Worauf muss ich bei einer Klage achten?

Wer feststellt, dass die Befristung unzulässig war oder ist, muss innerhalb von drei Wochen nach dem vereinbarten Ende des Vertrags zum Arbeitsgericht gehen und seine Klage einreichen.

Mein befristeter Vertrag läuft aus, was soll ich tun?

Ganz wichtig ist, sich drei Monate vor dem Ende des Arbeitsverhältnisses arbeitslos zu melden. Sonst droht eine dreimonatige Arbeitslosengeldsperre. Alle zulässigen befristeten Verträge ohne Sachgrund enthalten ohnehin diese Klausel, auch um den Arbeitgeber vor Haftungsansprüchen abzusichern. Spätestens zu dieser Zeit sollte der befristete Arbeitnehmer auch das Gespräch mit dem Arbeitgeber suchen und nachfragen, ob eine Weiterbeschäftigung angedacht ist. Nicht selten erfolgt eine Weiterbeschäftigung – entweder durch einen neuen befristeten Vertrag oder sogar durch eine Entfristung.

Habe ich den vollen Kündigungsschutz?

Nein. Anders als bei einem unbefristeten Arbeitsverhältnis, in dem Arbeitgeber nach sechs Monaten einen nachvollziehbaren Kündigungsgrund brauchen, um Mitarbeiter zu entlassen, sind die Regeln für befristete Jobs lockerer. Dies ist natürlich einer der Gründe, warum Chefs diese Vertragsform so gerne anwenden. Häufig beinhalten die befristeten Verträge keine Kündigungsfrist, sondern im Vertrag steht etwas von der gesetzlichen Kündigungsfrist. Die beträgt vier Wochen und ist damit sehr kurz. Wenn eine Probezeit vereinbart wurde, beträgt die Kündigungsfrist innerhalb dieser Testphase sogar nur zwei Wochen.

Verlängert sich das befristete Arbeitsverhältnis, wenn eine Angestellte im befristeten Arbeitsverhältnis schwanger wird?

Leider nein. Auch schwangere Frist-Arbeiterinnen genießen keinen besonderen Kündigungsschutz. Der Vertrag läuft trotzdem zum vereinbarten Zeitpunkt aus. Eine Schwangerschaft ändert nichts an dem Arbeitsverhältnis, weder wird es dadurch verkürzt noch verlängert. Fällt die Schwangerschaft mitten in die Vertragslaufzeit hat die Arbeitnehmerin natürlich ganz normal Anspruch auf den gesetzlichen Mutterschutz.

Welche grundsätzlichen Nachteile hat eine befristete Stelle?

Der größte Nachteil einer befristeten Stelle ist, dass der Arbeitnehmer leichter gekündigt werden kann. Wenn das Arbeitsverhältnis ausläuft und beispielsweise aus wirtschaftlichen Gründen nicht verlängert wird, hat der befristete Mitarbeiter zudem fast nie einen Anspruch auf eine Abfindung wie sie bei unbefristeten Mitarbeitern aushandelbar wäre. Die große Unsicherheit für die Arbeitnehmer ist gleichzeitig auch der größte Vorteil für den Chef. Zudem gibt es für Behinderte und Schwangere keine besonderen Regeln zum Kündigungsschutz. Ob befristete Arbeitnehmer weniger verdienen und mehr Überstunden machen, darüber sind sich Experten nicht einig. Harald Schwamborn, Fachanwalt für Arbeitsrecht, sieht in befristeten Jobs durchaus etwas Positives für den Arbeitnehmer: "Wer überzeugen kann, hat die Chance auf eine unbefristete Stelle." Schließlich müssen Unternehmen auch dauerhaft planen können, alle zwei Jahre die Mitarbeiter auszutauschen bringt auch dem Arbeitgeber eine Planungsunsicherheit und Wettbewerbsnachteile. Allerdings wendet Martina Perreng, Arbeitsrechtsexpertin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), ein: "Der Arbeitgeber kalkuliert die Hoffnung des Arbeitnehmers auf eine unbefristete Stelle eiskalt mit ein." Arbeitnehmer würden deshalb häufig geringere Gehälter und mehr Überstunden in Kauf nehmen.

Wenn ich bereits seit 20 Jahren in einem Betrieb arbeite, darf ich befristet für eine höhere Position eingesetzt werden?

Ja das geht, wenn man sich darauf einlassen will. Dann gibt es einen neuen Arbeitsvertrag, der alte wird stillgelegt. Die Befristung braucht aber einen Sachgrund, denn der Arbeitnehmer war ja vorher schon im Betrieb. Eine kalendermäßige Befristung ist deshalb unzulässig.

Was passiert, wenn ich nach dem Ende der Befristung einfach weiterarbeite?

Wenn ein befristeter Vertrag ausläuft und niemand den Arbeitnehmer darauf hinweist, darf er im Prinzip am nächsten Tag zur Arbeit gehen und einfach weiterarbeiten. In diesem Fall müsste der Arbeitgeber ihn sofort nach Hause schicken, sobald er ihn sieht. Wenn er dies nicht tut, entsteht automatisch ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.