HundefrisörTraumberuf mit dickem Fell
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Zwischen Tierwohl und Quälerei

Jetzt gönnt sich de Laporte erst mal eine Kaffeepause. "Die Tiere sind sehr umgänglich, in zehn Jahren bin ich nur dreimal gebissen worden", sagt die Rheinländerin. Manche Besitzer seien dafür umso bissiger. "Für manche ist das Tier Kind- oder Partnerersatz. Am anstrengendsten sind die, die sich über ihr Tier profilieren wollen. Die wollen mir dann sagen, wie ich meine Arbeit machen soll."

Da öffnet sich wieder die Ladentüre. Ernest trottet herein. Der schwarze Scotch Terrier kommt zum Baden. "Ernest ist ein richtiges Lämmchen", sagt de Laporte. Nach dem Schneiden und Waschen kommt der Rüde in die Fönbox. 20 Minuten steht er artig darin und lässt sich 42 Grad warme Luft ums Fell blasen. Offensichtlich gefällt dem Tier die Behandlung.

Aber gefällt wirklich jedem Tier der Gang zum Hundefrisör? Ist es nicht Tierquälerei, die Hunde zu scheren, zu frisieren und mit goldenen Schleifchen zu versehen?

Nein, sagt de Laporte. Nicht, wenn ein ausgebildeter Groomer am Werk sei, der genau wisse, was zum Wohl des Tieres ist und was nicht. "Ein guter Hundefrisör führt jedes Tier erst einmal behutsam an seine Arbeit heran." Er gewöhnt es zum Beispiel langsam an die Schermaschine, das Geräusch und die Vibrationen, die sie verursacht. Nichts geschehe gegen den Willen des Tieres.
 
Allerdings gebe es viele schwarze Schafe in der Branche. Denn der Beruf Groomer ist nicht geschützt. "Jeder, der will, kann Groomer werden", sagt de Laporte, während sie die schwarzen Fellreste vom Boden fegt. Da seien dann einige darunter, die die Anatomie des Hundes oder der Katze gar nicht kennen und einfach drauflos schneiden. De Laporte: "Dabei kommt es dann zum Beispiel zu schlimmen Verletzungen des Genitalbereichs. So ein Tier ist traumatisiert und wird sein Leben lang Angst vor einer Schere haben."
 
De Laporte hat viele Monate bei der Vorbesitzerin ihres Salons gelernt und einige Fortbildungen gemacht. Nun setzt sie sich dafür ein, dass Grooming ein Ausbildungsberuf wird, um den Tieren die blutige Begegnung mit Möchtegern-Groomern zu ersparen. "Ich bilde selbst aus und gehe bis heute regelmäßig auf Fortbildungen und Messen", sagt die Hundefrisörin.

Und schon öffnet sich erneut die Ladentür. "Das ist eine neue Kundin mit ihrem Hund. Da weiß ich gar nicht, was auf mich zukommt, aber genau das liebe ich ja so an meinem Beruf", sagt de Laporte, dann widmet sie sich bereits dem Hund und seinem Besitzer.

Informationen zum Grooming gibt es unter www.bundesverband-der-groomer.de und dem Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe www.zzf.de .

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Leserkommentare
  1. Tramberuf Hundefriseur

    Auch in unserer kleinen Gegend bekommt man schnell mit das immer mehr Hundefriseure Ihre Pforten öffnen.
    Ob es ein Traumberuf man hat viel mehr Arbeit als bei einem Friseur für Menschen :-)

    Bitte nutzen Sie die Kommentarbereiche nicht als Werbefläche für eine andere Website. Danke. Die Redaktion/kvk

  2. Auch in unserer kleinen Gegend bekommt man schnell mit das immer mehr Hundefriseure Ihre Pforten öffnen.
    Ob [...] Hundefriseur ein Traumberuf ist sei mal dahingestellt, man hat auf alle Fälle viel mehr Arbeit als bei einem Friseur für Menschen :-)

    Eure Irene
    Tramberuf Hundefriseur

    Bitte nutzen Sie die Kommentarbereiche nicht als Werbefläche für eine andere Website. Danke. Die Redaktion/kvk

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