HundefrisörTraumberuf mit dickem Fell

Waschen, schneiden, scheren: Janine de Laporte ist Hundefrisörin. Seit zehn Jahren arbeitet sie als Groomerin in ihrem eigenen Salon. Gebissen wurde sie dabei selten. von Sabine Wygas

Im Sekundentakt fallen dichte, braune Haarbüschel auf die Fliesen, bis sie einen flaumigen Fellteppich bilden. Mittendrin thront ein Hund, der sich Abkühlung verschafft. Gelassen ignoriert er das leise Summen des Schergeräts − und Janine de Laporte, die Hundefrisörin. Sie macht sich am Fell des Neufundländers zu schaffen.

"Das ist wohl Brancas letzte Rasur", sagt Ursula Oebel, die Besitzerin. Ihr Hund ist mittlerweile elf Jahre alt und von Arthrose geplagt. Er hält sich nur noch mühsam auf den Beinen. "Ich glaube, bald muss ich sie einschläfern lassen" sagt Oebel traurig. "Das glaube ich nicht", tröstet Janine de Laporte, legt das Schergerät beiseite und steht auf, um den Koloss mit Frauchens Hilfe vorsichtig in die Wanne zu hieven. De Laporte beeilt sich mit dem Waschen und Fönen. Die Behandlung soll Branca schließlich nicht stressen. Schönheit ist in diesem Fall Nebensache.

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Hygiene aber nicht. Kaum ist Branca fort, fegt de Laporte den Boden, reinigt Bürsten und Scheren. Ihre beiden eigenen Hunde Scarlett und Tiffany, zwei Hündinnen der Rasse Coton de Tuléar, schauen gelangweilt zu. "Ich bin oft der Seelentröster für die Besitzer", sagt de Laporte. "Ich glaube, ich habe einen engeren Kontakt zu den Kunden als mancher Menschenfrisör."

Schon als Jugendliche wollte die sie Groomerin werden, wie der Beruf mit Fachausdruck heißt. Als ihre Kinder erwachsen waren, erfüllte sich Janine de Laporte vor zehn Jahren mit ihrem kleinen Salon Stardogs im Bonner Süden ihren Traum. Von 9 bis 19 Uhr bändigt sie seitdem im Stundentakt Hunde- und auch Katzenhaar. Zwischen 5 und 65 Euro kostet eine Behandlung. "Viele Leute machen sich über meine Arbeit lustig", sagt sie. Dabei sei Grooming eine ernste Angelegenheit. "Für viele Rassen ist das Trimmen wichtig, weil sie von sich aus kein Fell verlieren", sagt sie. "In Spanien wurde kürzlich ein völlig zugewachsener Hund gefunden. Er konnte nicht mehr laufen, war in seinem Fell gefangen, darunter haben sich Entzündungen gebildet, die von Maden befallen waren. Das Tier starb daran."

Kaum hat sie den Laden wieder sauber gemacht, kommt auch schon der nächste Kunde. Mischlingshündin Maja betritt samt Besitzerin den Laden. Das Trimmen ist dem kleinen Hund immer noch nicht geheuer, auch wenn er eigentlich ein Stammkunde ist und die Prozedur mittlerweile gut kennt. "Da muss ich immer dabei bleiben", sagt ihre Besitzerin Brigitte Weckmann.

Die kleine Mischlings-Hündin hat vor wenigen Wochen geworfen und ihre Welpen gesäugt, ihr Fell ist dementsprechend zerzaust und verfilzt. De Laporte hebt Maja auf eine metallene Tischplatte, über der zwei Lederbänder baumeln. "Das ist unser Galgen", sagt die Friseurin. "Damit fixiere ich den Hund vorne und hinten, damit ich beim Schneiden beide Hände frei habe und das Tier nicht vom Tisch fällt und sich verletzt." Leicht zitternd schaut Maja zu, wie de Laporte ihr Fell mit der Schere bearbeitet. Immer wieder beruhigt die Hundefrisörin das Tier.

"Jeder Hund ist anders", sagt de Laporte, während sie Maja in die Badewanne steckt. Nun bekommt das Tier zwei Waschgänge mit Shampoo und Spülung, dann geht es wieder auf den Tisch zum Feinschnitt und Fönen. "Der Schnitt sollte sich am Hund orientieren und ihn nicht verunstalten", sagt de Laporte. "Es gibt 350 anerkannte Rassen, die muss man alle kennen."

Leserkommentare
  1. Tramberuf Hundefriseur

    Auch in unserer kleinen Gegend bekommt man schnell mit das immer mehr Hundefriseure Ihre Pforten öffnen.
    Ob es ein Traumberuf man hat viel mehr Arbeit als bei einem Friseur für Menschen :-)

    Bitte nutzen Sie die Kommentarbereiche nicht als Werbefläche für eine andere Website. Danke. Die Redaktion/kvk

  2. Auch in unserer kleinen Gegend bekommt man schnell mit das immer mehr Hundefriseure Ihre Pforten öffnen.
    Ob [...] Hundefriseur ein Traumberuf ist sei mal dahingestellt, man hat auf alle Fälle viel mehr Arbeit als bei einem Friseur für Menschen :-)

    Eure Irene
    Tramberuf Hundefriseur

    Bitte nutzen Sie die Kommentarbereiche nicht als Werbefläche für eine andere Website. Danke. Die Redaktion/kvk

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