mit Autos, Computern und anderen Gerätschaften geht das nicht...

    • youth
    • 01.01.2011 um 13:16 Uhr

    eine der Hauptgründe! Immer "schlankere" Strukturen, die einzig und allein auf der Reduzierung der Personalkosten basieren sind m.E. der Grundpfeiler für Überlastung des noch vorhandenen Personals. Und wenn dann das Unternehmen auch noch ein Klima der Angst erzeugt alà "Du kannst der Nächste sein der geht!" ist die Bereitschaft zur Selbstausbeutung extrem hoch und somit der erste Schritt zu Burnout getan.

    die entsprechend pfleglich behandelt wurden, wenn der Besitzer ein Minimum an wirtschaftlichem Sachverstand hatte.

    Ist ein Mitarbeiter ruiniert, kann man ihn wegwerfen und zum Nulltarif durch einen anderen ersetzen. Mit Autos, Computern und anderen Gerätschaften geht das nicht...

    • youth
    • 01.01.2011 um 13:16 Uhr

    eine der Hauptgründe! Immer "schlankere" Strukturen, die einzig und allein auf der Reduzierung der Personalkosten basieren sind m.E. der Grundpfeiler für Überlastung des noch vorhandenen Personals. Und wenn dann das Unternehmen auch noch ein Klima der Angst erzeugt alà "Du kannst der Nächste sein der geht!" ist die Bereitschaft zur Selbstausbeutung extrem hoch und somit der erste Schritt zu Burnout getan.

  3. Zunächst verwunderte es mich, dass der Artikel mit burn-out bei Managern beginnt. Das ist geradezu schon ein Klischee. Dann aber las ich am Ende, dass er vom Handelsblatt übernommen wurde - was alles erklärt.

    Dort denkt man anders. Und man hat es wohl bislang ignoriert, dass das selbe Phänomen - wie weitere, gesundheitliche Beeinträchtigungen - schon lange auch und gerade bei Arbeitnehmern bekannt ist. Dabei wird beharrlich der Umstand ignoriert, dass diese Phänomene auch eine weitere Kostenverschiebung hin zur Gesellschaft darstellen. Wenn ein Unternehmen seine Arbeitnehmer so ausbeutet, dass es Schaden nimmt, weil diese es irgend wann einmal nicht mehr aushalten, so geschieht es ihm recht. Allenfalls kann man das kurzfristige Denken einmal wieder kritisieren.

    Doch weitaus schlimmer ist, dass die betroffenen Arbeitnehmer irgend wann arbeitsunfähig werden. Man saugt solange Leistung aus den human resources, bis sie verbraucht sind - und entsorgt sie dann wie leere Batterien. Dann sind sie arbeitslos, arbeitsunfähig auf lange Zeit, unter Umständen gezeichnet für das ganze Leben. Ihr Umfeld, ganz besonders ihre Familien, leiden mit. Und dann muss sich die Gesellschaft um sie kümmern.

    So ist dies in erster Linie nicht eine weitere Dummheit des losgelösten Wirtschaftssystems, sondern schlicht eine weitere Sozialisierung von Kosten.

  4. "Kandidaten für die Nachfolge müssen gesucht und getestet werden, dazu kommt die Einarbeitungsphase des neuen Alpha-Tiers."
    Hört sich nach nem Rattenkäfig an...
    Das Beste ist es doch, wenn die Mitarbeiter überfordert sind, sie zu Seminaren, Kursen etc. zu schicken, damit sie ganz genau trainieren, wie sie mehr Freude an ihrer Arbeit haben. Vielleicht erfindet die Neuroforschung ja auch bald einen "Arbeitswohlfühlchip", den wir uns einpflanzen können?
    Ich glaube, das Problem sitzt tiefer und hat auch viel größere Auswirkungen als nur den Ausfall von Arbeitskraft.
    Etwas mehr Menschichkeit bitte...

    • ddkddk
    • 31.05.2010 um 13:41 Uhr

    Das ist doch seit vielen Jahren die progressiv ansteigende Tendenz.

    Burn out ist da eine fast zwingende Folge.

    Statt hier im Kern gegenzusteuern glauben Großunternehmen, dass mit der zusätzlichen Einstellung von Psychologen, Stressmanagementseminaren, Zeitmanagementseminaren usw. wirksam geholfen werden kann.

    Geholfen wird hier im Ergebnis nur arbeitslosen Psychologen.

    • Chali
    • 31.05.2010 um 14:17 Uhr

    Was?
    WAS?!?
    Das soll wohl ein Scherz sein?

    Sehr witzig.
    Hahhahuahahahaha
    ... die leitende Hand eines Chefs ... also würklich.

  5. "Beim Burnout verbrennt nicht der Mensch sondern bloß der Schmarrn, den er sich hat ins Hirn setzen lassen" hab ich auf meine Karte geschrieben. Wir sind von klein auf a) darauf dressiert, alle Probleme über den Kopf und seinen beschränkten bewussten Verstand lösen zu wollen und b) haben wir nie gelernt, welch entscheuidende Rolle dabei die Vorstellungskraft spielt. VORSTELLUNGEN sind für uns statische Bilder, die wir "haben" und mit denen wir nichts anzufangen wissen. Folglich machen diese Vorstellungen mit uns, was sie wollen. Je weniger wir es wollen, umso unaufhaltsamer geschieht es.
    Wie man diese gewaltige Schöpferkraft verstehen und lenken kann, das hat É.Coué in einem qualitativ sehr hoch stehenden Umgang mit der Vorstellungskraft durch AUTOSUGGESTION aufgezeigt. Weltweit erfolgreich war er damit. Wir täten gut daran, uns sein praktisches Vorbild genau anzuschauen, um ebensoviel Einfluss zu erlangen.
    Ich grüße freundlich.
    Franz Josef Neffe

    • Ranjit
    • 31.05.2010 um 14:55 Uhr

    Ich finde den Artikel spannend und wichtig. Das Argument zur intrinsischen Motivation möchte ich aber relativieren.

    Natürlich kann intrinsische Motivation extrem beflügelnd sein. Der Job wird zum Beruf im Sinne der Berufung.

    Dies wäre in einer perfekten Welt mit verantwortungsbewussten, menschlichen Vorgesetzen der ideale Zustand. Arbeit und Interesse sind eins. Doch leider gesellt sich dann die Wirtschaftslogik mit hinzu. Einem Mitarbeiter, der völlig extrinsich motiviert ist, muss man ein hohes Gehalt zahlen, dass er die Tätigkeit ausfürt. Einem intrinsisch motivierten Mitarbeiter muss man weniger zahlen, da er ja durch die Arbeit selbst motivert wird. Gerade in kreativen Berufen sowie der Wissenschaft entsteht so die absurde Lage, das hochqualifizierte, motivierte und kompetente Menschen trotz exzellentem Studium weniger verdienen, als Facharbeiter oder ausgebildete Bankangestellte.

    Hinzu kommt, dass intrinsiche Motivation häufig mit Perfektionismus einher geht. Überstunden braucht der Chef nicht zu fordern, die Arbeitnehmer leisten sie freiwillig und kostenlos. Das Projekt soll ja möglichst gut werden.

    Die Konsequenz ist, dass gerade die intelligenteren, leistunsstärkeren und motivierteren jungen Leute ausgenutzt und später weggeworfen werden. Krankheit, Branchenkrise oder Burn-Out und man ist weg vom Fenster. Rücklagen aufbauen konnte man keine. Die Kosten, die durch derart verschwendetes Talent entstehen sind enorm. Aber leider ist Wirtschaft nie weitsichtig.

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    • jan045
    • 06.06.2010 um 18:42 Uhr

    es kommt auch immer darauf an, was gerade gebraucht wird. Unter Umstaenden ist ein geschickter Hilfsarbeiter, der fast Analphabet ist, aber unheimlich schnell und genau Schrauben in Stahlbautraeger befestigen kann und sein Team unter Kontrolle hat, mehr Geld wert als ein Hochschulabsolvent mit fuenf Sprachen in Wort und Schrift.

    • jan045
    • 06.06.2010 um 18:42 Uhr

    es kommt auch immer darauf an, was gerade gebraucht wird. Unter Umstaenden ist ein geschickter Hilfsarbeiter, der fast Analphabet ist, aber unheimlich schnell und genau Schrauben in Stahlbautraeger befestigen kann und sein Team unter Kontrolle hat, mehr Geld wert als ein Hochschulabsolvent mit fuenf Sprachen in Wort und Schrift.

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